Konzentration - ein Kinderspiel?

[07.02.2010]

(Pixelio/Dieter Schütz) Familie S. meldete sich auf Empfehlung der Klassenlehrerin in unserer Beratungsstelle. In dem Elterngespräch schilderten die Eltern folgende Situation: Ihr Sohn Tom besucht die 2. Klasse, er habe große Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren. In der Schule falle es besonders bei schriftlichen Arbeiten auf, dass er verspätet anfange zu arbeiten und oftmals nur die Hälfte der Anforderungen schaffe. Zu Hause koste es viel Kraft, die Hausaufgaben in einer angemessenen Zeit zu bewältigen. Die Mutter, die meist die Hausaufgabenerledigung betreut, stößt an ihre Grenzen und ist hin und her gerissen, was jetzt wichtig für ihren Sohn ist:
- Hausaufgaben um jeden Preis
beenden oder
- Pause einlegen (etwas ganz anderes
tun) trotz der Bedenken, dass es
abends nicht besser laufen wird.

Eine Sozialpädagogin beschäftigte sich mit Tom, testete seine allgemeine Leistungsfähigkeit und insbesondere sein Konzentrationsvermögen. Es stellte sich heraus, dass er bei guter geistiger Befähigung erhebliche Schwierigkeiten zeigte, sich alters entsprechend zu konzentrieren. Auch in den Spielsituationen wurde deutlich, dass es Tom schwer fällt, sich über eine längere Zeit aufmerksam der Sache zuzuwenden; er wirkte verträumt/abwesend und beschäftigte sich mit Nebensächlichkeiten.
Konzentration stellt im Rahmen der kindlichen Entwicklung eine entscheidende „Kraft“ dar. Sie wird als eine Fähigkeit beschrieben, aus einer Fülle von Reizen jene zu filtern, die für eine Lebens- bzw. Lernsituation wichtig ist, um beispielsweise ein Spiel aufmerksam zu beenden, ein Gedicht zu lernen oder einen Kuchen nach Rezept zu backen.
Konzentrationsprobleme werden oftmals verstärkt mit Beginn der Schulzeit wahrgenommen und als störend empfunden; einhergehend mit zunehmender Hilflosigkeit der Eltern, Lehrer und Erzieher. In unserer Beratungsstelle besteht die Möglichkeit eines Konzentrationstrainings für Grundschulkinder. Das Training umfasst 20 Trainingsstunden und findet zweimal wöchentlich in der Kleingruppe statt.
Neben der Arbeit mit den Kindern finden begleitende Elterngesprächsrunden und individuelle Eltern-/Lehrergespräche statt, da es unser Anliegen ist, dass die Kinder im häuslichen und schulischen Bereich unterstützt werden, die erlernten Muster/Regeln/Abläufe zu verfestigen und weiter auszubauen.

Tipps zur Förderung der Konzentration:

  • Achten Sie auf einen geregelten Tagesablauf.
  • Vermeiden Sie ein Überangebot an Spielmaterial.
  • Reduzieren Sie den Fernsehkonsum und das Spielen mit elektronischen Medien.
  • Sorgen Sie für einen festen Arbeitsplatz, an dem die Hausaufgaben erledigt werden.
  • Achten Sie auf den Bewegungsdrang Ihres Kindes.
  • Setzen Sie kleine und große Ziele.
  • Achten Sie auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung.
  • Seien Sie selbst Vorbild!

Wir leben in einer sehr schnelllebigen Zeit, geprägt von vielen Reizen, Unruhe, Hast, Rast- und Orientierungslosigkeit. Um so dringlicher sind die einzelnen Familien gefordert, ihren Kindern einen möglichst strukturierten Tagesablauf mit Familienritualen, einem gesunden Wechsel von An- und Entspannung und möglichst frei von Reizüberflutung zu gestalten. Alle Familienmitglieder sind gefragt, dem betroffenen Kind zu helfen.

...”Konzentriert geht’s wie geschmiert.”

Sozialpädagogisch-Psychologische Beratungsstelle

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Weitere Informationen
Sozialpädagogisch-Psychologische Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Familien
Kontaktdaten
Sozialpädagogisch-Psychologische Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern
Dostojewskistraße 14
04600 Altenburg
Telefon: 03447 315025

Öffnungszeiten:
Montag: 09:00 – 16:00 Uhr
Dienstag: 09:00 – 18:00 Uhr
Mittwoch: 09:00 – 16:00 Uhr
Donnerstag: 09:00 – 16:00 Uhr
Freitag und außerhalb der Öffnungszeiten nach Vereinbarung.
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