Landrat Sieghardt Rydzewski zu Besuch bei der Firma METEX
Lucka. Am 16. Februar 2010 besuchte Landrat Sieghardt Rydzewski gemeinsam mit einer Mitarbeiterin des Fachdienstes Wirtschafts- und Tourismusförderung des Landratsamtes die METEX (Deutschland) GmbH in Lucka. In einer Gesprächsrunde mit anschließendem Firmenrundgang informierten sie sich über die Entwicklung des Unternehmens.
Bei einem Rundgang durch das Unternehmen informierte sich Landrat Sieghardt Rydzewski (links im Bild) beim Geschäftsführer Michael Fuchs über aktuelle Projekte. Eine alte Walzendrehmaschine aus Rumänien, mit einer maximalen Walzenlänge von 8.000 Millimeter und einem Durchmesser von 1.600 wurde in fünf Monaten neu aufgebaut. In knapp sechs Wochen verlässt sie das Luckaer Werk Richtung USA. Im Foto zeigt der Geschäftsführer dem Landrat das für die Maschine vorgesehene Getriebezahnrad.
Die Anfänge der METEX reichen bis in die 60er Jahre zurück, berichtete der Geschäftsführer Michael Fuchs im Gespräch. Als Tochtergesellschaft eines finnischen Mutterkonzerns, hat das Unternehmen zu DDR-Zeiten vorwiegend mit Werkzeugmaschinen gehandelt. Heute gehört die Firma zu 95 Prozent dem jetzigen Geschäftsführer, der seit Juli 2008 das Unternehmen leitet, nachdem der langjährige Chef, Bernd Palloks, in den Ruhestand getreten war.
Zum Hauptgeschäft der METEX Lucka gehört heute die Lieferung von Walzenschleif- und Walzendrehmaschinen mit einem Durchmesser von bis zu 2.000 Millimeter. Das Know-how beruht darauf, gebrauchte Maschinen aufzukaufen, auseinanderzubauen und mit neuen bzw. überholten Teilen wieder funktionstüchtig zu machen. Die Gründe hierfür liegen vor allem im Preis, der natürlich deutlich unter dem einer Neumaschine liegt. 5 bis 6 solcher Walzenschleif- oder Walzendrehmaschinen werden nach speziellem Kundenwunsch von hochqualifizierten Maschinenbauern, Elektrikern und Elektronikern im Luckaer Unternehmen in 3 bis 4 Monaten produktionstauglich zusammengebaut. Ältere Maschinen kauft die Firma zumeist in Europa, z. B. Rumänien oder Italien. Bis zur Montage sind die Maschinen in einer firmeneigenen Lagerhalle unweit von Lucka untergebracht. „Unser Lager hat eine Kapazität für rund 20 solcher Maschinen.”
Einen Neuaufbau bzw. die Generalüberholung von Walzenschleif- und Walzendrehmaschinen realisieren die 23 Mitarbeiter, darunter 14 Maschinenschlosser in Lucka nicht allein. In Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen erhalten die alten Maschinen neue Getriebe, Motoren, Steuerung oder Elektrik. Nach der Endmontage erfolgt ein 1-wöchiger Probebetrieb, ehe sie per LKW bzw. auch per Schiff zum Kunden transportiert werden. Zu den weiteren Serviceleistungen der METEX zählen Schulung und Einweisung der Mitarbeiter des Kunden, Reparatur und Ersatzteillieferung. „7 bis 8 LKW werden benötigt, um die Werkzeugmaschinen, die ein Eigengewicht bis 140 Tonnen und eine Länge bis zu 18 Meter aufweisen, zum Endkunden zu transportieren“, sagte Michael Fuchs. Verladung und Verpackung wird dabei von Fremdfirmen übernommen.
Angewendet werden die Maschinen MADE in Lucka zu 70 Prozent in der Stahlindustrie. „Sie sind in einer Branche tätig, die über gutes Potenzial verfügt. Gerade Krisenzeiten schärfen das Kostenbewusstsein am Markt“, sagte Landrat Sieghardt Rydzewski im Gespräch. Das bestätigte der Geschäftsführer, so sind die Auftragsbücher schon bis Mitte 2011 voll.
Namhafte Firmen aus ganz Deutschland zählen mittlerweile zum Kundenstamm der METEX. 70 bis 80 Prozent der Aufträge gehen in den Export, zumeist nach Indien, Vietnam, China oder die USA. „Die Auslandsgeschäfte sind teilweise sehr zeitintensiv. So kann es bis zu 16 Monate dauern, ehe wir Verträge z. B. in Indien abschließen können“, so der Geschäftsführer während des Unternehmensbesuches.
Silke Manger
Fachdienst Öffentlichkeitsarbeit