Im Gespräch mit Andreas Hofmann, dem Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes

[13.05.2017]

Landkreis. Seit Juni des vergangenen Jahres ist Andreas Hofmann offiziell Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes. In seinem ersten Jahr hat sich viel getan. Im Interview mit Amtsblatt-Redakteur Tom Kleinfeld spricht er über Erreichtes, seine Ziele und Wünsche.

Andreas Hofmann ist seit 2002 Vorstandsmitglied im Kreisfeuerwehrverband, seit 2010 war er stellvertretender Verbandsvorsitzender und seit Juni 2016 führt er den Verband Herr Hofmann, auf Ihrer letzten Mitgliederversammlung Anfang des Jahres haben Sie erklärt, dass Sie dabei sind, vieles zu ändern und dass Sie der Verbandsarbeit neue Impulse geben möchten. Wie sieht das konkret aus?

Hier möchte ich zunächst all unsere Mitglieder zur Mitarbeit aufrufen. Jeder kann Vorschläge und Ideen einbringen, um unseren Verband zukunftsorientiert für alle zu gestalten.
Ganz konkret haben wir zum Beispiel mit einer Arbeitsgruppe unsere Satzung überarbeitet, die während der Versammlung beschlossen wurde. U.a. haben wir den Delegiertenschlüssel angepasst, die Mitgliedschaft neu definiert, die Ladungsfristen geändert und die Wahlordnung komplett neu definiert. Die Satzung ist jetzt einfach zeitgemäßer gestaltet.
Zudem haben wir uns vorgenommen, mehr für die „aktiven Kameraden“ zu tun, auch hierfür haben wir eine Arbeitsgruppe gegründet. Konkret habe ich persönlich zwei Fortbildungen für dieses Jahr im Auge, die wir nach Altenburg holen möchten. Zum einen einen sogenannten Sondersignalfahrt-Trainer (950 Euro, 6 Kameraden), bei dem das Fahren mit Blaulicht und Sirene geprobt wird, und zum anderen eine Wohnungsbrand-Simulation in einem Brandschutzcontainer (6.000 Euro, 60 Kameraden) – das ist die beste Möglichkeit, sich auf so eine Situation vorzubereiten. Ich hoffe und bin mir sicher, dass wir eine Maßnahme umsetzen können, sofern es auf Interesse bei den aktiven Kameraden stößt.
Handlungsbedarf besteht auch bei unserer neuen Homepage. Momentan sind wir dabei, diese zu überarbeiten und neu zu gestalten – einige Änderungen sind schon online.
Die wichtigste Verbandsarbeit ist und bleibt jedoch die Nachwuchsförderung und -gewinnung. Durch eine starke Jugendarbeit muss es uns gelingen, den flächendeckenden Brandschutz bzw. die Gefahrenabwehr zu erhalten und im Idealfall noch zu stärken. Aber ich möchte auch betonen, dass alles, was im Verband bisher gut gemacht wurde und sich bewährt hat, beibehalten wird.

Ein wichtiger Baustein hierzu wäre eine Brandschutzerziehung in Kindergärten und Schulen. Eine solche Schulung wurde jedoch Ende des vergangenen Jahres eingestellt. Was waren die Hintergründe?

Unsere drei Brandschutzerzieher an Kindergärten und Grundschulen des Landkreises fanden leider keine Aufnahme in die von Bund und Land aufgelegten Förderprogramme zur sozialen Teilhabe oder zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit, weil Brandschutzerziehung Aufgabe der Kommunen ist. Erst kürzlich hat mir ein Sponsor zugesagt, die Kosten für die Maßnahmen zur Brandschutzerziehung zu übernehmen. Allerdings kommt von Seiten des Jobcenters nur ein Bundesfreiwilligendienstler infrage, um die Erziehung durchzuführen. Leider gibt es dafür keine geeigneten Personen. Wir drehen uns im Kreis.

Auch bei der Atemschutzuntersuchung, die Kameraden bis zum 50. Lebensjahr in der Regel alle drei Jahre absolvieren müssen, um nachweislich zum Beispiel für den Einsatz bei Häuserbränden geeignet zu sein, gab es zuletzt Probleme.

Durch den Wegfall des Arbeitsmedizinischen Dienstes im Landkreis gibt es nicht mehr genug Ärzte, welche die Untersuchung durchführen können. Und die verbleibenden Mediziner übernehmen keine neuen Kameraden. Mittlerweile wurde darüber diskutiert, die Untersuchungen in Leipzig oder Chemnitz abzudecken. Dafür müssten die ehrenamtlichen Kameraden, die das ganze Jahr über im Dienst sind, noch einen Tag Urlaub nehmen. Ein Witz.
Zum Glück haben sich jetzt – auch dank des engagierten Einsatzes vom Landratsamt – die Arztpraxen Kupka (Altenburg) und Schmiedel (Schmölln) bereit erklärt, die Untersuchungen durchzuführen. Dafür bin ich sehr dankbar.
Seit Anfang dieses Jahres haben Sie einen Mitarbeiter über das Modellprojekt „Mehr wert sein – Mehrwert schaffen“, welches Langzeitarbeitslose wieder in Beschäftigung bringen soll, hinzugewonnen. Wie kam es dazu?

Das Projekt, das meines Wissens nur im Ilmkreis und im Altenburger Land umgesetzt wird, ist ein Glücksfall für uns. Landrätin Michaele Sojka und Ute Lukasch, Mitglied des Thüringer Landtages, kamen auf mich zu und fragten, ob wir teilnehmen möchten. Die Kollegin ist beim Trägerverein „naterger“ angestellt und arbeitet bei uns im Kreisfeuerwehrverband. Bei einem Eigenanteil von ca. 1.300 Euro im Jahr, den Rest der Finanzierung übernehmen das Arbeitsministerium, der Landkreis und das Jobcenter, haben wir eine vollwertige Arbeitskraft mehr zur Verfügung, die mich in meiner ehrenamtlichen Tätigkeit bestens unterstützt – sei es beispielsweise bei der Mithilfe von Büroarbeit, beim Organisieren der Verbandsversammlung oder bei der Vorbereitung des Kreiszeltlagers. In unserem neuen Büro in der Heinrich-Heine-Straße in Altenburg, wo wir seit Anfang des Jahres dank der SWG mietfrei sitzen, haben wir uns mittlerweile auch gut eingelebt. Nur für die Nebenkosten kommen wir auf.

Der Landkreis bezuschusst den Kreisfeuerwehrverband auch in diesem Jahr mit 3.000 Euro – davon wird u. a. das Kreiszeltlager in Pahna mitfinanziert Das Kreiszeltlager ist ein gutes Stichwort. Dieses Jahr steht ja ein Jubiläum ins Haus.

Das stimmt. Wir feiern unser 20-Jähriges. Das Kreiszeltlager findet auch in diesem Jahr wieder in Pahna statt am Wochenende vom 16. bis zum 18. Juni. Wir erwarten 400 Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 18 Jahren. Für jeden wird es ein T-Shirt geben und neben den traditionellen Wettkämpfen halten wir die eine oder andere Überraschung bereit. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Nur so viel: Die Kinder können sich wirklich auf das Event freuen.
Kürzlich informierten Sie per Presseinformation, dass die Sparkasse des Landkreises dem Kreisfeuerwehrverband deutlich höhere Zuwendungen zukommen lässt als bisher. Wie kam es dazu?

In Abstimmung mit der Sparkasse haben wir das Prozedere für die Antragsstellung unserer Mitgliedswehren und Mitgliedsvereine optimiert. Seit diesem Jahr bekommen wir von der Sparkasse ein Budget. Stellt zum Beispiel ein Mitgliedsverein einen Antrag auf Förderung für Materialbeschaffung oder neue Ausrüstung, entscheiden wir gemeinsam mit einem Mitarbeiter der Sparkasse über den Antrag, solange noch Budget vorhanden ist. Bisher oblag die Verwaltung komplett der Sparkasse, unser Verbandsvorstand hat nur beraten. Wir sind also mit mehr Kompetenzen und Geld ausgestattet, ein toller Vertrauensbeweis. Zumal wir uns – neben den Mitgliedsbeiträgen – nur durch Zuwendungen finanzieren. Ganz aktuell sind wir dabei, die drei ersten Anträge von Vereinen mit ihren Projekten zu bearbeiten. Unabhängig von der Sparkassenförderung bin ich froh, dass es uns ganz aktuell gelungen ist, zwei Höhensicherheitsgeräte im Wert von über 800 Euro für den Steigerturm in Burkersdorf zu finanzieren. Bei den alten Geräten ist der TÜV abgelaufen. Die Übungen am Turm sind Teil der Aktivenausbildung unserer Wehren.

Ramon Hofmann (M.) ist der Sohn von Andreas Hofmann und wurde zuletzt in die Funktion des Beisitzers im Vorstand des Thüringer Feuerwehrverbandes gewählt Ihr Sohn, Ramon Hofmann, wurde zuletzt als Beisitzer in den Vorstand des Thüringer Feuerwehrverbandes gewählt. Wie stolz sind Sie?

Ich freue mich sehr für ihn. Es ist der Lohn für jahrelanges Engagement und harte Arbeit. Seit zehn Jahren ist er in der Feuerwehr und seit 2014 aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Ziegelheim. Im Kreisfeuerwehrverband des Altenburger Landes war er u.a. an der Überarbeitung der Verbandssatzung beteiligt. Mit ihm ist nun erstmals der auch unser Landkreis im Vorstand des Thüringer Feuerwehrverbandes vertreten.

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