Landrätin lud Teilnehmer des Projekts „Mehr wert sein – Mehrwert schaffen“ zum Sommerfest: „Es könnte ruhig zehn Jahre so weiter gehen“

[29.06.2017]

Altenburg. Es schüttete wie aus Eimern am gestrigen Mittwochmittag. Landrätin Michaele Sojka hatte alle Teilnehmer des Modellprojekts „Mehr wert sein – Mehrwert schaffen“ zu einem kleinen Sommerfest in den Botanischen Garten nach Altenburg geladen, um nach einem guten halben Jahr erste Erfahrungen auszutauschen.

Landrätin Michaele Sojka (M.) mit Korinna Mieting (l.) und Andrea Ludwar (r.) vom naterger e.V. „Von dem Regen mal abgesehen, eine wunderschöne und auch passende Kulisse, schließlich ist eine Teilnehmerin hier tätig“, eröffnete die Kommunalpolitikerin unter einem Pavillon sitzend die Veranstaltung. „Das Projekt startete Anfang des Jahres mit viel medialer Aufmerksamkeit, denn es soll – vor allem mit Blick auf die Bundespolitik – zeigen, dass es sich bezahlt macht, Arbeit und nicht Arbeitslosigkeit zu finanzieren“, fuhr sie fort.

Über die Initiative kommen insgesamt 20 Langzeitarbeitslose im Altenburger Land wieder in reguläre Arbeit. „Thüringenweit wird ‚Mehr wert sein – Mehrwert schaffen‘ nur noch im Ilmkreis umgesetzt. Umso gespannter bin ich nun auf Ihre Erlebnisse und Erfahrungen“, gab sich Sojka neugierig in der großen Runde. Und das Feedback ließ nicht lange auf sich warten. Ein Teilnehmer ergriff sofort das Wort, beschrieb stolz, wie er dabei unterstützte, das Deutsche Sportabzeichen an eine Grundschule im Landkreis zu holen. Eine andere Teilnehmerin erzählte, wie viel Freude es ihr mache, in einer Begegnungsstätte mit vielen alten Menschen zu arbeiten und dabei zu helfen, gemeinsame Frühstücks, Feste und Ausflüge zu organisieren. Die nächste erinnerte sich, dass sie gleich zu Beginn ihrer Tätigkeit ins kalte Wasser geworfen wurde: „Arbeiten Sie uns bitte für eine Präsentation zu“, hieß es nur und sie lieferte. Es sei ein tolles Gefühl, gebraucht zu werden, so die Teilnehmerin. Eine weitere schloss sich ihr an und blickte augenzwinkernd in die Zukunft: „Das Projekt könnte ruhig zehn Jahre weiter gehen.“

Doch „Mehr wert sein – Mehrwert schaffen“ ist auf drei Jahre beschränkt. Bereits im Sommer des vergangenen Jahres ebnete der Kreistag des Altenburger Landes mit einem Beschluss den Weg für die Umsetzung des Projektes, schließlich beteiligt sich der Landkreis jährlich mit rund 64.000 Euro – 17 Prozent der Gesamtkosten. Weitere Geldgeber sind das Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie (33 Prozent) sowie das Jobcenter Altenburger Land (43 Prozent). Auch die Einsatzstellen der Arbeitnehmer müssen monatlich ca. 120 Euro beisteuern.

Die Teilnehmer sind jedoch beim Schmöllner Trägerverein naterger e.V. angestellt und arbeiten in verschiedenen Vereinen und Institutionen des Altenburger Landes – so beispielsweise in beiden Tierheimen, im Botanischen Garten, dem Kreisfeuerwehrverband, dem Bauernhöfeverein, dem Kohlebahnverein, dem Studio Bildende Kunst, dem Weltcafé und in Begegnungsstätten der Gemeinden.

„Lassen Sie uns eine solche Form der lockeren ‚Dienstberatung‘ ruhig im Herbst wiederholen“, kündigte Sojka zum Schluss der Veranstaltung an.

Hintergrund:
Das Modellprojekt, an dem die Beteiligten völlig freiwillig teilnehmen, bildet eine der vier Säulen der „Thüringer Initiative zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit“, die der Freistaat gemeinsam mit der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit im Frühjahr 2015 begründete. Die Initiative soll in diesem Jahr insgesamt 1.000 Thüringer in Beschäftigung bringen.

Tom Kleinfeld
Öffentlichkeitsarbeit

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