Landkreis schreibt Kita-Bedarfsplan fort

[10.09.2017]

Altenburg. Der Jugendhilfeausschuss des Landkreises Altenburger Land hat in seiner Sitzung am 24. August die Fortschreibung des Bedarfsplanes Kindertagesbetreuung für die Jahre 2017/2018 einstimmig beschlossen. Mit Blick auf die Betreuung der jüngsten Menschen in unserer Gesellschaft sagte Landrätin Michaele Sojka: „Ich begrüße die vom Thüringer Kabinett beschlossene Einführung des beitragsfreien Kita-Jahres zum 1. Januar 2018 in Thüringen sehr. Das belässt den Familien etwa 1.400 Euro mehr im jährlichen Haushaltsbudget. Im Altenburger Land entlastet das rund 700 Familien. Der Landkreis übernimmt bereits jetzt für ca. ein Viertel aller betreuten Kinder in Kindertageseinrichtungen die Kitagebühren und hat dafür in diesem Jahr rund 1,4 Millionen Euro Ausgaben im Haushalt eingeplant.

Symbolbild Der Landkreis Altenburger Land hat als Träger der öffentlichen Jugendhilfe nach Paragraph 80 des Sozialgesetzbuches die Pflicht, einen Bedarfsplan für die Kindertagesbetreuung in Tageseinrichtungen und in Tagespflege aufzustellen und ihn rechtzeitig fortzuschreiben. Dazu hat die Verwaltung Anfang Mai 2017 alle Städte und Gemeinden im Landkreis angeschrieben und die aktuellen und voraussichtlichen Belegungszahlen in den Kinderbetreuungseinrichtungen, die Einwohnerstatistiken der Kommunen und eine Einschätzungen zur Bedarfsentwicklung angefordert. Die Gemeinden waren aufgefordert, die Elternbeiräte und Träger der Einrichtungen an der Erstellung dieser Unterlagen zu beteiligen. Anhand der daraufhin eingereichten Meldungen wurde der nun vorliegende Kitabedarfsplan 2017/ 2018 erstellt.

Danach lebten zum Erhebungsstichtag 31.3.2017 im Landkreis Altenburger Land 3.773 Kinder, die im Kindergartenjahr 2017/2018 zwischen 0 und 6 Jahre alt sein werden. Von diesen 3.773 Kindern haben 3.311 Kinder einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. 94 Prozent davon nehmen diesen auch wahr. Im gesamten Landkreis stehen für diese 3311 Kinder 3.609 Plätze zur Verfügung, was einer hervorragenden Versorgungsquote von 109 Prozent entspricht.

Jedoch sind die Versorgungsquoten in den einzelnen Städten und Gemeinden im Landkreis sehr unterschiedlich, so dass Familien in einigen Gebietskörperschaften teilweise erhebliche Probleme haben, kurzfristig einen Kitaplatz zu erhalten. In der Stadt Altenburg und in Nobitz beispielsweise ist die Versorgungsquote vergleichsweise niedrig. Dort steht derzeit nicht für jedes Kind mit Rechtsanspruch ein Platz zur Verfügung. In anderen Verwaltungsgemeinschaften wie der Verwaltungsgemeinschaft Wieratal oder der Verwaltungsgemeinschaf Oberes Sprottental ist die Versorgungsquote sehr hoch - dort gibt es weitaus mehr Plätze, als benötigt werden.

Die Auslastung der Einrichtungen ist ebenfalls sehr unterschiedlich in den einzelnen Gebietskörperschaften. In Altenburg, Meuselwitz, Schmölln und Nobitz sind die Einrichtungen sehr voll. In anderen Verwaltungsgemeinschaften sind die Einrichtungen teilweise nicht einmal zu 80 Prozent ausgelastet.
Die Stadt Altenburg und die Gemeinde Nobitz sollten daher dringend die Erweiterung der Kapazitäten und mögliche Zweckvereinbarungen mit umliegenden Gemeinden prüfen, denn ist es eine Pflichtaufgabe der Wohnsitzgemeinden, die erforderlichen Plätze bereitzustellen.

Zur Sicherung des Rechtsanspruches und im Interesse der Eltern und Kinder sowie der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sollten Verfahrensweisen bei der Vermittlung von Plätzen in Kindertagesbetreuung anstrebt werden, die die Familien jeweils möglichst wenig belas-ten. Dies umfasst, dass die im Bedarfsplan ausgewiesenen Plätze vorrangig Eltern und Kindern aus dem Landkreis Altenburger Land sowie aus der eigenen Wohnsitzgemeinde zur Verfügung stehen. Weiterhin gehört hierzu, die wohnortnahen Betreuungsplätze vorrangig weniger mobilen Eltern zu empfehlen.

Aber auch andere Gebietskörperschaften mit hohen Auslastungsquoten wie Meuselwitz, Lucka, Schmölln, die erfüllende Gemeinde Gößnitz und die VG Pleißenaue, die im Moment den Bedarf derzeit noch decken können, werden durch den Kitabedarfsplan darauf hingewiesen, dass alle Gemeinden gesetzlich verpflichtet sind, bei unvorhergesehener Bedarfsentwicklung zusätzliche Betreuungsplätze zu schaffen. Auch in diesen Städten und Gemeinden sollte geprüft werden, ob eine Erweiterung der Kapazitäten nicht frühzeitig geplant werden könnte.

Weiterhin weist der Kitabedarfsplan auch den Personalbedarf in den Kinderbetreuungseinrichtungen aus. Insgesamt wird im Kitabedarfsplan sichtbar, dass alle Träger die gesetzlichen Vorgaben einhalten. Dennoch wird das Problem des Fachkräftemangels im Bereich der pädagogischen Fachkräfte in den nächsten Jahren auch im Landkreis Altenburger Land spürbar werden, denn 10 Prozent aller Fachkräfte in den Kitas im Landkreis sind über 60 Jahre alt und müssen in den nächsten fünf Jahren von den Trägern ersetzt werden. In Altenburg gibt es derzeit Einrichtungen, die zwar freie Betreuungsplätze hätten, diese aber nicht nutzen können, weil sie kein Personal finden. Insofern ist das Problem des fehlenden Fachpersonals in den Kinderbetreuungseinrichtungen nicht zu unterschätzen, denn neugeschaffene Betreuungsplätze nützen nichts, wenn dann kein Personal zur Betreuung vorhanden ist.

Jana Fuchs
Öffentlichkeitsarbeit

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