Weiterbildung für ehrenamtliche Betreuer: „Es geht darum, in Würde zu leben“

[28.11.2017]

Altenburg. „Es geht darum, in Würde zu leben“, beginnt der freiberufliche Dozent Otto Wesche sein Seminar Ende Oktober im Spiegelsaal des Landratsamtes zum Schwerpunkt „Ehrenamtliche Betreuung“. „Denn auf diese Art der Hilfe ist oftmals eine Generation angewiesen, welche die Jüngeren maßgeblich geprägt hat“, fährt er fort. Seit vier Jahren kommt der Niedersachse auf Einladung des Landratsamtes einmal im Jahr in die Skatstadt, um Interessierten das Thema vorzustellen und auch Fachfragen zu beantworten.

Symbolbild In dem Seminar sitzen u. a. ehrenamtliche Betreuer; Menschen, die sich vorstellen können, als Betreuer zu arbeiten und auch Menschen mit Schicksalsschlägen in der Familie, die sich erstmals mit dem Thema auseinandersetzen müssen. Mitarbeiter der Betreuungsbehörde komplettieren die Runde. „Viele wissen nichts darüber, bis sie damit konfrontiert werden“, so Wesche.

„Der Kontakt zu ihm ist über einen Betreuer im Altenburger Land zustande gekommen“, erklärt Silke Manger, Leiterin der Betreuungsbehörde des Landratsamtes. Die Behörde ist u. a. dafür zuständig, ehrenamtliche Betreuer im Altenburger Land zu gewinnen.

Einige in der Seminar-Runde wissen bereits, was genau als Betreuer zu tun ist. Anderen ist es neu, dass es in dem Ehrenamt darum geht, Menschen, die krank oder behindert sind zu vertreten und wichtige rechtliche Entscheidungen im Sinne des Betreuten zu treffen, die der Betroffene nicht mehr selbst fällen kann. „Es geht also nicht darum, zu waschen, zu füttern oder zu pflegen, sondern das zu regeln, zu dem der Betreute nicht mehr selbst imstande ist“, erklärt Wesche. Etwa das Erledigen von Geldangelegenheiten, die Organisation und die Wahrnehmung von Behördenterminen oder die Abwicklung des notwendigen Schriftverkehrs. Dementsprechend ist es wichtig, die rechtlichen Grundlagen des Bürgerlichen Gesetzbuches im Seminar zu erklären und den Dialog zwischen den Teilnehmern zu fördern, „da jeder auf einem anderen Wissenstand aufbaut“, so Wesche.
Eine Teilnehmerin erklärt zum Beispiel, wie sie mit einer Vollmacht aus dem Internet im Krankenhaus an Grenzen gestoßen ist. Eine andere fragt, was im Umgang – vor allem in Bezug auf die Unterschrift – mit Demenzkranken oder Analphabeten zu beachten ist.

Immer wieder bringen sich auch die Mitarbeiter der Betreuungsbehörde ein, erklären den Teilnehmern, was sie auf dem Amt erledigen können – wie etwa das Ausfertigen von beglaubigten Urkunden.

„Ganz allgemein“, sagt Wesche im Spaß und deutet auf die Behördenmitarbeiter: „Bevor ihr die Kollegen braucht, ist es am besten, eine Vorsorgevollmacht zu erstellen, wenn man dazu noch in der Lage ist.“ Denn sonst würde das Amtsgericht in Zusammenarbeit mit der Betreuungsbehörde im näheren Umfeld des Betroffenen einen ehrenamtliche Betreuer „ermitteln“ und fragen, ob die Person das Ehrenamt übernimmt. Im Idealfall ist also schon im Vorfeld geregelt, wer als Betreuer tätig wird. „Dazu beraten wir natürlich gerne“, ergänzt Silke Manger. Auch die Eignungsbeurteilungen, die Bedarfsplanung, die Unterstützung, Steuerung, die Anleitung und Kontrolle der tätigen Betreuer gehört zum Aufgabenfeld der Betreuungsbehörde.

Bundesweit werden rund 60 Prozent aller Betreuungen ehrenamtlich geführt. Davon sind wiederum rund 85 Prozent Familienangehörige des Betreuten.

Wenn auch Sie Interesse haben, in diesem interessanten Ehrenamt zu arbeiten, wenden Sie sich an die Betreuungsbehörde mit Sitz im Vorderhaus der Lindenaustraße 31 in Altenburg unter der Telefonnummer 03447 586-780 oder -802.

Tom Kleinfeld
Öffentlichkeitsarbei

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Kontaktdaten
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Lindenaustraße 9
Telefon: 03447 586-0
Telefax: 03447 586-100
E-Mail:landratsamt@altenburgerland.de
Pressesprecherin: Jana Fuchs
Telefon: 03447 586-273
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E-Mail:oeffentlichkeitsarbeit@altenburgerland.de
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