Informationen zum Grundwasseranstieg in der Nordregion

[29.11.2017]

Landkreis. Die Nordregion des Altenburger Landes ist durch den langjährigen Braunkohlenbergbau geprägt. Die Bergbautätigkeit war bzw. ist u. a. mit Grundwasserabsenkungen, der Störung der Grundwasserleiter und der Verlegung von Vorflutern bzw. Oberflächengewässern verbunden.

Mit der Reduzierung der bergbaulichen Wasserhaltungen und der Flutung von Tagebaurestlöchern muss sich der gesamte Gebietswasserhaushalt, der Oberflächengewässer und Grundwasser umfasst, über Jahrzehnte neu einstellen. Dieser Prozess führt in Teilen der Nordregion, insbesondere im Teilraum Lucka, Meuselwitz, Kriebitzsch, Rositz, Wintersdorf, Haselbacher-See zu einem Anstieg des Grundwasserspiegels und zu flurnahen Grundwasserständen von teilweise weniger als zwei Metern unter Geländeoberkante. Das Erreichen eines stabilen Gleichgewichts des Gebietswasserhaushalts wird in über 80 Jahren etwa im Jahr 2100 erwartet.

Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) als verantwortliches Unternehmen für den Sanierungsbergbau hat ein Hydrogeologisches Großraummodell (HGMS) erstellen lassen, um den zeitlichen und örtlichen Verlauf des Grundwasserwiederanstiegs prognostizieren zu können. Für Thüringen bzw. das Altenburger Land gibt es im Großraummodell einen speziellen Überarbeitungs- und Auswertungsbereich, mit dem die Grundwasserstände im stabilen Gleichgewicht des Gebietswasserhaushalts vorhergesagt werden können.

Die Ergebnisse der Berechnungen werden z. B. als Grundwasserflurabstandskarten ausgegeben, in denen der Abstand des Grundwasserspiegels zur Geländeoberkante dargestellt wird. Bei der Darstellung handelt es sich um die potentielle Gefährdung ohne Berücksichtigung möglicher stauender Deckschichten. Wenn sich über dem Grundwasserleiter eine gering wasserdurchlässige Deckschicht (Lösslehm, Auenlehm, etc.) befindet, wird der Anstieg des Grundwasserspiegels gehemmt bzw. beschränkt.

Zentimetergenaue Angaben zum zeitlichen und örtlichen Verlauf des Grundwasserwiederanstiegs sind nicht möglich. Mit Hilfe der Prognose können jedoch Konfliktgebiete erkannt werden, in denen das Erreichen der flurnahen Grundwasserstände zu Vernässungen der Oberfläche mit flächenhaften Nutzungseinschränkungen führen kann. In einigen Auenbereichen wie etwa entlang der Schnauder oder des Gerstenbaches sind diese Auswirkungen bereits heute schon zu beobachten und beeinflussen bereits bestehende Nutzungen wie die Bebauung, Infrastruktureinrichtungen, Böschungsstabilität oder die Landwirtschaft. Bei der Planung zukünftiger Flächennutzungen sind die Folgen des Grundwasserwiederanstiegs unter Berücksichtigung der Geologie bzw. des Bodenprofils am jeweiligen Standort zu beachten.

Im Regionalplan Ostthüringen sind die Wiederherstellung eines ausgeglichenen, sich weitestgehend selbst regulierenden Gebietswasserhaushalts und die Schaffung einer sicheren und weitestgehend nachsorgefreien, vielseitig nutzbaren Bergbaufolgelandschaft grundsätzlich verankert.

Nähere Informationen erhalten Sie bei der Unteren Bodenschutzbehörde des Landratsamtes Altenburger Land unter 03447 586-458 oder per E-Mail an umwelt@altenburgerland.de.

Unter Bodenschutzbehörde

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Kontaktdaten
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Lindenaustraße 9
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Telefax: 03447 586-100
E-Mail:landratsamt@altenburgerland.de
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