Sonnenscheune Plottendorf: Wärmespeicher ist Herzstück eines einzigartigen Sanierungsprojekts

[25.01.2018]

Plottendorf. Es ist windig, nass und kalt an diesem Donnerstagvormittag Mitte Januar im Altenburger Land – die ersten Vorboten des Sturmtiefs Friederike. Familie Erler aus Plottendorf hat zur Speichertaufe in ihre Sonnenscheune geladen. Das momentan ungenutzte, alte Gebäude des seit über 120 Jahren in Familienbesitz befindlichen Vierseithofes wird in ein Wohnhaus umgebaut, dessen Energiebedarf weitgehend die Sonne deckt. Spatenstich für das Großprojekt war im Oktober 2016, im Sommer 2019 soll es abgeschlossen sein.

Der Speicher wird mit einem Kran in das Haus gehoben (Axel Erler) „Heute sehen Sie, worauf es ankommt, wenn die Sonne nicht scheint: auf eine ausreichende Menge gespeicherter Wärme“, so Axel Erler, einer der Bauherren der Hofgut Erler GbR. Dafür sorgt künftig ein thermischer Langzeitspeicher mit einem Wasservolumen von 12.670 Litern, der Mitte Juni des vergangenen Jahres in einer spektakulären Aktion in die Gebäudehülle eingehoben wurde. Der Speicher kann etwa 1.000 kWh Sonnenenergie in Form von Wärme vorhalten, die dann bis weit in den Winter hinein zur Verfügung steht. Gewonnen wird diese Energie mit Großflächenkollektoren auf dem Süddach. Zur Taufe des über sieben Meter hohen Zylinders malte Sohnemann Jonathan eine strahlende Sonne auf die Verkleidung des Speichers, die Gäste unterschrieben daneben.
„Durch die Verbindung von Tradition und Moderne wird hier ein wahrer Schatz wiederbelebt“, lobt Landrätin Michaele Sojka. Denn der Vierseithof an der Haselbacher Straße ist der letzte erhaltene in Plottendorf und steht unter Denkmalschutz. „Mit der generationsübergreifenden Nutzbarmachung der Scheune wird ihr Bestand und damit der historische Zeugniswert als geschlossene Hofanlage langfristig gesichert“, so Beatrice Müller von der Unteren Denkmalschutzbehörde.

Außenansicht der Sonnenscheune Neben Wärme wird auf dem Dach der Sonnenscheune durch eine Photovoltaik-Anlage auch Strom gewonnen, der in einer Batterie vor Ort gespeichert und verbraucht wird. Über eine vorhandene Ringleitung wurden alle Gebäude des Vierseithofes an diese Eigenstromversorgung angeschlossen. Die sommerlichen Überschüsse an Wärme werden zukünftig ebenfalls auf die anderen Gebäude des Ensembles übertragen und gehen dadurch nicht verloren.
Das Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung Gera unterstützt das Bauprojekt durch Fördermittel der integrierten ländlichen Entwicklung. Amtsleiter Jens Lüdtke zur Speichertaufe: „Hier wird Zukunft gestaltet.“

Tom Kleinfeld
Öffentlichkeitsarbeit

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