Ehrenamtliche Betreuung - „Es ist eine schöne, weil sozial sehr wichtige Aufgabe“

[09.07.2018]

Dennis Taubert möchte hauptberuflich als Betreuer arbeiten Dennis Taubert möchte hauptberuflich als Betreuer arbeiten Altenburg. Ende Dezember 2016 griff Dennis Taubert zum Telefon, rief bei Silke Manger, Leiterin der Betreuungsbehörde im Altenburger Land, an und bewarb sich um das Ehrenamt als Betreuer. Kurz zuvor hatte er im eigenen Familienkreis den Fall, dass plötzlich Entscheidungen für eine andere Person getroffen werden mussten, weil diese sie nicht mehr fällen konnte.

„Nach einem Gespräch zum Kennenlernen und der Ernennung durch das Amtsgericht auf unseren Vorschlag zum ehrenamtlichen Betreuer hatte Herr Taubert im April 2017 zwei Fälle“, erinnert sich Manger. „Heute sind es acht Fälle“, ergänzt Taubert, der hierfür durch das gesamte Altenburger Land reist – von Altenburg über Lehndorf bis nach Gößnitz. Ab zehn Fällen ist es möglich, das Ehrenamt in eine hauptberufliche Tätigkeit zu wandeln. Genau daran arbeitet der gelernte Handwerker gerade, absolviert in Vollzeit eine Fortbildung in Leipzig, durch die vor allem rechtliches Wissen aus den zwölf Sozialgesetzbüchern und dem Bürgerlichen Gesetzbuch vermittelt wird. In einem halben Jahr – so sein ungefährer Zeitplan – möchte er als Berufsbetreuer arbeiten. Zwei weitere Fälle muss er hierfür vom Amtsgericht bekommen. „Das funktioniert nicht auf Knopfdruck. Denn es geht immer darum, die geeignetste Betreuung für den Betroffenen zu ermitteln. Oftmals – und das sieht man an den Zahlen – bietet das familiäre Umfeld die beste Lösung. Und das ist genau richtig so“, sagt Taubert.

Im Altenburger Land leben aktuell ca. 2.100 Menschen, die auf eine Betreuung angewiesen sind. „Hierfür haben wir 29 Berufsbetreuer, sechs ehrenamtliche und 1.300 Betreuer im familiären bzw. engen sozialen Umfeld der Betroffenen“, so Manger. Wer denkt, dass vorrangig nur ältere Menschen auf diese Unterstützung angewiesen sind, der irrt. Auch im Alter von 18 bis 29 Jahren gibt es knapp 200 Fälle. „Geistige Behinderungen oder psychische Probleme sind meistens die Ursachen“, weiß Manger. „Es ist eine schöne, weil sozial sehr wichtige Aufgabe. Und sie ist sehr abwechslungsreich“, fügt Taubert hinzu. „Denn beispielsweise die Vermögenssorge für einen Mittzwanziger ist eine andere als für eine 90-Jährige.“ Er betreut Menschen im Alter von 20 bis 97 Jahren.
Abhängig von der Lebenssituation des jeweils Betroffenen gehören Wohnungsangelegenheiten; Vertretung gegenüber Ämtern, Behörden, Versicherungen; Renten- und Sozialleistungen; Gesundheitssorge (etwa ob die Operation gemacht werden soll, oder nicht) und Postsachen in das weitere Aufgabenfeld. „Betreuer sind keine Mediziner, sondern Organisatoren“, fasst Taubert zusammen. „Dabei geht es immer darum, den Willen des Betreuten zu ermitteln und umzusetzen.“

„Wir suchen dringend ehrenamtliche Betreuer und auch Berufsbetreuer. Allerdings muss stets erst der Weg über das Ehrenamt gegangenen werden“, erklärt Manger und ergänzt abschließend: „Betreuer werden dann tätig, wenn Betroffene keine Vorsorgevollmacht haben. Sie vertreten gesetzlich Menschen, die krank oder behindert sind und wichtige Entscheidungen im Leben aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation nicht mehr selbst treffen können.“

Tom Kleinfeld

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