Sonnige Aussichten für den Flugplatz
[26.04.2012]
Für 10 Uhr hatte Jürgen Grahmann seine Gäste am 16. April auf den Flugplatz eingeladen. Doch dann geriet der Zeitplan des Geschäftsführers um mehr als ein akademisches Viertel in Verzug. „Der Flugverkehr hat Vorrang“, sagt Grahmann und lässt alle Besucher weiter warten. Erst als der Düsenjet der Lufthansa um 10:17 Uhr auf der Startbahn in östliche Richtung abgehoben hatte, erhielt der vollbesetzte Sonderbus der THÜSAC die Erlaubnis zur Einfahrt in den Sicherheitsbereich. Der zweistrahlige Düsenjet, eine Cessna Citation, landete nur wenige Minuten später wieder auf dem Airport, um gleich danach erneut zu starten. „Das Lufthansa Flight Training Bremen ist gerade da, wie so oft. Im Rahmen der Pilotenausbildung wird der Instrumentenanflug geübt“, erklärt Jürgen Grahmann.
Kleinflugzeuge starten und landen, dazu weitere größere Geschäftsmaschinen, auch Ambulanzflüge sind angemeldet. Die Learjets des Volkswagen-Konzerns treffen in aller Regelmäßigkeit ein, damit die Vorstände von hier aus schnell ins Werk nach Mosel gelangen; auch in dieser Woche. Es ist Betrieb auf dem Regionalflugplatz. Auch, seitdem es keine Linienflüge mehr gibt. Und die Verkehrszahlen des letzten Jahres können sich sehen lassen: 10.705 Flugbewegungen wurden 2011 gezählt, sechs Prozent mehr als im Jahr zuvor.
Landratsamtes und des Flugplatzes, Bürgermeister und natürlich all jene Akteure, die das Vorhaben Photovoltaik monatelang geplant und unterstützt haben. Mit dabei Thomas Kercher, Geschäftsführer der PFALZSOLAR GmbH, Investor und Betreiber der neuen Photovoltaikanlage. Der symbolische Spatenstich soll heute erfolgen für einen der größten Solarparks in Thüringen.
Landrat Sieghardt Rydzewski, die Flugplatz-Geschäftsführer Jürgen Grahmann und Dietmar Harbig sowie PFALZSOLAR-Geschäftsführer Thomas Kercher haben schließlich einige Mühe, ihre Spaten in den harten Boden zu stechen, um so symbolisch den Start für den Bau zu vollziehen. Doch es gelingt. So, wie es auch gelungen ist, den Flugplatz bis heute am Leben zu halten. Auch ohne täglich startende Ryanair-Boeings. „Ich bin froh, dass ich zu keinem Zeitpunk auf jene gehört habe, die mir immer wieder gesagt haben: Mach den Flugplatz endlich zu“, bekennt Sieghardt Rydzewski. „Der Flugplatz ist und bleibt ein ganz wichtiger Standortfaktor für unsere Region. Der Platz wird auch weiterhin offen für den Flugverkehr bleiben; fast 11.000 Starts und Landungen im letzten Jahr sprechen für sich. Und mit der Photovoltaikanlage generiert der Flugplatz nun zunehmend eigene finanzielle Einnahmen und wird in wenigen Jahren keine öffentlichen Zuschüsse mehr brauchen“, so der Landrat weiter.
Neben der PFLALZSOLAR GmbH ist noch ein weiterer Partner in das Geschäft mit der Sonne auf dem Flugplatz eingestiegen. Die im November 2011 neu gegründete Ener-giegenossenschaft Ostthüringen eG mit Sitz in Schmölln, die ihr
erstes Solarprojekt gerade in Rositz abgeschlossen hat, plant derzeit, Photovoltaikanlagen auf den Dachflächen verschiedener Flugplatzgebäude zu installieren. Knapp ein Hektar soll die Gesamtfläche betragen.
Sonnige Aussichten also für den Flugplatz, der im kommenden Jahr seinen hundertsten Geburtstag feiert. Übrigens mit einem großen Flugplatzfest im Sommer 2013, wie Geschäftsführer Jürgen Grahmann schon heute verspricht.
Jana Fuchs