Unternehmensbesuch bei Sunset Solar GmbH & Co.KG

[29.04.2012]

Manches Solarmodul auf hiesigem Dach ist ein Produkt aus dem Altenburger Land

Sonne tut der Seele gut. Und wenn sie scheint, sieht die Welt gleich viel freundlicher aus. Hausbesitzer freut das ganz besonders. Vor allem jene, die eine Photovoltaikanlage auf dem Dach haben. Die Zahl der Solarstromanlagen ist in den letzten Jahren sprunghaft gestiegen. Auch im Altenburger Land. Zwei weitere Großanlagen sind derzeit in der Gemeinde Starkenberg und auf dem Nobitzer Flugplatz im Entstehen. Doch sind es nicht nur die großen Solarparks, die unser Landschaftsbild mehr und mehr bestimmen.

Auch auf den Dächern vieler privater Häuser sind zunehmend Solarmodule montiert. Die meisten Hausbesitzer in unserem Landkreis wissen dabei gar nicht, dass sie mit ihrer kleinen Photovoltaikanlage unter Umständen sogar ein einheimisches Produkt auf dem Dach haben und nicht, wie oft angenommen, eins aus fernöstlicher Produktion. Hergestellt werden solche Solarmodule nämlich auch in Löbichau, in der Sunset Solar GmbH. Landrat Sieghardt Rydzewski und Wolfram Schlegel, Leiter des Fachdienstes Wirtschafts- und Tourismusförderung im Landratsamt, besuchten das Unternehmen vor wenigen Tagen, um sich über dessen aktuelle Entwicklung zu informieren.
Bereits 1979 erfolgte die Gründung der Firma Sunset Energietechnik mit Sitz in Adelsdorf bei Erlangen. Längst hat sich die Firma zu einem branchenführenden Unternehmen entwickelt. Vor zwei Jahren wurde der Produktionsstandort in Löbichau eingerichtet. Um Betriebsleiter Jörg Heuer sind hier derzeit 14 Mitarbeiter im Zwei-Schicht-System beschäftigt. Produziert werden kristalline Solarmodule in zwei verschiedenen Größen, 60 und 72 Zellen.

Und diese sind weniger für die großen Solarkraftwerke bestimmt, sondern vielmehr für den privaten Bereich. „Unser Ziel ist es, ein stabiles mittelständisches Unternehmen zu bleiben und vor allem noch mehr Fuß auf dem deutschen Markt zu fassen“, beschreibt Jörg Heuer die Unternehmensstrategie. Die in Löbichau produzierten Solarmodule, etwa 130 Stück pro Schicht, werden in die Firmenzentrale ins mittelfränkische Adelsdorf geliefert und von hier aus an die Kunden versandt, zu denen neben privatem Klientel auch die in Deutschland bekannten Baumarktketten gehören.
Dennoch: So fest der Löbichauer Solarmodulproduzent derzeit im Sattel sitzt und so solide die Auftragslage auch ist: gänzlich sorgenfrei schauen die Sunset-Mitarbeiter nicht in die Zukunft. „Wir befürchten, dass die im April von der Bundesregierung beschlossene Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) gravierende Folgen haben könnte“, sagt Jörg Heuer. Ab Juli 2012 gibt es für produzierten Solarstrom deutlich weniger Einspeisevergütung. Wie viel genau das ist, hängt von der Größe der Solaranlage ab. „Hoffentlich kommt es in der Solarindustrie nicht zu Mitarbeiterentlassungen oder gar zu Betriebsschließungen“, hofft Heuer, der im März gemeinsam mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nach Berlin gereist war, um am Brandenburger Tor gegen die Sparpläne der Bundesregierung zu protestieren.
Im Moment jedenfalls scheint die Sonne für die Sunset-Mitarbeiter und die Welt sieht recht freundlich aus. Hoffentlich bleibt das noch lange so.

Jana Fuchs

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