Botanischer Erlebnisgarten bietet Entspannung und Erholung im Herzen der Skatstadt

[09.06.2012]

Die Bank unter der großen Hängebuche ist ihr Lieblingsplatz. Hier ist es wunderbar schattig, ein idealer Platz, die Natur ringsherum zu genießen und dem Zwitschern der Vögel zu lauschen. Manchmal hat Käte auch ein Buch dabei. „Ich weiß gar nicht, wie viele Stunden ich hier schon verbracht habe. Aber jedes Mal, wenn ich durch den Botanischen Garten spaziere, entdecke ich wieder etwas Neues und kann mich wunderbar erholen“, lacht die 72-jährige Altenburgerin, die nur ein paar Straßen entfernt wohnt. Käte gehört sozusagen zu den Stammgästen, die regelmäßig hierher kommen. „Ich bin sicher, viele wissen gar nicht, was für ein wunderbares Kleinod das hier ist“, sagt die rüstige Seniorin. Dennoch: Immer mehr Besucher haben in den letzten Jahren den Botanischen Erlebnisgarten in der Altenburger Heinrich-Zille-Straße für sich entdeckt. Und das ist vor allem dem unermüdlichen Engagement des Fördervereins Altenburger Botanischer Erlebnisgarten e. V. zu verdanken.
1928 als Privatgarten eines Altenburger Fabrikanten angelegt, wurde das Areal 1951 auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 2003 schließlich kam das Aus für den Botanischen Garten, den sich die Stadt Altenburg finanziell nicht mehr leisten konnte. „Binnen weniger Jahre war das Gelände komplett verwildert“, erinnert sich Jörg Seifert, heute stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Botanischer Erlebnisgarten. „2005 planten engagierte Mitglieder des Regionalvorstandes Altenburger Land der Kleingärtner e. V. unter aktiver Leitung des Vorsitzenden Dr. Wolfgang Preuß die Wiederbelebung der grünen Oase, ein Jahr später gründete sich unser Verein“, erzählt Seifert weiter. Ein Nutzungsvertrag zwischen dem Förderverein und der Stadt war rasch geschlossen und nach monatelanger harter Arbeit, überwiegend mit ABM-Kräften, gelang im Frühjahr 2006 tatsächlich eine Neueröffnung.

Seitdem hat sich der Botanische Erlebnisgarten im Herzen der Skatstadt mehr und mehr etabliert. Die Besucherzahlen sprechen für sich: „In den letzten drei, vier Jahren waren das in der Saison von Anfang April bis Ende Oktober jeweils um die 8.000 Gäste“, freut sich Jörg Seifert. Nicht nur Einheimische seien das gewesen, sondern auch Gäste aus den benachbarten Landkreisen.
Derzeit können auf dem 8500 Quadratmeter großen Gartengelände, das von einem 1000 Meter langen, originalgetreu erhalten gebliebenem Wegenetz durchzogen wird, rund 2.500 verschiedene Pflanzen weltweiter Herkunft bewundert werden. Neben vielen blühenden Gewächsen wie Rhododendron, Hortensien, Pfingstrosen, Frühblühern und Sommerblumen sind auch solche dabei, die normalerweise fernab unserer Region beheimatet sind: Ginkgobäume, die in Asien gedeihen, Mammutbäume und eine Hemlocktanne, wie sie hauptsächlich in Nordamerika zu finden sind, ein seltener Blauglockenbaum, der ursprünglich aus China kommt. Hinzu kommt eine Sammlung von rund 1.300 teils seltenen Kakteen.

Vom Gartenpavillon aus hat man einen wunderbaren Blick auf den kleinen romantischen, mit blühenden Seerosen überzogenen Goldfischteich und weite Teile des Pflanzenareals. „Wer hier verweilen möchte, kann dies am Wochenende oder nach vorheriger Absprache auch gern bei Kaffee und Kuchen tun“, so Jörg Seifert. Das Konzept des Fördervereins, im Erlebnisgarten die Natur im wahrsten Sinne des Wortes erlebbar zu machen, scheint aufzugehen. Nicht nur an ein kleines Catering für die Besucher ist gedacht, auch der Eventgedanke hat sich in den Köpfen der Fördervereinsmitglieder lange schon festgesetzt. Jedem Wunsch nach Führungen durch den Erlebnisgarten wird entsprochen und jeden letzten Sonntag im Monat gibt es eine spezielle thematische Führung. Zudem finden immer wiederkehrende Veranstaltungen statt, die sich inzwischen großer Beliebtheit erfreuen. Dazu zählen unter anderem die Pilzausstellung, das Sommerkonzert, verschiedene Kakteenvorträge, das Adventsbasteln und die jährliche Beteiligung am Tag des offenen Denkmals.
„Erfreulich ist, dass auch viele Schulklassen den Weg hierher finden“, so Jörg Seifert, „denn mit seiner Pflanzenvielfalt und dem wunderbaren Ambiente bietet der Garten idealen Stoff für den Heimatkunde-, Biologie- und Kunstunterricht.“ Auch wer private oder geschäftliche Events plant, ist im Botanischen Garten willkommen. Strom, Wasser und ein Festzelt für rund 40 Personen stehen zur Verfügung. Wer mag, kann Grillen, aber auch ein Catering kann arrangiert werden.

Also alles bestens, könnte man meinen, wenn da nicht noch die Sache mit den Finanzen wäre. „Unser erstes Ziel ist es, den Garten zu erhalten“, sagt Jörg Seifert. „Ideen für Neues gibt es zur Genüge, doch dafür fehlt uns einfach das nötige Geld. Für jede Spende sind wir dankbar, freuen uns auch über jedes neue Mitglied im Förderverein.“
Das alte, grün angestrichene Kassenhäuschen steht seit Jahrzehnten am Eingang des Botanischen Gartens. Unbesetzt allerdings, sieht man mal von den Vögeln ab, die am Dachgiebel nisten. Aber es gibt hier eine kleine Blechdose - eine Kasse des Vertrauens. Ein Euro ist durchaus angemessen für den Eintritt in den wunderschönen Garten, meinen die Kollegen aus dem Förderverein. Das findet auch Käte, die rüstige Seniorin, die jede Woche in den Botanischen Garten kommt und sich mit ihrem Buch unterm Arm gerade wieder auf den Weg nach Hause macht.

Jana Fuchs
Fachdienstleiterin
Fachdienst Öffentlichkeitsarbeit

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Links
Botanischer Erlebnsigarten Altenburg
Kontaktdaten
Botanischer Erlebnisgarten
Heinrich-Zille-Straße 12
04600 Altenburg
Telefon: 03447 513253
E-Mail: mail@boga-altenburg.de

Geöffnet in der Saison von April bis Oktober: Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen 10 bis 18 Uhr
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