Kindertagespflege familiennah und ganz individuell

[08.06.2021]

Merle und Oskar spielen gern im Sandkasten auf dem Spielplatz am Großen Teich. Merle und Oskar spielen gern im Sandkasten auf dem Spielplatz am Großen Teich. Altenburg. Neben den rund 56 Kitas gibt es im Landkreis derzeit sechs Tagesmuttis. Wie ihre Kollegen in den Kindertagesstätten, kümmern auch sie sich liebevoll um die Jüngsten und sorgen mit viel Einsatz für einen guten Start der Kleinsten ins Leben.

Feste Rituale bei Moni

Es ist Montag früh in Neupoderschau. Wie immer nach dem Wochenende wartet Tagesmutti Simone Krämer mit einem Lächeln an der Wohnungstür auf ihre Tageskinder. „Jedes Kind gleicht einem Sonnenstrahl. Zusammen bilden sie eine Sonne und schenken unserer Welt Licht und Wärme“, schwärmt sie von ihrer Arbeit mit den Kindern, während die fast zweijährige Lisa von ihrem Papa zu „Moni“ gebracht wird.

„Tante Moni wohnt in einem schönen Haus mit großem Garten”, findet die Kleine und umarmt ihren Papa beim Tschüsssagen. „Das Begrüßen und Verabschieden sind wichtige Rituale”, sagt Simone Krämer. Derweil hilft Lisas Freund Theo ihr beim Schuhe ausziehen. Das miteinander und voneinander Lernen sowie die gegenseitige Hilfe unterstützt die Tagesmutti aktiv, denn das sei ein wichtiger Bestandteil im Gruppenalltag.

Die Terrasse zum Spielen lieben die Kinder in Neupoderschau. Die Terrasse zum Spielen lieben die Kinder in Neupoderschau. Gruppen bis zu fünf Kinder

„Kindertagespflege wird im Altenburger Land als eine gleichwertige Alternative zur Betreuung in einer Kita für Kinder unter zwei Jahren angeboten“, erklärt Marion Fischer, Leiterin des Fachbereichs für Jugendarbeit/ Kindertagesbetreuung im Landratsamt. Eine Tagesmutti könne bis zu fünf Kinder, abhängig von der erworbenen Pflegeerlaubnis, in eigenen oder auch angemieteten Räumen betreuen. „Für die Gestaltung des Tagesablaufs und der Räumlichkeiten ist die Tagesmutter selbst verantwortlich“, so Fischer. Eine pädagogische Konzeption sei dabei Arbeitsgrundlage.

Selbstgekochtes bei Kerstin

Bei Kerstin Tobischka in Tegkwitz heißt diese „Hilf mir es selbst zu tun“ nach der Montessori-Pädagogik. Ganz nach diesem Motto decken in ihrem „Mäusenest“ die Mädchen und Jungen den Tisch. Bunte Teller, Tassen und Besteck landen nacheinander auf dem Mini-Tischlein. „Und das Lätzchen nicht vergessen”, erinnert Tagesmutti Kerstin. Für die Kleinen hat Kerstin selbst Reis mit Hühnerfrikassee frisch gekocht. Dies ist eine Besonderheit. Alle anderen Tagesmuttis werden von Catering-Unternehmen beliefert.
Nach dem Essen geht es ins Bad, wo beim Wickeln jedes Kind noch seine individuelle Aufmerksamkeit bekommt. Die kleine Anna schläft danach sofort ein, die anderen Kinder lauschen noch leiser Musik und beobachten die bunten Lichter an der Decke. „Ich liebe diese individuelle und dem Kind zugewandte Arbeit“, erzählt Kerstin Tobischka begeistert.
Kindgerechte Einrichtung ist Standard bei den Tagesmüttern. Kindgerechte Einrichtung ist Standard bei den Tagesmüttern. Olga singt gern zum Schlafen

Ein paar Kilometer weiter in Meuselwitz sitzen bei Tagesmutti Olga Zornemann die drei Kinder noch am kleinen Tisch in der Küche der Familie und lassen es sich in aller Ruhe schmecken. „Besonders liegen mir Rituale am Herzen, wie zum Beispiel vor dem Schlafen eine Geschichte vorlesen und ein Lied vorsingen“, schildert Olga Zornemann. Viel Wert legt sie außerdem auch auf gemeinsames Musizieren und Entdecken der Natur. Darüber hinaus gehören Kontakte zu anderen Kindereinrichtungen und der Besuch der Spielplätze in der Schnauderstadt bei ihr zum Tagesablauf.

Eltern schätzen emotionale Nähe

„Eingehen auf die individuellen Bedürfnisse von Kind und Eltern, flexible Betreuungszeiten sowie die Betreuung in einer kleinen, überschaubaren Gruppe, sind für Mütter und Väter oft entscheidend für die Wahl einer Tagespflegestelle“, weiß Fischer. Ein weiterer positiver Aspekt seien die engen Beziehungen. „Die Kindertagespflege ist auf Grund ihrer Rahmenbedingungen bindungsbezogen, kindorientiert und daher besonders geeignet, für den ersten Übergang vom Elternhaus in eine fremde Umgebung“, sagt die Fachdienstleiterin.

Peter, Leana und  Erwin genießen das Spielen im Garten. Peter, Leana und Erwin genießen das Spielen im Garten. Mit dem Viersitzer in den Zoo

In Altenburg, in der Nähe des großen Teiches, ist Simone Lehmann mit ihren vier Tagespflegekindern gerade unterwegs zum Inselzoo. Für solche Spaziergänge hat sie sich extra einen Viersitzer-Kinderwagen besorgt. „Die zentrale Lage zur Stadt, dem Inselzoo, dem Großen Teich, dem Stadtwald und dem Schlosspark bietet jede Menge Abwechslung“, plaudert sie auf dem Weg zu den Tiergehegen. Das ermögliche bei fast jedem Wetter viel Bewegung an der frischen Luft.

Ines Massow ist das Urgestein

Auf dem Altenburger Marktplatz schiebt Ines Massow ein ähnliches Gefährt. Sie ist das Urgestein der Tagesmütter in der Stadt. Über den Job als privates Kindermädchen hat sie 2006 zu ihrem heutigen Beruf gefunden. Die Kinder in ihrer Entwicklung zu begleiten und sie bei ihrer Bildung zu unterstützen, ist der qualifizierten Kindertagespflegerin besonders wichtig. „Dazu gehören für mich die sprachliche sowie die motorische und gesundheitliche Bildung. Auch die kreativen Fähigkeiten können mit Hilfe der Musik und künstlerisch gestaltender Bildungsprozesse gefördert werden“, beschreibt Ines Massow ihre langjährige Arbeitsweise.
Kindgerecht zum Wohlfühlen

Eine Qualifizierung kann Kindertagespflegeperson Ute Rosenkranz wie alle Tagesmuttis natürlich auch vorweisen. Gerade spielt sie mit ihrer Gruppe auf dem bunten Spielteppich mit der Eisenbahn. Darauf hat Marie keine Lust. Sie liegt in der Kuschelecke und ruht sich aus. „So ein Tag mit gemeinsamen Spielen kann ganz schön anstrengend sein“, meint Ute Rosenkranz schmunzelnd. In ihren extra angemieteten Räumlichkeiten in Altenburg steht den Kindern eine gesamte Wohneinheit mit Bad, Küche, Spielzimmer, Spielflur und großem Schlafraum zur Verfügung. Die Zimmer sind kinderfreundlich eingerichtet und bieten viele Möglichkeiten für gemeinsame Betätigung.
„Ganz wichtig ist mir eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern“, betont Ute Rosenkranz. Denn die Mütter und Väter kennen ihr Kind am besten und wissen, womit es sich wohlfühlt. Und dass sich die Kinder wohlfühlen, liegt allen Tagesmuttis in erster Linie am Herzen.

Noch freie Plätze ab August

Momentan seien ab August 2021 noch einzelne Betreuungsplätze in der Kindertagespflege frei, informiert Marion Fischer. Außerdem werden für das gesamte Kreisgebiet immer Kindertagespflegepersonen gesucht. „Es ist ein Tätigkeitsfeld mit guten Zukunftsaussichten, da viele Eltern ein familiennahes und individuelles Betreuungsumfeld wünschen, wo sie ihre Kinder gut betreut und versorgt wissen“, erläutert Fischer und ruft Interessierte auf, sich zu bewerben. Notwendig ist eine Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher oder eine Qualifizierung als Kindertagespflegeperson.


Kontakt:
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Fachdienst Jugendarbeit/
Kindertagesbetreuung
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Tel: 03447 586-527
E-Mail: jugendarbeit.kita@altenburgerland.de

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