Große Inventur der Alleen im Landkreis

[09.06.2021]

Alleen genießen im Freistaat Thüringen besonderen Schutz. Alleen genießen im Freistaat Thüringen besonderen Schutz. Altenburg. Gerade jetzt zur Zeit der Baumblüte sehen Alleen besonders attraktiv aus. Seit einigen 100 Jahren sind die wunderschönen von Baumreihen gesäumten Straßen beliebt und prägen vielerorts die Landschaft. Damit das auch in Zukunft nicht nur im Kreis so bleibt, genießen in Thüringen Alleen einen besonderen Schutz.

„Voraussetzung, um Alleen schützen zu können, ist natürlich zu wissen wo im Landkreis Alleen sind und in welchem Zustand“, erläutert Birgit Seiler, Leiterin des Fachdienstes Natur- und Umweltschutz des Landkreises. Seit 2019 ist es gemäß dem Naturschutzgesetz des Freistaates verboten, Alleen zu beseitigen beziehungsweise diese so zu verändern, dass der Allee-Charakter verlorengeht.

Mit der Alleen-Inventur ist momentan Lukas Baumgärtel betraut. „Eine Straße mit Bäumen ist aber nicht gleich eine Allee im Sinn des Gesetzes“, sagt der 21-Jährige, der an der Hochschule Anhalt Architektur und Umweltplanung studiert. Die Bäume müssten hauptsächlich einer Art angehören, in regelmäßigen Abständen beiderseits der Wege stehen und etwa im gleichen Alter sein, erklärt er auf dem Weg Richtung Waltersdorf.
Alleen wie die nach Waltersdorf erfasst derzeit Lukas Baumgärtel im Auftrag des Landratsamtes. Alleen wie die nach Waltersdorf erfasst derzeit Lukas Baumgärtel im Auftrag des Landratsamtes. Entlang der Zufahrtsstraße in den kleinen Meuselwitzer Ortsteil stehen teilweise Kirschbäume. „Das ist eine alte Allee in einem eher schlechten Zustand, viele Bäume fehlen schon und etliche sind krank“, schätzt der junge Mann aus Regis-Breitingen ein. Er schlingt sein Maßband um einen Stamm. Rund 70 Zentimeter misst der Durchmesser dieser stattlichen Kirsche. Baumgärtel, der gerade sein halbjähriges Pflichtpraktikum im Landratsamt des Altenburger Landes absolviert, nimmt das Tablet zur Hand und trägt die Daten ein – Standort, Baumart, Stammumfang und er notiert, dass der Baum bereits durch einen Pilz geschädigt ist.

„Das ewige Leben hat er dadurch nicht mehr“, bedauert er ein wenig, während sein Dienstwagen gen Großröda rollt. Seit April ist er im Umweltamt mit dem Erheben der Datenbasis befasst. Insgesamt gebe es wohl circa 80 Kilometer Alleen im Landkreis, haben ihm die Kollegen gesagt. „Wie viel genau, weiß aber keiner, das wird ein Ergebnis meiner Arbeit sein.“ Diese ging mit dem Studium von Satellitenbildern los, um wenigstens ungefähr herauszubekommen, wo es im Landkreis Alleen gibt. „Ich entdecke aber beim Fahren immer wieder neue und bin über Hinweise dankbar.“ Denn viele gerade alte Alleen seien heute Feld- und landwirtschaftliche Wege, die erst einmal gefunden werden müssten.

Die Kastanienallee nach Großröda wurde erst in den 90er-Jahren angelegt und ist in Top-Zustand. Die Kastanienallee nach Großröda wurde erst in den 90er-Jahren angelegt und ist in Top-Zustand. Alleen seien nicht zwangsläufig alt, sagt der Student kurz vor Großröda. Die Kastanienallee, herunter zum Starkenberger Ortsteil wurde erst in den 90er-Jahren angelegt und ist ein Musterbeispiel für eine Allee im Top- Zustand. „Die Alleen zu schützen ist sehr sinnvoll“, meint Baumgärtel. Sie tragen als beliebter Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen zur Biodiversität bei und seien eben ein prägendes Element unserer Landschaft.

Dem kann seine momentane Chefin Birgit Seiler nur zustimmen. „Wir gehören zu den ersten Landkreisen, die eine Bestandsaufnahme der Alleen durchführen“, so Seiler. Für die Fachfrau aus der Umweltbehörde ist der strenge Alleen-Schutz der richtige Weg. „Nicht wenige Alleen sind im Zuge der Straßenverbreiterungen nach der Wende verschwunden. Dass dies jetzt nicht mehr so einfach möglich ist, finde ich richtig”, so Seiler. Doch das bedeute für die Landratsämter auch einen deutlichen Mehraufwand bei Personal und Sachkosten. „Jetzt beim Erheben der Daten aber später beim Umsetzen der Prämissen sowie beim Bearbeiten von Bauanträgen.“ Die finanzielle Basis dieses Mehraufwandes sei aber vom Land nicht geschaffen worden, kritisiert Seiler.

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