Ein Stück Normalität ist zurück

[11.07.2021]

Stephanie Kretzschmer und Jana Mortag kümmern sich mit Emma (v.l.) um die Hochbeete am East Side. Stephanie Kretzschmer und Jana Mortag kümmern sich mit Emma (v.l.) um die Hochbeete am East Side. Altenburg. „Hier ist noch eine“, sagt Stephanie Kretzschmer und reicht Emma eine frisch gepflückte Zuckerschote. „Hmm lecker“, meint die Grundschülerin und freut sich über die Nascherei, die in einem Hochbeet am Kinder- und Jugendtreff East Side gerade reift. Seit Kurzem ist in die Offene Jugendarbeit in Altenburg Süd-Ost wie auch in den anderen fünf Einrichtungen dieser Art im Landkreis wieder ein Stück Normalität eingekehrt.

„Das war ganz wichtig“, betont East Side-Chefin Stephanie Kretzschmer. Die Monate mit den Lockdown-Phasen seien für die Heranwachsenden sehr problematisch gewesen, pflichtet ihr Jana Mortag bei. Sie ist als Jugendsozialarbeiterin vor allem mobil unterwegs und sucht unter anderem „szeneübliche“ Treffpunkte auf. Darüber hinaus arbeitet sie mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen in schwierigen Lebenssituationen.

Problemlagen und Krisen haben sich unter den Bedingungen der Kontaktbeschränkung weiter verschärft, berichten beide stellvertretend für die 22 Jugendarbeiter, die im Auftrag des Altenburger Landes unter dem Dach freier Träger tätig sind. Die Liste der Probleme und Sorgen der Heranwachsenden sei lang gewesen. Vielen Mädchen und Jungen fiel oft das Lernen im Homeschooling und das Erledigen von Hausaufgaben ohne den gewohnten Rahmen schwer. Junge Erwachsene kamen derweil schlecht mit eingeschränkt zugänglichen Behörden klar.

„Ämtergänge sind schon unter normalen Bedingungen für unsere Jugendlichen eine Herausforderung. Wenn dann der persönliche Kontakt wegbricht, wird es noch komplizierter“, weiß Jana Mortag. Dabei denkt sie an Jugendliche, die in den vergangenen Wochen deshalb in finanzielle Not mit existenziellen Folgen gerieten. Dazu kamen die fehlenden Kontakte zu Gleichaltrigen sowie Konfliktsituationen zu Hause, wo Ausgangsbeschränkungen, Homeoffice und Homeschooling koordiniert werden mussten.

„Altersgruppenunabhängig haben auch Zukunftsängste unter den Heranwachsenden in der Pandemie zugenommen“, ergänzt Sebastian Hübsch und setzt sich zu Streetworkerin und East-Side-Chefin, während wieder wie üblich ab 14 Uhr nach und nach Mädchen und Jungen im Kinder- und Jugendtreff ankommen. Hübsch ist als Fachberater für die Jugendarbeit im Landkreis zuständig. „In Krisenzeiten verschärfen sich auch soziale Notlagen“, erklärt er. Eine Erfahrung, die in den vergangenen Monaten praktisch alle gemacht hätten, die in der Jugendarbeit tätig sind, so der Landratsamtsmitarbeiter weiter.

„Und zugleich war es für uns schwer, den Kontakt zu den Jugendlichen nicht zu verlieren. Einrichtungen wie das East Side waren nur eingeschränkt zugänglich und auf der Straße durften sich die jungen Leute auch nicht treffen“, schildert Mortag. Was unterm Strich aber nicht zu weniger Arbeit geführt hat. „Eher zu mehr“, schätzt Kretzschmer ein, die in ihrem Haus mit Fünfergruppen jeweils zwei Stunden arbeiten konnte, während Mortag aufwendig Notlagen wie Obdachlosigkeit junger Erwachsener verhindern musste.

„Die Corona-Pandemie hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig Jugendarbeit für Heranwachsende ist“, betont Hübsch. Zum Glück kam die Jugendarbeit mobil und in den Einrichtungen während des zweiten Lockdown nicht komplett zum Stillstand. Der Landkreis und das Land Thüringen haben trotz Pandemie persönliche Angebote weiterhin ermöglicht.

Ausflüge, Lagerfeuer, baden gehen – Langeweile gibt’s keine in den Ferien

Es wird lecker und nass, wild und bunt, mal mit Krach und mal ganz leise, aber immer mit guter Laune und netten Menschen. Das versprechen die Mitarbeiter der Jugendarbeit für die Sommerferien. Für die schulfreie Zeit haben sie in den Kinder- und Jugendtreffs des Kreises ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet.

So stehen im Kinder- und Jugendtreff „Abstellgleis“ in der Otto-Dix-Straße in Altenburg Action und Ausflüge an. Unter anderem sind ein Besuch im Freizeitpark Belantis und beim Lasertag in Leipzig geplant. Es geht zum Schwimmen ins Riff nach Bad Lausick. Außerdem fangen die Proben der Sambagruppe Como Vento wieder an. Und natürlich werden auch Grillen und Lagerfeuer nicht fehlen.

Darauf müssen auch die Besucher des East Side in Altenburgs Platanenstraße nicht verzichten. Zu den Highlights gehören auch hier Ausflüge zum Beispiel zum Minigolf nach Vollmershain oder zum Paddeln nach Leipzig. Und es sind sportliche Turniere sowie ein großes Ferienabschlussfest vorgesehen. Eine Nachtwanderung und eine Radtour wird es auch geben.

Die Jugendarbeit im Raum Meuselwitz, Lucka, VG Rositz und VG Pleißenaue hat sich vorgenommen, die Außenanlage des Schüler-Jugend-Freizeitzentrums Meuselwitz zur Chill-out-Area mit Graffitiwand umzugestalten. Ferner können sich die Mädchen und Jungen auf ein Filmprojekt zum Thema „Jugendliche und Corona“ sowie auf Ausflüge freuen.

Auf dem Ferienprogramm des Freizeitzentrums theBASE in Schmölln stehen beispielsweise eine ZockerNacht, ein Kicker-und das BigBASE- Camp. Kreativ wird es dann bei der Schreibwerkstatt mit dem Theater und Podcastaufnahme sowie im Aquarellmalkurs mit Ulrike Rochlitzer. Ausflüge, baden gehen und Grillen gibt es selbstverständlich auch in Schmölln.

Unter www.netzwerkstelle-altenburgerland.de wird das Programm mit allen Terminen und Uhrzeiten veröffentlicht und aktualisiert.

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