Schweizerin Pia Fries mit „Gerhard-Altenbourg-Preis“ geehrt

[29.11.2017]

Altenburg. Mitte November wurde die Schweizerin Pia Fries im Lindenau-Museum mit dem Gerhard-Altenbourg-Preis 2017 geehrt. Erstmals in der Geschichte des seit 1998 zum zehnten Mal vergebenen Preises wird eine Künstlerin für ihr beeindruckendes Schaffen gewürdigt.

Künstlerin Pia Fries nimmt die Glückwünsche von Dr. Thomas Wurzel (l.), Geschäftsführer der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, und Bernd Wannenwetsch, Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse Altenburger Land, entgegen. (Taubert) „Pia Fries ist eine unverwechselbare Malerin, die Farben aus der Leinwand herauslockt und ins Dreidimensionale formt“, so Museumsdirektor Dr. Roland Krischke, der Vorsitzender des Kuratoriums für die Vergabe des Gerhard-Altenbourg-Preises ist. „Ihre Farben sind voller Energien, die sich ständig wandeln und neu verbinden. Auf ihren furiosen Bildern kann man einen Prozess unablässiger Schöpfung und Metamorphose erleben. Das ist die schönste Parabel auf das Leben, die sich denken lässt.“

Die 1955 in Beromünster im Kanton Luzern geborene Schweizerin lebt und arbeitet in Düsseldorf und München. Nach einem Studium an der Kunstgewerbeschule Luzern (1977 bis 1980) wechselte sie an die Kunstakademie Düsseldorf. Dort studierte sie von 1980 bis 1986 Malerei und schloss als Meisterschülerin bei Gerhard Richter ab. Es folgten ein Lehrauftrag an der Kunstakademie Düsseldorf und Professuren an der Kunstakademie Karlsruhe sowie an der Universität der Künste Berlin. Seit Februar 2014 hat Pia Fries eine Professur für Malerei und Grafik an der Akademie der Bildenden Künste München inne. Ihre Werke sind in namhaften nationalen und internationalen Sammlungen vertreten. Sie wurde vielfach mit Preisen ausgezeichnet. In Altenburg präsentiert Pia Fries neben neuen Arbeiten Werkgruppen aus den letzten drei Jahrzehnten – darunter eine Bilderserie, die in Auseinandersetzung mit Maria Sibylla Merian entstanden ist. Über Siebdrucke mit Fragmenten aus Merians Bildern setzt die Künstlerin ihre mannigfaltigen Farben und vegetabilen Formen – ein Verfahren, das auch in einer anderen Werkgruppe zu Hendrick Goltzius’ berühmten „Himmelsstürmern“ Anwendung fand, die ebenfalls zu sehen ist. Einen besonderen Schwerpunkt bilden die Arbeiten auf Papier, die in ihrer ganzen Breite präsentiert werden.

Seit 1998 vergibt das vom Lindenau-Museum Altenburg berufene Kuratorium den Gerhard-Altenbourg-Preis, der gegenwärtig mit 50.000 Euro dotiert ist und der wichtigste Kunstpreis des Freistaates Thüringen ist. Gestiftet wurde er in Erinnerung an den gleichnamigen großen Altenburger Zeichner und Grafiker, der von 1926 bis 1989 lebte und zu den herausragenden Künstlern der Nachkriegszeit in Deutschland gehörte. Das Preisgeld bedenkt den Künstler, umfasst darüber hinaus eine Ausstellung im Lindenau-Museum und eine ausstellungsbegleitende Publikation. Gefördert wird der Preis von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, der Sparkasse Altenburger Land und vom Freistaat Thüringen. Deren Bekenntnis zum Lindenau-Museum Altenburg als herausragende Kulturinstitution in Thüringen wird mit der kontinuierlichen Finanzierung dieses Preises seit 1998 dokumentiert.

Das Museum nimmt die zehnte Preisvergabe zum Anlass, auf die bisherigen Preisträger und ihre Ausstellungen in Altenburg zurückzublicken. Von den erkenntnistheoretischen Collagen Carlfriedrich Claus‘, dem Existenzialismus Roman Opalkas bis zu der Geschichte und Mythos beschwörenden Bildsprache Cy Twomblys: Stets wurden Künstler geehrt, die sich sichtbar mit Philosophie, Literatur, Kunst und Natur auseinandersetzten und einer reflektierten Verbindung von Geschichte und Gegenwart nachgingen. Ob in der Malerei Walter Libudas und Lothar Böhmes, in den Installationen Olaf Holzapfels und Micha Ullmanns oder den so poetischen wie philosophischen Bildwelten von Markus Raetz und Michael Morgner: Seit nunmehr zwei Jahrzehnten macht der Gerhard-Altenbourg-Preis auf Kunst aufmerksam, die sich in ihrer bedingungslosen Unabhängigkeit behauptet.

Autoren: Tom Kleinfeld, Lindenau-Museum

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