Projektkulisse ländlicher Raum – hier entsteht etwas

[19.12.2017]

Landkreis. Für den ländlichen Raum gibt es viele Fördermittel, die von lokalen Akteuren abgerufen werden können. Zwei der größten Töpfe sind die ELER- und LEADER-Mittel, die von der Europäischen Union bereitgestellt werden und auch in das Altenburger Land fließen. Das Land stellt ebenfalls regelmäßig Fördermittel bereit. Dass im Landkreis vor allem mit sehr viel ehrenamtlichem Engagement versucht wird, Großes auf die Beine zu stellen, davon konnte sich Dr. Martha Doehler-Bezhadi in ihrer Funktion als Geschäftsführerin der Internationalen Bauausstellung (IBA) Thüringen GmbH vor drei Jahren überzeugen, als Sie nach potentiellen Bewerbern für die IBA 2023 suchte. Damals schaffte es kein Projekt aus dem Altenburger Land in die Auswahl als Kandidat für die Architektur- und Städtebauausstellung. Die meisten Akteure blieben dennoch fest entschlossen, ihr Projekt umzusetzen. Das sind die Arbeitsstände von ausgewählten Vorhaben:

Fahren hier schon bald Radfahrer? Das Viadukt im Wieratal bei Frohnsdorf Viaduktradweg Altenburger Land
Die Vereine Viaduktradweg, Naturforschende Gesellschaft Altenburg und die NABU-Siftung haben sich das Ziel gesetzt, auf einem 16 Kilometer langen Teilstück der ehemaligen Bahnstrecke von Nobitz nach Narsdorf einen in Deutschland und Europa einmaligen Rad- und Wanderweg zu realisieren. Dieser führt über 100 Jahre alte wunderschöne Viadukte, die bis zu 18 Meter hoch und bis zu 330 Meter lang sind. 2016 wurden die Bahndammflächen käuflich erworben, die Viadukte von der Bahn gepachtet. Ein bundesweites Spendenmailing durch die NABU-Stiftung für den Flächenerwerb brachte 24.000 Euro. Die Stiftung Naturschutz Thüringen und die Sparkassenstiftung Altenburger Land förderten den Erwerb. Im Sommer dieses Jahres wurde eine Fördervoranfrage beim Wirtschaftsministerium für Mittel aus dem Radwegebau gestellt. Der Förderumfang könnte bis zu zwei Millionen Euro betragen.

Gesundheitsbahnhof Nöbdenitz
Die Idee, die historische Bausubstanz des einstigen Bahnhofsgebäudes zu erhalten, hier Gesundheitsberufe anzusiedeln und so die soziale Infrastruktur vor Ort zu stärken, ist schon weit gediehen. Das Grundstück ist im Besitz der Gemeinde, momentan befindet sich der Bau in der Planungsphase, erste Bagger können im Idealfall schon im kommenden Jahr rollen. Schon jetzt ist die Immobilie sehr gefragt, es gibt mehr Interessenten als Platz. Die Pläne von Bürgermeister und Projektkoordinator André Gampe sehen vor, eine Apotheke, einen Zahnarzt und eine Physiotherapie anzusiedeln.

Ev.-luth. Kirchgemeinde Nöbdenitz
Ziel der 230 Mitglieder zählenden Kirchgemeinde ist es, die drei Kirchen in Posterstein, Nöbdenitz und Lohma sowie den Nöbdenitzer Pfarrhof auch neben religiösen Veranstaltungen zu nutzen. Von 2012 bis 2014 ist so die Kultur- und Bildungswerkstatt auf dem Pfarrhof entstanden, auch eine offene Scheune bietet Platz für Veranstaltungen. Der Dorfbackofen, der nach Anmeldung genutzt werden kann, ist ein weiteres Schmankerl auf dem Pfarrhof. Bis 2015 wurde die Kirche in Lohma restauriert, weitere Sanierungen stehen an. Sie wird mittlerweile als Atelierkirche genutzt, ist zudem an das überregionale Radwegenetz angebunden. Nach einem Van­da­lismusschaden soll die Nöbdenitzer Kirche im kommenden Jahr zu einer Theaterkirche umgebaut werden. Auch sie ist an das Radwegenetz angeschlossen. Die dritte im Bunde ist die Postersteiner Kirche. Bei ihr fanden die lokalen Akteure ebenfalls einen neuen „Dreh“, setzen erfolgreich auf spirituellen Toruismus. Dabei dient vor allem die religiöse Symbolik des aufwendigen Schnitzwerkes als Grundlage. Ihre Vorhaben finanziert die Kirche durch einen Pool an Stiftungsgeldern, landeskirchlichen Mitteln, Förderprogrammen, Lotto-Mitteln und privaten Spenden.

Entwicklung des Postersteiner Burgbergs
Der Burgberg in Posterstein soll zu einem Zentrum für Wohnen, Arbeit, Natur und Kultur werden. In einer Machbarkeitsstudie wurden unter dem Titel „Gemeinsam nicht einsam – neues Leben auf dem Lande“ insgesamt acht Teilprojekte herausgearbeitet. Dazu gehören u. a. gemeinschaftliches Wohnen, der Nordflügel der Burg für touristisches Informationen und Kultur, ein Carsharingprojekt, Ferienwohnungen, eine Regioküche mit Café oder eine Hausbrauerei. Inzwischen ist die Sanierung des Herrenhauses durch Mittel der Dorferneuerung, des Landwirtschaftsministeriums und LEADER fortgeschritten. Zahlreiche Anfragen von Mietern liegen bereits vor.

Spatenstich in der Sonnenscheune Plottendorf Sonnenscheune Plottendorf
Die Hofgut Erler GbR – das sind Siegfried, Axel und Michael Erler – baut derzeit die brachliegende Scheune ihres denkmalgeschützten Vierseithofes in Plottendorf in ein energieautarkes Wohnhaus um. Spatenstich war Ende des vergangenen Jahres, im Sommer 2019 soll alles fertig sein. Auf der 400 Quadratmeter großen Dachseite der Scheune soll beispielsweise durch Sonnenkraft Strom gewonnen werden. Beim Bau werden vorwiegend nachhaltige und ökologische Baustoffe wie Holz und Lehm eingesetzt. Der Freistaat und die EU beteiligen sich an diesem Projekt im Rahmen der ELER-Förderung.

Das Lindenau-Museum Altenburg – vom 19. ins 21. Jahrhundert
Das Lindenau-Museum, ein national bedeutsamer kultureller Leuchtturm, hat einen enormen Sanierungsbedarf. Es fehlen u. a. Aufzug, Klimatechnik, zeitgemäße sanitäre Anlagen, angemessene Flächen für Depots, Werkstätten und Mitarbeiterbüros sowie größere Ausstellungsflächen. Museums­direk­tor­ Dr. Roland Krischke hat im Sommer dieses Jahres eine Neukonzeption für das Haus an der Gabelentzstraße vorgestellt, nach der das Lindenau-Museum grundlegend saniert und der im Besitz der Stadt befindliche Herzogliche Marstall für Depots, Werkstätten (gemeinsam mit dem Schloss- und Kulturbetrieb) und Büros hergerichtet werden soll. Der Freistaat Thüringen hat im Haushaltsplanentwurf 2018/19 nun zehn Millionen Euro bereitgestellt, mit denen das Museum saniert werden kann – der Startschuss für eine Maßnahme, die für den Kulturtourismus im Altenburger Land von enormer Bedeutung sein wird.

Bildungs- und Begegnungsstätte – Bockwindmühle Lumpzig
Eingebettet in das Areal um die Bockwindmühle Lumpzig, die letzte erhaltende Windmühle im Landkreis, und die Kulturscheune entstehen in der nächsten Zeit eine Vielzahl von Bildungsangeboten. Vor allem die Themen „Entstehung und Herkunft der Grundnahrungsmittel Brot und Käse“ und „Herstellung regionaler Spezialitäten, wie Ziegen- oder Milbenkäse“ sollen für Schulklassen, Familien und Touristen erlebnisnah aufbereitet werden, um über das alte Handwerk und die Tradition zu informieren.


Tom Kleinfeld
Öffentlichkeitsarbeit

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