Newcastle-Krankheit in Belgien und Luxemburg ausgebrochen: Impfpflicht für Hühner und Puten

[15.09.2018]

Durch die Weltorganisation für Tiergesundheit (World Organisation for Animal Health - OIE) ist am 5. Juli das Auftreten der Newcastle-Krankheit (ND), einer Geflügelkrankheit mit hoher Sterblichkeitsrate, in Belgien gemeldet worden. Bisher sind 13 Ausbrüche (11 in Hobby-/Hinterhofhaltungen und zwei in kommerziellen Haltungen) bekannt geworden. Mittlerweile ist auch Luxemburg betroffen. Zuvor gab es im Frühjahr bereits in Tschechien einen ND-Ausbruch.

Deshalb weist das Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie auf zwei gesetzliche Vorgaben zur Tierseuchenprävention hin:

Besitzer von Hühnern oder Truthühnern (Puten) haben nach den Vorschriften der Geflügelpest-Verordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 20. Dezember 2005 (BGBL. I S. 3538) alle Hühner und Puten gegen die Newcastle-Krankheit impfen zu lassen. Dies gilt auch für jede private Hobby- und Kleinsthaltung.

Da Impfstoffe gegen ND nur eine begrenzte Wirksamkeitsdauer haben, ist die Impfung entsprechend der Herstellerangaben wiederholt durchzuführen. Eine einmalige Impfung ist nicht ausreichend. Zum Schutz der gehaltenen Hühner und Puten und Aufrechterhaltung der Immunität gegen eine Infektion mit dem ND-Virus müssen die Wiederholungsimpfungen unbedingt durchgeführt werden.
Darüber hinaus ist gemäß § 26 der Viehverkehrsverordnung jede Haltung von Geflügel und anderen Tieren generell bei der zuständigen Behörde anzuzeigen. In Thüringen sind dies die Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämter.

Hintergrund:
Die Newcastle-Krankheit (ND) ist eine Allgemeinerkrankung des Geflügels. In Abhängigkeit von der Virulenz des Erregers, der Tierart und dem Alter der Tiere kommt es zu mehr oder weniger ausgeprägten Schädigungen des Atmungstraktes, Nervensystems und des Magen-Darm-Traktes. Bei Legetieren tritt immer Leistungsabfall ein. Eine Sterblichkeitsrate bis 90 Prozent ist möglich.
Verursacht wird diese Erkrankung durch das hochansteckende Newcastle-Disease-Virus, für das hauptsächlich Hühner und Truthühner empfänglich sind, aber gelegentlich erkranken auch Tauben, Gänse, Enten, Fasane, Rebhühner, Wachteln, Strauße sowie andere Zier- und Wildvögel.
Die Symptome ähneln denen der Geflügelpest, die Newcastle-Krankheit wird deshalb auch als atypische Geflügelpest bezeichnet. Typische Symptome sind Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, hohes Fieber, wässriger Durchfall, Legeleistungsabnahme und dünnschalige Eier, Atemnot, Schleim auf Augen und Schnabel sowie Durchblutungsstörungen (Kammschwarzfärbung). Eine Infektion mit dem ND-Virus breitet sich schnell im Bestand aus, innerhalb weniger Tage folgt eine hohe Sterblichkeit.
Werden solche Krankheitsanzeichen bei Geflügel beobachtet, ist in jedem Fall – auch mit Blick auf die klassische Geflügelpest – ein Tierarzt oder das zuständige Veterinäramt zu Rate zu ziehen.
Ein Ausbruch von ND ist mit starkem Leid und vielen Todesfällen bei den betroffenen Tieren verbunden. Dies zu verhindern muss im Interesse jeder Halterin und jedes Halters von Geflügel liegen.
Die regelmäßige Durchführung der prophylaktischen Impfung gegen die Newcastle-Krankheit ist die wichtigste und beste Schutzmaßnahme, auch hinsichtlich der einem Seuchengeschehen folgenden Restriktionen und wirtschaftlichen Verlusten.

im Auftrag

Matthias Thurau
Leiter Fachdienst Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung

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