Das Gesundheitsamt informiert: Impfung ist der beste Schutz gegen die Grippe

[08.10.2018]

Landkreis. Wenn im Herbst die Tage wieder kürzer, kälter und regnerischer werden, beginnt die Grippezeit. Anders als bei meist harmlos verlaufenden Erkältungen kann eine Grippe für den Menschen zur echten Gefahr werden.

Die Grippewelle der Saison 2017/2018 begann Anfang Oktober und erreichte von Mitte Februar bis Mitte März ihren Höhepunkt. Nach Einschätzung der Arbeitsgemeinschaft Influenza des Robert Koch-Instituts war die Grippewelle im zurückliegenden Winter außergewöhnlich schwer. Insgesamt sind in Deutschland 333.656 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle mit Angabe zum nachgewiesenen Erreger erfasst worden. 1.674 Menschen starben an der Grippe. Im Gegensatz zu anderen Erkrankungen wird Influenza auf dem Totenschein häufig nicht als Todesursache eingetragen, selbst wenn im Krankheitsverlauf eine Influenza labordiagnostisch bestätigt wurde und wesentlich zum Tod beigetragen hat. Die Zahl der an Grippe Verstorbenen könnte demzufolge sogar noch höher sein. Im Landkreis Altenburger Land wurden in der zurückliegenden Saison 895 labordiagnostisch bestätigte Influenzaerkrankungen gemeldet; drei Patienten verstarben.

Die wichtigste und kosteneffektivste Präventionsmaßnahme gegen eine Influenzaerkrankung stellt die Impfung dar, die jährlich vorzugsweise in den Monaten Oktober und November beim Hausarzt durchgeführt werden sollte. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt in dieser Grippesaison die Anwendung eines Vierfach-Impfstoffes, der in ausreichender Menge zur Verfügung stehen wird und deren Kosten in der Regel von den Krankenkassen getragen werden. Einen Dreifach-Impfstoff wie im letzten Jahr gibt es in dieser Grippesaison nicht.

Bei den Injektions-Impfstoffen handelt es sich um inaktivierte Impfstoffe, die ab dem Alter von 6 Monaten (je nach Präparat teilweise erst bei älteren Kindern) ohne obere Altersgrenze zugelassen sind. Kinder und Jugendliche im Alter von 2 bis 17 Jahren können alternativ mit einem abgeschwächten, nicht krank machende Viren enthaltenden Influenza-Lebendimpfstoff geimpft werden, der als Nasenspray verabreicht wird.

Der Impfstoff ist in der Regel gut verträglich. In Folge der natürlichen Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff kann es vorübergehend zu leichten Schmerzen, Rötung und Schwellung an der Impfstelle kommen. Gelegentlich treten vorübergehend Allgemeinsymptome wie bei einer Erkältung auf. Diese Beschwerden klingen innerhalb von ein bis zwei Tagen folgenlos ab. Schwerwiegende Nebenwirkungen wie Ausschläge oder eine allergische Sofortreaktion treten nur in sehr seltenen Fällen auf. Bei einer schweren Allergie gegen Hühnereiweiß darf mit den üblichen Influenzaimpfstoffen nicht geimpft werden. Der Impfschutz ist bereits nach etwa 10 bis 14 Tagen aufgebaut.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Grippeimpfung für folgende Personengruppen:
- alle Personen ab 60 Jahren
- Personen ab 6 Monate mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens, u. a. chronische Krankheiten der Atmungsorgane, Herz- oder Kreislaufkrankheiten, Leber- oder Nierenkrankheiten, Diabetes mellitus oder andere Stoffwechselkrankheiten, chronische neurologische Grundkrankheiten, wie z.B. Multiple Sklerose, angeborene oder erworbene Immunschwäche oder HIV-Infektion
- Bewohner von Alten- oder Pflegeheimen
- alle gesunden Schwangeren ab dem 2. Trimenon und Schwangeren mit einer chronischen Grundkrankheit ab dem 1. Trimenon
- Personen mit erhöhter beruflicher Gefährdung, z.B. medizinisches Personal
- Personen, die als mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute Risikopersonen eine Gefährdung bedeuten können
- Personen mit erhöhter Gefährdung durch direkten Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln

Gesundheits-Tipps in der Grippezeit
- Waschen Sie sich gründlich die Hände mit Wasser und Seife. Trocknen Sie die Hände nach dem Waschen sorgfältig mit einem sauberen Tuch ab, besser sind Einweghandtücher. Besonders dann, wenn Sie Kontakt zu Erkrankten hatten oder mit Gegenständen die Erkrankte berührt haben.
- Nutzen Sie in Kaufhallen die Möglichkeit zur Desinfektion der Hände und des Einkaufwagens, wenn diese vorhanden sind.
- Berühren Sie so wenig wie möglich mit Ihren Händen die Schleimhäute von Augen, Mund und Nase.
- Meiden Sie bei Grippewellen möglichst Händeschütteln und halten Sie Abstand zu niesenden oder hustenden Personen.
- Vermeiden Sie nach Möglichkeit engen Kontakt zu Erkrankten, auch im häuslichen Umfeld
- Benutzen Sie Papiertaschentücher.
- Zusätzlich sollten Sie bei Erkältungen viel trinken, auf genügend körperliche Schonung achten und für ausreichende Luftfeuchtigkeit in beheizten Räumen sorgen.

im Auftrag

Prof. Dr. Stefan Dhein,
Leiter des Fachdienstes Gesundheit

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