Tipps für Eltern für die Zeit der Kita- und Schulschließung

[15.04.2020]

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes und der Erziehungsberatungsstelle des Landkreises möchten Ihnen ein paar Tipps und Tricks für diese unsere besondere Zeit geben, in der Sie viel Zeit mit Ihren Kindern verbringen. Einiges wird für Sie selbstverständlich sein, anderes könnte eventuell ein neuer Impuls für Ihren Familienalltag darstellen.

Entspannt bleiben!
Angst ist ansteckend. Wenn Eltern ruhig bleiben, gibt das ihrem Kind Sicherheit. Eltern sollten ihren Kindern in Ruhe erklären, dass eine Zeit lang die Schule nicht zu besuchen dazu beiträgt, dass möglichst wenig Menschen an Covid-19 erkranken.

Struktur schafft Sicherheit!
Klarer Tagesablauf: Strukturen und Tagesrhythmen sind für Kinder wichtig. Eltern können dazu beitragen, dass diese ohne Kita- und Schulbesuch greifen. Eltern sollten beispielsweise eine Zeit vereinbaren, zu der Schulaufgaben gemeinsam erledigt werden, sofern Kinder diese bekommen haben. Doch auch zu klaren Schlafenszeiten und festgelegten Zeiten für das gemeinsame Essen, Spielen oder Basteln raten Experten – ebenso wie zu fest definierte Momenten, in denen auch mal der Fernseher eingeschaltet oder das Smartphone herausgeholt werden darf. Vielleicht findet sich ja Ihre Lieblingsserie aus Kinderzeiten im Netz?

Raus in die Natur!
Frischluft und Forschergeist: Blätter sammeln im Wald – und zu Hause nachschlagen, was es ist. Das können Kinder und Eltern tun. Den ganzen Tag in den eigenen vier Wänden auszuharren, fällt den meisten Kindern schwer. Frische Luft und Bewegung sind daher weiterhin wichtig, solange der Gang vor die Haustür erlaubt ist. Der eigene Garten oder der Park bieten Beschäftigungsmöglichkeiten für Kinder – solange sie und ihre Eltern den Abstand zu Mitmenschen wegen der Corona-Ansteckungsgefahr wahren. Eltern können diese Momente sogar nutzen, um die Forscherin oder den Naturkundler in ihrem Nachwuchs zu wecken. Man kann zum Beispiel Steine oder Blätter sammeln und fotografieren und dann zu Hause in Büchern oder im Internet herausfinden, welche es sind. Die vielen Kuh- und Pferdeweiden unseres Landkreises bieten sich auch als alternatives Ausflugsziel zum geschlossenen Inselzoo an. Ist noch genug Luft auf den Fahrradreifen?

Halten Sie Kontakt!
Telefon, E-Mails und Briefe: In Zeiten des Coronavirus wird immer wieder betont, dass vor allem ältere Menschen besonders gefährdet sind und daher besonders geschützt werden müssen. Für viele Kinder bedeutet dies, dass sie ihre Großeltern nicht besuchen können. Das heißt nicht, dass Enkel keinen Kontakt mehr zu Oma oder Opa haben dürfen. Vielmehr bietet die Situation Eltern eine Chance, ihre Kinder sinnvoll zu beschäftigen. Die neuen Medien bieten viele Möglichkeiten sich beim Telefonieren auch zu sehen – sei es via WhatsApp, Facetime, Skype oder anderen Programmen. Eltern können ihren Kindern damit helfen, soziale Kontakte digital aufrechtzuerhalten. Darin liegt sogar eine Lernmöglichkeit. So könnten Eltern den Kindern die Situation schildern, indem sie ihnen deutlich machten, dass Oma und Opa traurig seien, weil sie ihre Enkel nicht besuchen könnten. "Schreibt denen doch eine Geschichte oder einen Brief oder malt ihnen ein Bild“, könnten Eltern dann ihren Kindern sagen. Auch noch unbekannte Seniorinnen und Senioren in den Pflegeheimen freuen sich bestimmt über Post aus den Kinderzimmern!

Gemeinsam lernen!
Lesen und lesen lassen: Kinder lieben es, wenn ihnen Erwachsene etwas Vorlesen. Und die meisten hassen es, wenn ihnen das Lesen verordnet wird. Experten empfehlen daher, dass Kinder allein oder gemeinsam mit ihren Eltern Bücher auswählen. Und wenn Kinder selbst nicht sofort motiviert sind, selbst in einem Buch zu lesen, können Erwachsene ihnen zunächst eine Passage vorlesen – und bestenfalls an einem spannenden Punkt abbrechen. Die Kinder lesen dann die nächste Passage vor. Danach beginnt das Ganze von vorne. Anschließend wird darüber gesprochen, was man gerade gelesen hat. Schule zu Hause - wie lernen, wenn die Schule geschlossen ist? Diese Frage stellen viele Eltern und Lehrkräfte. Die ARD das ZDF haben Angebote für alle Altersklassen. Und natürlich: Die Maus und das Sandmännchen sind auch dabei.

Zusammen spielen!
Knobeln, Rätseln, Schauspielern: Bilderrätsel, Rechenrätsel, Kreuzworträtsel – all das macht nicht nur vielen Erwachsenen Spaß. Und Kinder trainieren nebenbei Logik, Kopfrechnen, Lesen und den Umgang mit Menschen, mit denen sie gemeinsam eine Aufgabe lösen. Entsprechende Rätsel finden sich in Büchern und Zeitschriften, aber auch in Gesellschaftsspielen für unterschiedliche Altersstufen. Selbsterfundene Spiele können die Zeit daheim zu einem Abenteuer machen. Wie wäre es mit einer Verkleide-Ecke, in der das Kind in bunte Stücke aus Ihrem Kleiderschrank, Schuhe oder ausgediente Hüte schlüpfen kann? Auch eine Schatzsuche in der Wohnung bringt Spaß. Wenn Eltern Kuscheltiere, Legosteine oder kleine Naschereien verstecken, können sich vor allem jüngere Kinder eine ganze Zeit lang in eine spannende Suche vertiefen. Erinnern Sie sich noch an die Klassiker des Kindergeburtstages wie Topfschlagen?

Gemeinschaftlich kreativ sein und werden!
Malen, Basteln und Konstruieren: Tuschen oder Zeichnen, Kneten oder Falten, Bauen oder Konstruieren – all dies fördert die kindliche Kreativität und bietet oft stundenlange Beschäftigung. Ob Malbuch, Bauklötze, Papierflieger oder Lego, die Möglichkeiten für Kinder sind hier unbegrenzt. Basteln ist ein toller Zeitvertreib und kommt im hektischen Alltag oft zu kurz. Leere Klopapierrollen werden mit bunten Papier-Ohren, Draht-Schnurrbarthaaren und Watte-Schwänzchen zu kleinen Osterhasen und aus einfachem Salzteig können Herzen oder Tiere als Tisch-Deko für den Ostersonntag entstehen. Wem das Spielzeug zuhause ausgeht, der kann auch auf Alltagsgegenstände zurückgreifen und aus ihnen Dinge, wie z.B. Fingerpuppen oder ein Puppen- und Kuscheltiertheater erschaffen. Auch gemeinsames Backen kann sehr viel Freude bereiten.

Die Wohnung ist der Spiel- und Sportplatz!
Decken, Kartons und Klebeband: Das Spielplatzverbot, ist für Eltern eine besondere Herausforderung. Denn der Drang von Kindern, sich zu bewegen und auszuprobieren, muss nun in andere Bahnen gelenkt werden. In Haus oder Wohnung eignen sich dazu zahlreiche Alltagsgegenstände. Ein Krepp-Klebeband am Stuhl befestigt kann schon Kleinkinder faszinieren. Größere Kinder wissen oft sehr viel mit Kartons anzufangen, vor allem wenn sie diese mit Löchern und Farbe gestalten können. Und ein Evergreen ist und bleibt die Bettdecke, die aus zwei Stühlen oder einem Esszimmertisch eine Höhle macht – die dann natürlich auch passend eingerichtet werden muss. Allerdings müssen die "Bewegungsräume" in der Wohnung festgelegt werden. Es ist schlecht, wenn Kinder gerade etwas Schönes aufgebaut haben, und es kurz darauf abgeräumt werden muss.
In den letzten Wochen sind viele neue Angebote auf Plattformen wie YouTube entstanden, die zum gemeinschaftlichen Sport im Wohnzimmer einladen möchte. Besonders populär ist hier der Kanal „ALBAs tägliche Sportstunde“ geworden, in dem der Trainerstab der Berliner Basketballprofis Übungen für alle Altersklassen vorstellt.

Hausarbeit Hand in Hand!
Frühjahrsputz und Kochkurs: Viele Kinder freuen sich, wenn sie das Gefühl haben, Dinge zu tun, die sonst eigentlich den Erwachsenen vorbehalten sind. Dies kann sogar für die tägliche Hausarbeit gelten – die nun einfach gemeinsam mit verteilten Aufgaben erledigt wird. So kann beispielsweise jemand die Spülmaschine ausräumen oder die Wäsche nach Farben sortieren. Und vor dem Kochen wird vielleicht gemeinsam ein Rezept ausgewählt, das Obst abgewaschen oder der Tisch gedeckt. Und auch im Garten gibt es manches zu tun, dass auch Kindern Spaß macht.

Schaffen Sie Auszeiten!
Nichtstun gehört auch mal dazu: Bei der Beschäftigung von Kindern empfehlen Experten Eltern zudem, Auszeiten einzuplanen und Langeweile zuzulassen. Denn auch dies fördert Kreativität und Erfindergeist. Es muss allerdings Teil der gemeinsam festgelegten Tagesstruktur sein. Auszeiten, in denen Eltern arbeiten können oder auch einmal für sich selbst Lesen oder Musikhören, sollten daher eingeplant werden. Worauf Eltern dabei allerdings stets achten sollte, ist ihre eigene Vorbildfunktion.

Wenn die Luft „dick“ wird:
In all der Zeit, die wir nun mit unseren Kindern geschenkt bekommen, kann es trotz aller Tipps und Tricks, doch einmal zu angespannten Situationen kommen, in denen man sich gerne mit Fachkräften besprechen möchte.

Vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend werden u.a. folgende telefonische Beratungsangebote vorgehalten:

-Die "Nummer gegen Kummer" bietet Telefonberatung für Kinder, Jugendliche und Eltern. Das Kinder- und Jugendtelefon ist unter der Rufnummer 116 111 zu erreichen - von Montag bis Samstag jeweils von 14 bis 20 Uhr.
- Das Elterntelefon richtet sich an Mütter und Väter, die sich unkompliziert und anonym konkrete Ratschläge holen möchten. In ganz Deutschland sind Beraterinnen und Berater unter der kostenlosen Rufnummer 0800 111 0550 montags bis freitags von 9 bis 11 Uhr und dienstags und donnerstags von 17 bis 19 Uhr erreichbar.

Auch Ihr Jugendamt vor Ort ist für Sie ist Montags bis Freitag von 8-16 Uhr erreichbar:
- Den Allgemeinen Sozialen Dienst erreichen Sie unter 03447 586 – 556
- Die Erziehungsberatungsstelle ist unter 03447 315025 für Sie da


Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie eine gute Zeit, bleiben Sie gesund!

Ihre Ansprechpartner im Jugendamt Altenburger Land

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Kontaktdaten
Landratsamt Altenburger Land
Lindenaustraße 9
Telefon: 03447 586-0
Telefax: 03447 586-100
E-Mail:landratsamt@altenburgerland.de

Ihr Jugendamt Altenburger Land ist für Sie ist Montags bis Freitag von 8-16 Uhr erreichbar:
- Allgemeiner Sozialer Dienst: 03447 586 – 556
- Erziehungsberatungsstelle: 03447 315025

"Nummer gegen Kummer" - Telefonberatung für Kinder, Jugendliche und Eltern: 116 111
von Montag bis Samstag jeweils von 14 bis 20 Uhr

Elterntelefon für Mütter und Väter, die sich unkompliziert und anonym konkrete Ratschläge holen möchten:
In ganz Deutschland sind Beraterinnen und Berater unter der kostenlosen Rufnummer 0800 111 0550 montags bis freitags von 9 bis 11 Uhr und dienstags und donnerstags von 17 bis 19 Uhr erreichbar.
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