Deponiegaserfassung auf Mülldeponien in Altenburg und Schmölln

[27.04.2020]

Ein Blick von oben auf die Deponie in Altenburg. Die kleinen hellgrünen Punkte sind die eingegrabenen Gasbrunnen. Ein Blick von oben auf die Deponie in Altenburg. Die kleinen hellgrünen Punkte sind die eingegrabenen Gasbrunnen.

Gefördertes Klimaschutzprojekt im Altenbuger Land

Altenburg/Schmölln. Aus den alten Mülldeponien Altenburg und Schmölln strömt klimaschädliches Methan aus. Mit finanzieller Hilfe vom Bund konnten nun die Emissionen halbiert werden.

Von 1985 bis 1996 beziehungsweise von 1985 bis Mitte 2005 waren die Deponien als zentrale Müllbeseitigungsanlagen der damaligen Landkreise Altenburg und Schmölln betrieben. Die Kapazitäten beider Anlagen betrugen insgesamt circa 1,65 Milliarden Kubikmeter. In mehreren Bauabschnitten wurden sie in den zurückliegenden Jahren mit einer Oberflächenabdichtung versehen und rekultiviert. Die Deponie Altenburg erhielt außerdem teilweise eine Basisabdichtung.

Während ihrer Betriebszeiten wurden in den Deponien Siedlungsabfälle mit biologischen Anteilen abgelagert, insbesondere Hausmüllabfälle und sogenannte hausmüllähnliche Gewerbeabfälle. Aufgrund der Abfallzusammensetzungen und der Milieubedingungen in den Deponiekörpern zersetzen Mikroorganismen - vergleichbar den Vorgängen in Biogasanlagen - die Abfälle. Dabei entsteht Deponiegas, das im Wesentlichen aus Methan und Kohlendioxid besteht.

Bereits seit Beendigung des Ablagerungsbetriebs 1996 in Schmölln und 2005 in Altenburg, ist ein rückläufiger Gasausstoß zu beobachten. Nach einem relativ kurzen Zeitraum der energetischen Deponiegasverwertung in Altenburg, wird das übrige Deponiegas beider Müllhalden aus Gründen des Emissions- und Klimaschutzes über Fackeln verbrannt. Derzeit werden die Gase mittels Gasbrunnen, in Altenburg sind es über 20 und in Schmölln zehn, sowie über Gassammelleitungen sowie -stationen aufgefangen und zu den Gasfackeln geleitet.

Auch weiterhin ist die Gaserfassung und Gasbehandlung zur Gefahrenabwehr und wegen des Emissionsschutzes erforderlich. Dies wird sich noch über mehrere Jahrzehnte erstrecken. Daher wurde nun untersucht, ob es durch eine geeignete Deponiebelüftung zu einer beschleunigten Reduzierung der Restorganik im Deponiekörper kommt. Angestrebt ist eine langfristige Vermeidung klimaschädlicher Methangas-Emissionen.

In einem ersten Schritt bekam der Landkreis Altenburger Land dafür Fördermittel von der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums zugesagt. Damit konnten sogenannte Potenzialanalysen durchgeführt werden. Ziel dieser Potenzialanalysen ist es, eine datenbasierende Entscheidungsgrundlage für die Umstellung der Deponieentgasungen zu schaffen. Außerdem wurden die Analysen für die Planung der standortbezogenen Umsetzung der Deponiebelüftung benötigt.
Die Erarbeitung der Potenzialanalysen orientiert sich an den Vorgaben des Bundesumweltministeriums. Damit werden die spezifischen Ausgangssituationen der Deponien aufbereitet, um umsetzbare Methangas-Minderungspotenziale durch geeignete Maßnahmen herauszuarbeiten und geeignete Verfahren zu konzipieren.

Im August und September 2017 wurden auf den Deponien Absaugversuche mit dem Ziel der Aerobisierung (mikrobiologische Zersetzung der Abfälle mit Sauerstoff) durchgeführt. Dafür wurde die Absaugmenge der Altenburger Deponie von 30 auf 135 Kubikmeter pro Stunde gesteigert und dabei die Veränderungen der Gashaushalte der Deponie beobachtet, aufgezeichnet und ausgewertet. Mit den Ergebnissen konnten wesentliche Stellgrößen für die Prozessführung einer zukünftigen Aerobisierung der Deponien ermittelt werden.

Auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse der Potenzialanalysen, die von der CONTEC Ingenieurgesellschaft für Energie und Umwelttechnik mbH Herrenberg, im Auftrag des Dienstleistungsbetriebes Abfallwirtschaft durchgeführt wurden, wird vom Landkreis eine aerobe in-situ-Stabilisierung angestrebt. Davon wird gesprochen, wenn über eine Belüftung Sauerstoff zugeführt wird, der dann weniger Methangas entstehen lässt. Durch die in-situ-Stabilisierung konnten die Treibhausgas-Emissionen um mehr als die Hälfte reduziert werden.

Die Leistungen der in-situ-Stabilisierung durch Optimierung der Gasfassungssysteme und Errichtung von Schwachgasbehandlungsanlagen wurden im öffentlichen Ausschreibungsverfahren an die Firmen BMF Haase GmbH Neumünster für die Deponie Schmölln vergeben und für Altenburg an Göbel Energie- und Umwelttechnik Anlagenbau GmbH Büdelsdorf.

Durch das Klimaschutzprogramm des Bundesumweltministeriums werden diese Investitionen zur Optimierung der Deponiegaserfassungssysteme auf beiden Deponien mit maximal 50 Prozent der Investitionssumme gefördert. Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausemissionen leisten. Die Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen und Bildungseinrichtungen.

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