Halter sind verpflichtet Schafe zu scheren

[19.06.2020]

Altenburg. Die kühle Phase Anfang Juni ist landläufig als Schafskälte bekannt. Seinen Namen bekam der Kälteeinbruch, weil danach die warme Jahreszeit endgültig beginnt und dies für Generationen von Landwirten der Zeitpunkt war, um ihre Schafe zu scheren. Schließlich sollten sie auch ohne die dicke Winterwolle nicht frieren.

Nach wie vor ist die Schafschur Pflicht, betont Amtstierärztin Grit Thurau. Um die Tiere gesund und gepflegt zu halten, sei sie unerlässlich. Zum Wohlergehen nahezu aller Schafrassen muss mindestens einmal im Jahr geschoren werden. „Ausnahmen sind Schafe mit kurzem Vlies, wie Kamerunschafe. Aber bereits Mischlinge dieser Rasse mit traditionellen Schafrassen müssen geschoren werden“, erläutert die Veterinärin des Landratsamtes Altenburger Land und verweist auf einen Richterspruch.

Weil Schafwolle anders als früher inzwischen eher ein Abfallprodukt als ein wertvoller gut bezahlter Rohstoff ist, fehlt manchem Tierhalter heute der wirtschaftliche Anreiz zur regelmäßigen Schur. Anfang des Jahres beschäftigte sich das Amtsgericht Trier mit dem Thema und verpflichtete einen Schäfer per Anordnung zur Schur. Das Gericht erklärte, dass eine nicht erfolgte Schur ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz darstelle, wonach Tiere angemessen zu pflegen seien.

„Eine fehlende Schur schränkt die Wärmeregulation der Schafe erheblich ein. Langes, verfilztes Vlies begünstigt Parasitenbefall und Entzündungen der Haut. Und selbst das Gewicht des Vlieses kann bei ungeschorenen Tieren beträchtlich werden und deren Bewegung sowie Atmung stark einschränken“, schildert Grit Thurau und informiert: Verstöße gegen das Tierschutzrecht werden vom Veterinäramt mit empfindlichen Strafen geahndet.

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