Neuentwicklung aus Altenburg kann Viruslast in Raumluft reduzieren

[17.10.2020]

Das Luftreinigungsgerät in einem Klassenraum mit Lehrer und Schülern Die Luftreinigungsgeräte „Virusfrei 1200“ sind an Gestellen über den Schülern montiert. Altenburg. „Virusfrei 1200“ heißt eine Innovation aus dem Altenburger Land. Es ist ein Gerät, das Raumluft nachhaltig reinigt. Entwickelt hat es die Altenburger Schulz & Berger Luft- und Verfahrenstechnik GmbH, die es nun schnellstmöglich auf den Markt bringen will, weil es eben auch Corona-Viren aus der Luft filtern kann. Im Altenburger Friedrichgymnasium wurde das Gerät jetzt getestet – eine Idee, die zustande kam, als Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow und Landrat Uwe Melzer im August den Betrieb besichtigten.

Und so fanden an zwei Schultagen Ende September in zwei Klassenzimmern, darunter der Musikraum, umfangreiche Messreihen statt, begleitet auch von einem Wissenschaftler des Labors für Arbeits- und Umwelthygiene Hannover. Dazu hatten die Experten der Schulz & Berger GmbH je zwei 600 Watt starke und mit einem geringen Geräuschpegel von 50 Dezibel arbeitende „Virusfrei 1200“ – sie haben die Größe eines etwa 1,20 Meter mal 1,20 Meter großen Würfels – knapp unter der Zimmerdecke installiert.

Umfangreiche Messungen

„Gerät eins direkt über dem Lehrertisch baut quasi einen Luftschleier zwischen dem Lehrer und den Schülern auf, schützt sozusagen den Pädagogen vor den Tröpfchenpartikeln der Schüler. Gerät zwei, ein Umluftgerät im hinteren Bereich des Klassenzimmers über den Köpfen der Schüler, reinigt pro Stunde große Luftmengen, so dass Aerosole, an denen Coronaviren oder auch Grippeviren haften können, in der Luft reduziert werden“, erklärt Dirk Barnstedt, Geschäftsführer der Schulz & Berger GmbH, der das „Virusfrei 1200“ selbst entwickelt hat.
Festgestellt wurde zunächst, welche Menge an Partikeln und Aerosole überhaupt entsteht, wenn sich so viele Kinder in einem Klassenraum aufhalten und dazu vielleicht auch noch singen. Danach wurde gemessen, wie viele dieser Aerosole und Partikel schließlich aus der Luft herausgefiltert werden können, um die Viruslast und damit eine gesundheitliche Gefährdung zu reduzieren. Noch liegt die Auswertung der Keimmessungen nicht vollständig vor, doch erste Aussagen kann Dirk Barnstedt bereits treffen: „Über 90 Prozent der Aerosollast im Klassenraum lassen sich mit dem Einsatz unserer Geräte verringern, das steht fest. Und auch zur Anzahl der Bakterien in der Klassenzimmerluft werden wir in den nächsten Tagen Genaueres sagen können, denn auch die lassen sich mit unseren neuentwickelten Geräten deutlich verringern.“

Tests in Unterricht integriert

Nicht nur in der Schule könnte der Einsatz des „Virusfrei 1200“ buchstäblich Schule machen, sondern auch in vielen anderen öffentlichen und kommerziell genutzten Räumen, um die Luft nicht nur rein von Staub und Pollen zu halten, sondern vor allem auch Viren wie SARS-CoV-2 aus der direkten Umgebung zu filtern.
Schulleiter Thomas Lahr kann der Versuchsreihe, die natürlich mit reichlich Trubel im Schulhaus und bundesweitem Medieninteresse verbunden war, nur Positives abgewinnen: „Ich halte die Luftfilter für eine tolle Sache und kann mir gut vorstellen, dass sie in unserer Schule dauerhaft zum Einsatz kommen. Unsere Schüler haben sich sehr neugierig und interessiert gezeigt und natürlich haben wir die Keimmessungen auch gleich mit dem naturwissenschaftlichen Unterricht verbunden.“
Die Schulz & Berger Luft- und Verfahrenstechnik GmbH besteht seit über 65 Jahren. Das Altenburger Unternehmen konzipiert, plant und baut lufttechnische Anlagen für Industrie- und Handwerksbetriebe. Dazu gehören unter anderem Sortierkabinenbelüftungen, Aktivkohlefilter und Großfilteranlagen. Weltweit sind die Monteure der Altenburger Firma unterwegs, um die Anlagen zu installieren.

Im Auftrag
Jana Fuchs
Öffentlichkeitsarbeit

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