Artenschutz

kein Alternativ-Text hinterlegt Fledermäuse nehmen im Tierreich eine besondere Stellung ein. Sie sind die einzige Säugetiergruppe, die im Laufe der Evolution die Fähigkeit des aktiven Fluges entwickelt hat und sich bei der nächtlichen Nahrungssuche mittels Ultraschall-Echoortung orientiert. Die einheimischen Fledermausarten und ihre Lebensräume stehen gemäß Bundesartenschutzverordnung und Thüringer Naturschutzgesetz unter besonderen Schutz.

Das Altenburger Land beheimatet derzeit 13 der insgesamt 28 in Deutschland vorkommenden Fledermausarten. Bei den einheimischen Arten handelt es sich ausnahmslos um reine Insektenfresser, die in Sozialverbänden von bis zu mehreren hundert Tieren leben. Obwohl durch die Bundesartenschutzverordnung geschützt, alle 13 Arten in ihrem Bestand sind gefährdet, stark gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht. Für den Schutz einiger Arten trägt der Landkreis eine besondere Verantwortung. Eine weitere Fledermausart, die Mückenfledermaus, welche erst seit kurzem als selbständige Art von der Zwergfledermaus abgegrenzt wird, wird im Landkreis vermutet, der Nachweis dieser Art steht aber noch aus.
kein Alternativ-Text hinterlegt Das Überleben der Fledermäuse ist durch die Zerstörung ihrer Nahrungsgrundlage durch den Einsatz von Pestiziden und die Trockenlegung von Feuchtgebieten bedroht, ihre Lebensräume und Jagdgebiete gehen durch Habitatfragmentierung und Landschaftsvereinheitlichung verloren.

Fledermäuse sind ortstreu und nutzen über Generationen hinweg die gleichen Wochenstuben und Winterquartiere. Somit stellt die Quartierzerstörung die Hauptgefährdungsursache dar. Um der Bedrohung gebäudebewohnender Fledermausarten durch Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen entgegenzuwirken, rief das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Naturschutz im Mai 1999 die thüringenweite "Aktion Fledermausfreundlich" ins Leben. Diese wendet sich direkt an die Bevölkerung mit der Aufforderung zu einem aktiven Mitwirken am Erhalt bestehender und der Schaffung neuer Fledermausquartiere.
Der Einsatz fledermausfreundlicher Immobilienbesitzer, die durch das Anbringen von Flachkästen hinter Fensterläden, in Dachstühlen oder an Fassaden einen wichtigen Beitrag zum Schutz bedrohter Arten leisten, wird durch ein Zertifikat und eine Plakette am Hauseingang honoriert. Bislang konnten im Altenburger Land 76 Plaketten an private Artenschützer und öffentliche Einrichtungen vergeben werden. Nach wie vor begegnen weite Teile der Bevölkerung Fledermäusen auf Grund ihrer nachtaktiven Lebensweise mit Argwohn. Hier liegt die Aufgabe des Artenschutzes bei der Aufklärung und Bekämpfung alter Vorurteile. Der bisherige Erfolg der "Aktion Fledermausfreundlich" lässt bereits einen allmählichen Imagewandel der Flugsäuger erkennen.

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Weitere Informationen
"Resurrektion Auroa" - Wiederbelebung eines Areals
Gewässer im Landkreis
Natur- und Landschaftsschutzgebiete
Neue Kulturlandschaft Schmölln
Wassererlebnispfad: Entdeckungsreise an der Sprotte für Jung und Alt
Downloads
Artenliste Schildkröten mit Schutzkategorien (19.2 KB)
Information zum Umgang mit tot aufgefundene Tieren und abgestorbenen Pflanzen der besonders geschützten Arten (16.7 KB)
Hinweise zum Artenschutz für naturkundliche Museen und andere Einrichtungen (43.2 KB)
Kontaktdaten
Landratsamt Altenburger Land
Fachdienst Natur- und Umweltschutz
Fachdienstleiterin: Birgit Seiler
Sitz: Amtsplatz 8
04626 Schmölln
Telefon: 03447 586-478
Telefax: 03447 586-495
umwelt@altenburgerland.de