Die Sozialpädagogisch-Psychologische Beratungsstelle informiert zur Pubertät:

[10.05.2010]

Explosion in Kopf und Bauch

Pubertät - eine Herausforderung für Eltern und Kind

Das Verhältnis zwischen Nathalie und ihren Eltern war bis vor einem Jahr ein entspanntes. Sie war eine gute Schülerin, war stets zuverlässig. Man konnte über alles mit ihr reden. Seit Beginn der 7. Klasse zog sie sich plötzlich von den Eltern zurück, vergreift sich im Ton, ist kaum noch zu Hause. Gespräche finden selten statt, stattdessen stellt sie unerfüllbare Ansprüche an Ausgehzeiten und Taschengeld. Die Freunde, mit denen sie sich trifft, sind älter. Nachdem Nathalies Vater die Clique am Nachmittag mit Alkohol im Park gesehen hatte, verbot er ihr den Umgang mit ihnen. Letzte Woche wurden die Eltern zu einem Gespräch in die Schule geladen. Nathalies Noten sind so gesunken, dass die Versetzung gefährdet ist. Der nachfolgende Gesprächsversuch mit Nathalie eskalierte. Sie verließ das Haus und kam erst am nächsten Nachmittag zurück. Die Eltern bekamen keine Antwort, wo sie die ganze Nacht gewesen ist. Verzweifelt meldeten sie sich in der Beratungsstelle an.

Nathalie und ihre Eltern waren bereit, sich auf eine gemeinsame Familientherapie einzulassen. Im geschützten Rahmen lernten sie einander wieder zuzuhören und Verständnis füreinander aufzubringen. Dinge wurden angesprochen, die sonst verschwiegen wurden. Es konnten sowohl über frühere Verletzungen gesprochen werden, als auch über Wünsche an das gemeinsame Zusammenleben. Nun wurden für alle akzeptable Familienregeln ausgehandelt. Der Familientherapeutin gelang es den Blick auf die Ressourcen der Familie zu richten. Das zu sehen, was die drei miteinander verbindet. Die Eltern wurden darin bestärkt " egal, wie abweisend Nathalie sich gerade verhält " immer wieder neue Beziehungsangebote zu machen.
Sind gemeinsame Gespräche nicht möglich, können Eltern und Jugendliche auch einzeln beraten werden.


Was im Gehirn Pubertierender passiert?
Erst seit den 90er Jahren ist bekannt, dass im Gehirn von Pubertierenden dramatische Veränderungen stattfinden. Im Jugendalter sterben pro Sekunde bis zu 30.000 unnötige Verbindungen ab. Hinzu kommt die Wirkung diverser Hormone: Folge: Jugendliche entscheiden eher emotional weniger rational. Die stärksten Umbauarbeiten finden im Stirnhirn (präfrontaler Cortex) statt. Es ist zuständig für Planung, Risikoabschätzung, moralische Bewertung, fällt Entscheidungen und steuert die Impulskontrolle. Da das Stirnhirn Jugendlicher nicht immer richtig funktioniert, denken sie manchmal nicht über die Folgen ihres Tuns nach. Auch die Dopamin " Ausschüttung ist gestört.
Jugendliche brauchen einen stärkeren Reiz/Kick um etwas zu spüren. Dies erklärt auch die Risikofreude und Fehleinschätzungen von Verhalten. In keinem Alter gibt es mehr Unfälle.

Identitätsfindung:
Mit Beginn der Pubertät entsteht eine große Verwirrung. Wer bin ich? Wo gehöre ich hin?
Dies zeigt sich im rebellischen Verhalten gegenüber den Eltern. Stattdessen identifizieren sich die Jugendlichen mit der Clique.


Sozialpädagogisch Psychologische
Beratungsstelle

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Kontaktdaten
Landratsamt Altenburger Land
Sozialpädagogisch-Psychologische Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern
Leiterin: Sylvia Kluge
Dostojewskistraße 14
04600 Altenburg
Telefon: 03447 315025
Telefax: 03447 586-100
E-Mail
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