Beprobung auf Legionellen ist für Vermieter und Betreiber von Großanlagen zur Trinkwassererwärmung weiterhin Pflicht

Seit dem 1. November 2011 bestand die Pflicht der Betreiber gewerblicher oder öffentlicher Warmwasseranlagen,

1.
eine Großanlage der Trinkwassererwärmung (z.B. Boiler > 400 Liter oder Warmwasser-Rohrleitung mit einem Inhalt von mehr als 3 Litern) beim Fachdienst Gesundheit anzuzeigen. (Diese Anzeigepflicht ist mit Inkrafttreten der 2. VO zur TrinkWV am 5.12.12 entfallen) und

2.
ohne eine nochmalige Aufforderung durch den Fachdienst Gesundheit von einem dafür zugelassenen Labor eine systemische Untersuchung auf Legionellen durchführen zu lassen (Diese Pflicht besteht weiterhin).

Eine wichtige Probenstelle ist die Zirkulationsleitung. Am Zirkulationsrücklauf, vor Wiedereintritt in den Wassererwärmer, ist unbedingt, bevor das Labor beauftragt wird, ein abflammbarer Probenamehahn anzubringen, ebenso am Boilerausgang, bzw. Ausgang des Wassererwärmers.


Hinweise zu den Probeentnahmen: (wichtig für den Probenehmer des Labors)

Für die Erstuntersuchung (orientierende Untersuchung) des Warmwassers in einem Gebäude reicht es meist aus, wenn das Wasser aus folgenden Beprobungsstellen entnommen wird, immer bezogen auf die Hausinstallation, zu der die entsprechende Erwärmungsanlage gehört:

- Austritt Trinkwassererwärmer
- Zirkulationsleitungsrücklauf vor Wiedereintritt in den Trinkwassererwärmer
- Je nach Objektgröße mindestens in 1 - 2 am weitesten entfernte repräsentative Wohnungen z. B. im Gebäude oben links und oben rechts, nicht aus dem Duschkopf sondern aus der Leitung, z.B. aus Wasserhähnen in Duschnähe, möglichst unter Einbeziehung unterschiedlicher Steigleitungen. Die Entnahmestellen sollen die Leitungen im Gebäude repräsentieren, bei verzweigten Leitungsnetzen mit vielen Steigsträngen können weitere Proben nötig sein

Bei mehr als 5 °C Temperaturunterschied zwischen Boilerablauf und Zirkulationsrücklauf ist die Isolation der Leitung mangelhaft und muss verbessert werden.

Es ist nicht vorgesehen, bei der orientierenden Untersuchung unbedingt jede Wohnung zu überwachen.

Sind die Ergebnisse auffällig (über 100 Legionellen in 100 ml), dann soll die weitergehende Untersuchung nach DVGW Arbeitsblatt W 551 erfolgen, die jede Etage und jeden Steigstrang erfasst.

Die Ergebnisse sollen dem Fachdienst (FD) Gesundheit gemeldet werden, bei allen Befunden über dem technischen Maßnahmewert von 100 Legionellen in 100 ml Wasser ist eine Meldung gesetzlich vorgeschrieben und soll zeitnah erfolgen. Ab 10 000 Legionellen in 100 ml Wasser ist ein Duschverbot vom Eigentümer auszusprechen oder ein Legionellenfilter zur Verfügung zu stellen. Innerhalb der nächsten 30 Tage nach dem Bekanntwerden der Überschreitung muss der Eigentümer eine Ortsbesichtigung durchführen und dokumentieren sowie Maßnahmen zur Abhilfe beschließen und dies dem FD Gesundheit mitteilen.

Mittels Nachproben ist vom Eigentümer zu überwachen, ob die Legionellen erfolgreich bekämpft wurden.

Weitere Rückfragen sind bei Gesundheitsamt Altenburger Land möglich unter der Telefonnummer 03447 586-829.

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Downloads
Merkblatt für Hausbewohner bei Nachweis von Legionellen im Trinkwasser-Leitungssystem (28.0 KB)
Merkblatt für Unternehmer oder Hausbesitzer zur Vorgehensweise bei Legionellennachweis in Großanlagen (213.7 KB)
Hinweise für Unternehmer oder Hausbesitzer zu Maßnahmen bei Nachweis von Legionellen in der Höhe einer mittleren Kontamination (114.0 KB)
Hinweise für Unternehmer oder Hausbesitzer zu Maßnahmen bei Nachweis von Legionellen in der Höhe einer hohen Kontamination (106.8 KB)
Hinweise für Unternehmer oder Hausbesitzer zu Maßnahmen bei Nachweis von Legionellen in der Höhe einer extrem hohen Kontamination (112.4 KB)
Formular für Mitteilungen an das Gesundheitsamt Altenburger Land bei Legionellen in Trinkwasser-Hausinstallationen (37.0 KB)
Kontaktdaten
Landratsamt Altenburger Land
Fachdienst Gesundheit
Fachdienstleiter:
Prof. Dr. Dhein
Lindenaustraße 31
04600 Altenburg
Telefon: 03447 586-820
Telefax: 03447 586-844
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