Der fliegende Salon – Kulturaustausch im Altenburger Land

[06.02.2019]

Der Landkreis Altenburger Land bewirbt sich um Aufnahme bei TRAFO, einem Förderprogramm der Kulturstiftung des Bundes. Die erste Veranstaltung des dafür von kulturellen Akteuren der Region entwickelten Projekts „Der fliegende Salon – Kulturaustausch im Altenburger Land“ findet am 2. März im Renaissanceschloss Ponitz statt.
TRAFO ist der Name eines Förderprogramms, das von der Kulturstiftung des Bundes initiiert wurde, um den ländlichen Raum und die Kultureinrichtungen von Landkreisen zu stärken. TRAFO steht für Transformation und meint, dass sich der ländliche Raum verändern muss, um zukunftsfähig zu werden. Nach dem Willen der Kulturstiftung soll dieser Prozess durch Impulse der Kulturinstitutionen der Region angeregt werden, die dabei ebenfalls einen Entwicklungsprozess durchlaufen. Wichtig ist, dass neue Allianzen zwischen Stadt und Land geschmiedet und dass die Bürgerinnen und Bürger vor Ort einbezogen und letztlich selbst aktiv werden.
2018 hatte der Freistaat Thüringen die Möglichkeit, zwei Regionen als mögliche TRAFO-Regionen zu benennen. Der Landkreis Altenburger Land hat sich erfolgreich beworben und befindet sich nun in einer „Entwicklungsphase“, die bis zum 31. Juli 2019 dauert. In dieser Zeit soll – mit der Förderung von 40.000 Euro – ein Konzept entstehen, das dazu geeignet ist, das Altenburger Land und seinen ländlichen Raum nachhaltig voranzubringen.
Die Fördergrundsätze von TRAFO sehen vor, dass die 18 ausgewählten Regionen aus ganz Deutschland bis zum Juli 2019 Zeit haben, ein Konzept für ein Transformationsvorhaben zu entwickeln und in einem Pilotprojekt zu erproben.
Wenn das Altenburger Land im Sommer 2019 den Zuschlag erhält, ist eine Gesamtförderung von bis zu 1,25 Millionen Euro über vier Jahre möglich. Der Landkreis muss 20 Prozent dieser Summe gegenfinanzieren, was jedoch auch mit Mitarbeiterstellen möglich ist, die bereits im Landratsamt angesiedelt sind und für die Organisation des TRAFO-Programms abgestellt werden.
„Der fliegende Salon“
Das Landratsamt Altenburger Land hat im Frühjahr 2018 das Lindenau-Museum damit beauftragt, ein Projekt zu entwickeln, das in der Lage ist, sich im Sommer 2019 gegen die Mitbewerber im Bundesvergleich durchzusetzen. So wurde unter Federführung des Museums und in Zusammenarbeit mit einem Projektteam, zu dem auch Theater & Philharmonie Thüringen, Museum Burg Posterstein und eine eigens angestellte Projektmitarbeiterin gehören, das Projekt „Der fliegende Salon“ entwickelt.
Vorbild für den „fliegenden Salon“ ist die Salonkultur des 19. Jahrhunderts, in der sich auch im Altenburger Land Menschen bei gemeinsamer künstlerischer Betätigung und in Diskussionen offen und frei von gesellschaftlichen Schranken begegneten. Trotz der historischen Wurzeln, ist die Idee modern und zukunftsgewandt. In einer Zeit, in der trotz verschiedenster Kommunikationsmittel die Menschen vereinzeln, soll der „fliegende Salon“ dazu beitragen, Anlässe für Begegnungen zu schaffen, den Meinungsaustausch zu fördern, kulturelle Sparten zusammenzubringen und zum Mitmachen anzuregen. Hierbei kann es sich um Konzerte, Theateraufführungen, aber auch um Diskussionen, Lesungen oder neue Veranstaltungsformate handeln. Fehlt es in einer Gemeinde für die Verwirklichung einer Idee etwa an Künstlern, Bühnenbild, Technik oder Know-how, leisten die etablierten Kultureinrichtungen des Altenburger Landes personell und mit Materialien Hilfestellung. In einem partizipativen Prozess können so Projekte entwickelt werden, die einmalig stattfinden oder im Idealfall über die Förderung hinaus etabliert werden.
Auf Einladung von Landrat Uwe Melzer wurden die Bürgermeister des Altenburger Landes, aber auch Mitarbeiter von Vereinen und Kultureinrichtungen über die Möglichkeiten des TRAFO-Programms informiert. Projektmitarbeiterin Ute Grimm informiert laufend vor Ort die Vertreter der Gemeinden und bringt mögliche Partner zueinander, die an der Realisierung eines lokalen Projektes arbeiten.
„Grenzenlos!?“ Der fliegende Salon landet in Ponitz
TRAFO-Pilotprojekt am Samstag, 2. März 2019, ab 17 Uhr im Residenzschloss Ponitz. Musik, Lesung, Gespräche und Leckeres für den Gaumen – eine Veranstaltung des Fördervereins Renaissanceschloss Ponitz e. V.
Thema ist die Grenze zwischen Thüringen und Sachsen, die das Leben der Ponitzer seit Jahrhunderten bestimmt. Kulturakteure des Altenburger Landes haben gemeinsam mit Ponitzern ein spannendes Programm zusammengestellt.
Es sind filmische Interviews mit Ponitzer Bürgern zu ihrem Verhältnis zu Grenzen zu erleben. Ponitzer lesen aus ihrer Ortschronik. Lokalpolitiker diskutieren mit Landrat Uwe Melzer. Der Schauspieler Manuel Struffolino liest. Das Schmöllner Klarinettenorchester „Da Capo“ spielt, die Musikschule lädt zum Mitsingen ein. Die Bühnengestaltung haben Ausstatter des Theaters und Dozenten des Studios Bildende Kunst am Lindenau-Museum gemeinsam mit Ponitzern erarbeitet. Ein Kammerkonzert wird aufgeführt, die Tanzgruppe „Grünitzer“ tritt auf und es gibt Jazzmusik zu hören.
Für Speis und Trank sorgt der Förderverein des Renaissanceschlosses.

Eintrittskarten gibt es an der Abendkasse zum Preis von 10 Euro (ermäßigt 5 Euro). Der Eintritt kommt dem Renaissanceschloss zugute.

im Auftrag

Jana Fuchs
Öffentlichkeitsarbeit

TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel
Das Programm „TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel“, eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes, unterstützt von 2016 bis 2023 kulturelle Transformationsvorhaben in ländlich geprägten Regionen. Ziel ist es, mit den regionalen Akteuren längerfristige Veränderungsprozesse der kulturellen Infrastruktur zu gestalten. In der ersten Förderphase von 2016 bis 2020 sind die Regionen
Oderbruch, Südniedersachsen, die Saarpfalz und die Schwäbischen Alb beteiligt. Dort erarbeiten Theater, Stadtbüchereien, Museen, Kulturzentren, Literaturhäuser sowie zwei Festivals neue Angebote und Beteiligungsmöglichkeiten mit den Bürgern vor Ort und transformieren sich so zu starken kulturellen Akteuren der Region.

Seit 2018 fördert TRAFO in einer zweiten Förderperiode deutschlandweit weitere 18 Regionen in neun Bundesländern, die in einer einjährigen Entwicklungsphase ein Transformationsvorhaben für ihre Kulturorte erarbeiten. Für die Entwicklung ihrer Transformationsvorhaben erhalten die Regionen jeweils bis zu 40.000 Euro. Aus den Transformationsvorhaben wählt dann im Herbst 2019 eine Fachjury bis zu fünf Regionen aus, die eine Förderung für die Umsetzung ihres Transformationsvorhabens bis 2023 erhalten. Nähere Informationen unter: www.trafo-programm.de

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Kontaktdaten
Landratsamt Altenburger Land
Lindenaustraße 9
Telefon: 03447 586-0
Telefax: 03447 586-100
E-Mail:landratsamt@altenburgerland.de
Pressesprecherin: Jana Fuchs
Telefon: 03447 586-273
Telefax: 03447 586-277
E-Mail:oeffentlichkeitsarbeit@altenburgerland.de
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