Verein sorgt für 80 neue Nisthilfen für Dohlenkolonie in Löbichau

[13.12.2019]

Unter Einsatz von Hebebühne und Kran montieren Andreas Kastel (links) und Torsten Pröhl (2. von links) die neuen Dohlennistkästen an den extra errichteten Masten. Löbichau. Auf dem Förderturm in Löbichau befinden sich derzeit 50 Dohlennistkästen. Ein von der Gemeinde beauftragtes Gutachten ergab jedoch, dass das Laufgitter, an dem die Kästen befestigt sind, nicht mehr sicher ist und entfernt werden muss. Um den Vögeln eine „Ersatzwohnung“ zu bieten, haben die Naturfreunde Schmölln Ende Oktober in der näheren Umgebung zum Förderturm 80 neue Nisthilfen installiert.

Die Dohle gehört zu den besonders geschützten Vogelarten. Jahrzehntelang galt sie im Landkreis Altenburger Land als ausgestorben. Mittlerweile schätzt Torsten Pröhl vom Verein Naturfreunde Schmölln ihren Bestand in der Region wieder auf rund 100 Brutpaare. Gemeinsam mit dem Fachdienst Natur- und Umweltschutz des Landratsamtes hat sich sein Verein dafür eingesetzt, für die Dohlenkolonie am Förderturm neue Brutplätze zu schaffen. Entlang der Wege durch das ehemalige Haldengebiet Beerwalde wurden dazu Anfang des Jahres auf Grundstücken der Gemeinde Löbichau und des Straßenbauamtes Ostthüringen fünf ausrangierte Strommasten aus Holzbeton gesetzt. Nun folgte die Anbringung der Nistkästen. Die durch Fördermittel finanzierten 50 Ersatznisthilfen haben die Naturfreunde um 30 weitere Plätze aufgestockt. Zusätzlich bieten die Wohntürme jeweils ein Nest für Turmfalken und einen Fledermaus-Flachkasten. Für die Montage hatte die Firma Mitnetz Strom nicht zum ersten Mal den Naturfreunden kostenlos eine Hebebühne mit Fahrer zur Verfügung gestellt. Die Kranmiete zahlte der Verein aus eigener Kasse. Die vielen Stunden, die Torsten Pröhl und sein Vereinskollege Andreas Kastel für die Organisation und den Aufbau investierten, gehen allein auf ihr Ehrenamtskonto.
Nun hoffen die Schmöllner Naturfreunde und die Untere Naturschutzbehörde, dass die Dohlen ihre neuen „Eigentumswohnungen“ schnell entdecken. Sobald ein Paar den Anfang gemacht hat, werden sich die Plätze erfahrungsgemäß schnell rumsprechen.


Im Auftrag

Luise Ehrhardt
Öffentlichkeitsarbeit

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