Landwirtschaft im Altenburger Land blickt auf ertragreiche Saison zurück

[15.09.2020]

Ende Juli werden die letzten Halme Weizen auf dem Feld von Bauer Ludwig Berthold bei Selleris gedroschen. Altenburg. Das Altenburger Land ist seit jeher eine Landwirtschaftsregion. Vor allem dank der guten Böden aus rund 10.000 Jahre altem eiszeitlichem Fluglöss sorgen für gute Erträge auf den hiesigen Äckern. Und das ist trotz der Wetterkapriolen der jüngeren Vergangenheit nach wie vor so. Mit Blick auf die Ernte der gerade zu Ende gehenden Saison schätzt der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes, Berndt Apel, ein: „Das Jahr 2020 war kein schlechtes“.

Die Anbauflächen ausgewählter Feldfrüchte im Altenburger Land Besonders zufrieden sind die Landwirte mit dem Winterweizenertrag. Um fünf Prozent liege die Ausbeute über der des Vorjahres, so Apel. Auf rund 13.400 Hektar gedieh das Getreide im Altenburger Land und war damit erneut die mit Abstand am häufigsten angebaute Feldfrucht im Kreis, dessen landwirtschaftliche Nutzfläche insgesamt rund 39.000 Hektar umfasst. Davon sind circa 36.000 Hektar Ackerland. Darauf wird am zweit häufigsten mit 5.700 Hektar Fläche Raps angebaut, dicht gefolgt von Wintergerste, die 2020 auf 4.300 Hektar reifte.

Auf dem Hof von Ludwig Berthold in Göhren lagern die Bauern des Kreises ihr Getreide und den Raps zwischen. Insgesamt rund 25.000 Tonnen kommen jährlich zusammen. Mit deren Ertrag sind die Bauern im Saisonrückblick jedoch weniger zufrieden. „Auf etlichen Schlägen hat der späte Frost zur Zeit der Eisheiligen im Mai für enorme Schäden bei der Wintergerste gesorgt.“ Deshalb mussten etwa 1.000 Hektar Wintergerste in Folge der Frostschäden noch auf dem Acker gehäckselt werden. Unter den Wetterkapriolen im Mai haben aber auch Raps und vor allem Obst gelitten.
Dass sich darüber hinaus die meisten anderen Feldfrüchte und insbesondere Weizen gut entwickelt haben, sei dem Niederschlag zu verdanken. Der fiel 2020 zwar immer noch zu wenig, dafür aber stets im richtigen Moment, um die Pflanzen zu versorgen. Nichtsdestotrotz herrsche nach wie vor Wassermangel, erklärt Apel, was von der Unteren Wasserbehörde des Kreises bestätigt wird.

Auch Heilpflanzen gedeihen im Altenburger Land und werden wie hier auf einem Schlag von Frank Quaas Ende August geerntet. Das seit 2018 anhaltende Defizit im Wasserhaushalt besteht fort, heißt es aus dem Fachdienst. Dies äußerte sich im Landkreis nun vermehrt durch das Versiegen privater Brunnen, durch das Austrocknen von Seen und Teichen sowie dem Trockenfallen ganzer Gewässer. Nach Informationen des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ-Dürremonitor) befindet sich der gesamte Landkreis, bezogen auf den Gesamtboden, in einer außergewöhnlichen Dürre, analysiert die Wasserbehörde.

Zum Frost im Frühjahr und der Trockenheit im Sommer kamen in diesem Jahr noch die Auswirkungen der Corona-Pandemie. In erster Linie hatten jene Betriebe Not, die Obst- und Gemüse anbauen, denn sie sind auf Saisonkräfte meist aus dem Ausland angewiesen. „Doch die betroffenen Landwirte haben dafür Lösungen finden können“, so Apel.
Mehr noch als die Pflanzenproduktion ist indes die Tierproduktion durch Corona weiter unter Druck geraten. Spätestens seit dem Covid-19-Ausbruch im Tönnies Schlachtbetrieb im Kreis Gütersloh fiel beispielsweise der Preis für Schlachtschweine erneut. „Im Juni hat auch deshalb ein Betrieb im Kreis die Schweinemast aufgegeben.“ Ebenfalls rückläufig seien die Erzeugerpreise für Milch, beklagt Apel. reu

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