Verhaltensregeln bei Afrikanischer Schweinepest

[05.10.2020]

Altenburg. Ein totes Wildschwein im brandenburgischen Schenkendöbern hat Anfang September die Republik aufschrecken lassen. Denn das Tier ist an der sogenannten Afrikanischen Schweinepest (ASP) verendet. Damit ist die in der Regel tödlich verlaufende Tierseuche in Deutschland angekommen.

„Wir schätzen das Risiko hoch ein, dass auch das Altenburger Land von der Schweinepest befallen wird“, kommentiert Amtstierärztin Grit Thurau die Situation und verweist auf die grundsätzlich bestehende Meldepflicht laut § 26 der Viehverkehrsverordnung. Danach müssen die Tierhalter ihren Namen und Anschrift, Anzahl der im Jahresdurchschnitt gehaltenen Tiere, ihre Nutzungsart und ihren Standort anzeigen.

Mehr Sicherheit und Ställe sind nötig

Darüber hinaus sind jetzt alle Schweinehalter aufgefordert, die Biosicherheit ihrer Schweinehaltung zu erhöhen. „Dazu gehört kein unbefugtes Betreten der Schweinehaltung und die Beschränkung der Anzahl der für die Versorgung der Tiere notwendigen Personen auf ein Minimum sowie geeignete Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen“, nennt Thurau drei Punkte. Zudem muss sichergestellt sein, dass jeglicher Kontakt von Hausschweinen zu Wildschweinen verhindert wird. Das schließt nicht nur eventuellen direkten Kontakt von Tieren ein, sondern betrifft auch die Futterlagerung und Personen, die Wildschweinkontakte hatten, wie etwa Jäger.
Im Falle eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest im Altenburger Land oder in Nachbarlandkreisen wird die dauerhafte Aufstallung aller Schweine angeordnet, kündigt Thurau an. Die Amtstierärztin empfiehlt deshalb den Schweinehaltern, sich im Landkreis darauf vorzubereiten und geeignete Ställe bereitzustellen.

Monitoring und Schulungen laufen längst

Bereits seit einigen Jahren sehen sich Schweinehalter, Jäger und Veterinärämter mit der Gefahr konfrontiert, dass die ASP auch in Deutschland auftritt. Nachdem sie in der Russischen Föderation, der Ukraine, Polen und Tschechien auftauchte, stand letzten Endes nur noch die Frage im Raum, wann der Erreger, das ASF-Virus, die Grenze nach Deutschland überspringt.
Die Zeit bis dahin wurde jedoch genutzt, betont Grit Thurau. „Vorkehrungen gab es und gibt es fortlaufend.“ Beispielsweise fanden und finden in den Schweinebeständen des Altenburger Landes permanent Monitor-Untersuchungen auf die Afrikanische Schweinepest statt. Mehrfach gab es darüber hinaus in den zurückliegenden Wochen und Monaten Beratungen und Schulungen mit Landwirten und Jägern, bei denen unter anderem Biosicherheit oder Auffinden und Untersuchung verendeter Wildschweine thematisiert wurden. Inzwischen sind auch Bergewannen angeschafft, um verendete Wildschweine aus dem Wald ziehen zu können.

Sperrbezirke für Wild- und Hausschweine

Darüber hinaus treten in Thüringen, sollte es zu einem ASP-Nachweis kommen, umfangreiche Maßnahmen in Kraft. Als erstes werden Sperrbezirke eingerichtet. Deren Gestaltung hängt davon ab, ob ein Wild- oder Hausschwein an ASP erkrankt ist. Im letzteren Fall wird um den betroffenen Betrieb ein Sperrbezirk mit drei Kilometern Radius und ein Beobachtungsgebiet mit zehn Kilometer Radius eingerichtet.
Im Fall eines ASP-Ausbruchs in der Wildnis sind drei Restriktionszonen vorgesehen: Ein Kerngebiet mit vier Kilometern Radius um den Fundort des infizierten Wildschweins. Es wird vom sogenannten „gefährdeten Gebiet“ mit einem Radius von acht Kilometern umschlossen. Schließlich wird um diese noch im Radius von 24 Kilometern eine Pufferzone angelegt.
Entsprechend der Einteilung gelten dann in den einzelnen Gebieten unterschiedliche Pflichten und Verbote. Die Liste mit Erklärungen ist unter anderem auf der Homepage www.altenburgerland.de

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