Streuobstwiesen: Neues Leben für alte Obst-Bäume

[01.10.2020]

Streuobstwiese im Frühling Streuobstwiese (Michael Strobel auf Pixabay) Altenburg. Streuobstwiesen sind ein weit verbreitetes Element in der Thüringer Kulturlandschaft. Mit einem Flächenanteil von ca. 10.000 Hektar gehören sie in Thüringen zu den gesetzlich geschützten Biotopen. Auf Grund ihrer auffälligen und vielfältigen Strukturen und ihres Blütenreichtums prägen sie das Landschaftsbild in besonderer Weise, auch hier im Altenburger Land. „Der Erhalt von Streuobstwiesen wird vom Freistaat Thüringen finanziell unterstützt. Bis zu 100 Prozent Förderung kann gewährt werden“, erklärt Birgit Seiler, Leiterin des Fachdienstes Natur- und Umweltschutz in der Kreisverwaltung.

Streuobstbestände werden seit langem nicht mehr wirtschaftlich genutzt. Unter heutigen Marktbedingungen ist die Bewirtschaftung einfach nicht mehr kostendeckend abzusichern. Wenn sie nicht bereits verschwunden sind, brechen diese Landschaftselemente zusehends zusammen, wachsen zu und gehen in Waldstadien über. Trotz des gesetzlichen Schutzes sind Streuobstwiesen in Thüringen in ihrem Bestand stark gefährdet. Aus Gründen des Naturschutzes und der Landschaftspflege besteht jedoch ein erhebliches öffentliches Interesse am Erhalt dieses Kulturlandschaftsbiotops. Bis zu 5.000 verschiedene Arten wildlebender Tiere und Pflanzen kann eine Streuobstwiese beherbergen – ein Hotspot der Biodiversität. Unzählige Insektenarten, darunter Bienen und Käfer, profitieren von den strukturreichen, extensiv gepflegten, pestizidfreien und ungedüngten Streuobstwiesen. Für Vögel des Offenlandes, wie den Grünspecht und den Gartenbaumläufer, den Wendehals und den in Thüringen vom Aussterben bedrohten Steinkauz, bieten Streuobstwiesen mit ausreichend Altobstbaumbestand geeignete Nist- und Nahrungsmöglichkeiten.

Daher hat sich das Thüringer Umweltministerium zum Ziel gesetzt, dem negativen Entwicklungstrend entgegenzuwirken und in Kooperation mit Fachleuten und Verbänden ein Handlungskonzept für Streuobst in Thüringen mit fachlichen Standards zur Pflanzung und Pflege entwickelt. Dieses Konzept soll den zuständigen Unteren Naturschutzbehörden als praktikables Instrument und Entscheidungshilfe beim Schutz und der Förderung von Streuobstwiesen an die Hand gegeben werden. Es wird darüber hinaus auch den Landschaftspflegeverbänden, den NATURA 2000-Stationen, den Naturschutzverbänden sowie den Vorhabenträgern bzw. deren beauftragten Planungsbüros als fachliche Grundlage für Planungen und Projekte empfohlen. „Der Schwerpunkt wird dabei in Thüringen auf die Pflege und Sanierung der alten Streuobstbestände gelegt, statt auf die Neuanlage von Streuobstwiesen, denn es macht wenig Sinn, neue Streuobstbestände anzupflanzen, solange es eine große Anzahl von Altbestandsflächen gibt, die in schlechtem Zustand sind“, so Birgit Seiler.

Die Ernennung dieses Lebensraumes in die höchste Prioritätsstufe der Förderwürdigkeit im „Programm zur Förderung von Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege in Thüringen“ (kurz NALAP) hat zur Folge, dass dem Antragsteller eine Förderung von bis zu 100 Prozent gewährt werden kann. Antragsteller können Eigentümer oder Nutzer von Streuobstwiesen sein, aber auch Kommunen und Verbände. Die Förderinhalte sind nicht von vornherein festgelegt. Mögliche Förderinhalte umfassen u.a. die Entbuschung aufgelassener Streuobstwiesen, den Sanierungsschnitt von hochstämmigen Obstbäumen (Bäume, die seit langer Zeit nicht mehr geschnitten worden sind), sonstige Maßnahmen, die zur Aufwertung der Streuobstwiese beitragen (z.B. Nistkästen für bedrohte Arten wie Steinkauz; Anlage von Steinhaufen für Zauneidechse). Auch Nachpflanzungen in vorhandene Lücken in alten Streuobstbeständen können gefördert werden.

Kontakte:
Landratsamt Altenburger Landratsamt Altenburger Land
Untere Naturschutzbehörde

Sitz: Amtsplatz 8, 04626 Schmölln
Tel.: 03447/ 586 496

Natura 2000-Station „Osterland“
Talstraße 56a, 04639 Ponitz OT Grünberg
Tel.: 03762/ 44651
Internet: www.natura2000-thueringen.de


Im Auftrag
Jana Fuchs
Öffentlichkeitsarbeit


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Kontaktdaten
Landratsamt Altenburger Land
Lindenaustraße 9
Telefon: 03447 586-0
Telefax: 03447 586-100
E-Mail:landratsamt@altenburgerland.de
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