Im Altenburger Land summen 1460 Bienenvölker

[04.04.2021]

Anfang der Saison stehen bei Bienen unter anderem Krokusse hoch im Kurs. Anfang der Saison stehen bei Bienen unter anderem Krokusse hoch im Kurs. Altenburg. Sie gelten als unermüdlich und sind das sprichwörtliche Beispiel für Fleiß, die Honigbienen. Im Altenburger Land erwachen dieser Tage bei 170 Haltern rund 1460 Völker aus der Winterruhe. Bei Temperaturen um die 12 Grad
Celsius schwärmen die Arbeiterinnen aus, um an unzähligen Blüten Nektar und Pollen zu sammeln.

Im Vergleich zum Stand von vor etwa 15 Jahren hat sich die Zahl der Bienenhalter und -völker um rund 30 Prozent erhöht, so Amtstierarzt Matthias Thurau. Der Leiter des Veterinäramtes des Altenburger Landes weiß das so genau, weil Bienen zu den meldepflichtigen Nutztieren gehören. „Dabei geht es um den Schutz vor Seuchen“, erläutert Thurau und nennt die Amerikanische Faulbrut. Die durch Bakterien ausgelöste Krankheit ist bei Ausbruch anzeigepflichtig.

Vorsichtig öffnet Jörg Schumann den Deckel einer Beute. Vorsichtig öffnet Jörg Schumann den Deckel einer Beute. „Das ist der Gau“, meint Jörg Schumann, der seit 40 Jahren Imker ist. Bei einem Vereinskollegen gab es vor 30 Jahren einen Ausbruch, im Landkreis ist der jüngste Fall der Amerikanischen Faulbrut aus dem Jahr 2008 aktenkundig. „Wenn die Krankheit auftaucht, gibt es kaum Rettung für die Tiere und die gesamte Imkerausrüstung muss verbrannt oder aufwendig desinfiziert werden“, weiß der Vorsitzende des Imkervereins Wieratal.
Rund 20 Völker versorgt er gemeinsam mit seiner Frau. „Es ist immer wieder faszinierend, wie sich die Bienen im Frühjahr entwickeln, wie aus einigen Tausend, die überwintert haben, in wenigen Wochen Völker mit zehntausenden Tieren heranwachsen. Es ist Wahnsinn, welche Lebensfreude die Bienen dabei ausstrahlen“, schwärmt der Imker. Vorsichtig öffnet er den Deckel einer Beute und schaut, wie es seinen kleinen Lieblingen geht. Sie sehen gesund aus und haben die kalte Jahreszeit gut überstanden. „Fünf bis zehn Prozent Verlust sind normal, mehr gab es bei mir nicht“, sagt Schumann und blickt glücklich.
Die Begeisterung, die der Garbisdorfer ausstrahlt, wenn es um Bienen geht, ist ansteckend. Es sei eines der kostengünstigsten Hobbys, wirbt Jörg Schumann fürs Imkern. Zwar müsse mit Ausgaben bis etwa 150 Euro pro Jahr und Volk gerechnet werden, aber über den Verkauf von Honig lasse sich ein großer Teil refinanzieren. Besonders gefragt bei ihm sei etwa der aromatische Lindenblütenhonig, den seine Bienen im Leinawald sammeln und der milde Robinienhonig, der zwei Jahre flüssig bleibe und von Bäumen aus dem Kammerforst stamme.

Aus einigen Tausend, die überwintert haben, in wenigen Wochen Völker mit zehntausenden Tieren. (Aus einigen Tausend, die überwintert haben, in wenigen Wochen Völker mit zehntausenden Tieren.) „Jetzt am Anfang der Saison stehen bei Bienen unter anderem Krokusse und Schneeglöckchen hoch im Kurs. Dagegen sind nektararme Narzissen oder Forsythien uninteressant“, gibt Schumann einen Tipp, was gepflanzt werden kann, um Bienen etwas Gutes zu tun. Davon profitieren dann natürlich auch die wilden Artgenossen. „Geht es Honigbienen nicht gut, geht es Wildbienen noch schlechter“, formuliert der Imker eine Faustregel. Im Altenburger Land sei zwar die Futtersituation für Bienen nicht schlecht. Die guten Wasserhalteeigenschaften der Böden lassen die Pflanzen genügend Nektar für Honig- und Wildbienen produzieren. Kritischer sehe es aus, was Lebensräume für Wildbienen betrifft.
Nicht zuletzt deswegen ist Schumann begeistert von der Initiative „Blühpatenschaften“ des Kreisbauernverbandes Altenburg. „Daran müssen wir uns unbedingt beteiligen und Patenschafen für Blühflächen übernehmen, das war uns im Verein sofort klar“, berichtet Schumann und verweist auf die bis heute traditionell enge Partnerschaft des Imkervereins zu den Bauern.
Für Birgit Seiler, Chefin der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises, sind die Blühstreifen ein hervorragendes Beispiel wie Landwirtschaft und Naturschutz Hand in Hand gehen können. „Die Streifen bieten ja nicht nur für Bienen, sondern für eine Vielzahl von Insekten Lebensraum und Nahrung, was die Biodiversität deutlich verbessert“, so die Fachdienstleiterin, die mit ihrem Amt als beratende Behörde der Initiative zur Seite steht. Die Landwirte übernehmen eine aktive Rolle für den Artenschutz und stellen Flächen zur Verfügung. „Das ist rundum positiv“, so Seiler weiter.

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Lindenaustraße 9
Telefon: 03447 586-0
Telefax: 03447 586-100
E-Mail:landratsamt@altenburgerland.de
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