Blackbox: Erinnerungen an das Leben mit der Wismut in Löbichau verfilmt

[14.04.2007]

Besonderes Erinnerungsprojekt: Die Zeitzeugen und ehemalige Wismut-Kumpel mit Familie vor der Blackbox am Förderturm. Sie sahen als Premiere den Film, der in der Blackbox auch allen Besuchern gezeigt wird. Foto: Kristin Jahn

13 Zeitzeugen sahen erstmals ihre Dokumentation

Löbichau. Einen Monat vor Beginn der BUGA wurde in der Gemeinde Löbichau ein Geheimnis gelüftet: Der Film "Blackbox" von Kristin Jahn, unter Mitwirkung von Gunter Auer, bei dem dreizehn Zeitzeugen an das Leben mit und in dem Wismut-Schacht Drosen erinnern, wurde erstmals in Löbichau gezeigt. Geladen waren zunächst nur die Zeitzeugen und alle Mitstreiter des Projektes, das im Zeitraum der BUGA allen Besuchern des Teilprojektes Resurrektion Aurora in Löbichau zugänglich sein wird. Der Film wird in der dazugehörigen Blackbox, einem umgebauten Bürocontainer, ab dem 28. April 2007 von 9 bis 18 Uhr zu sehen sein.

Im Film schildern die Anwohner und Arbeiter des Wismut-Schachtes die schwierige Anfangsphase, als der Wismut-Schacht geteuft wurde. Im beschaulichen Dorfleben hielt nun ein Großbetrieb Einzug, der letztlich unter dem politischen Druck des sowjetischen Bündnispartners rigoros den Abbau des Urans vorantreiben musste. Lebenswelten trafen hier aufeinander und das Leben der Menschen vor Ort wurde für die kommenden Jahrzehnte in nie gekanntem Ausmaß verändert. Im gleichen Maße eröffneten sich für viele Bewohner aber neue Möglichkeiten " so der einhellige Tenor der Arbeiter des Betriebes. Im Film kommen beide Seiten in gleichem Maße zum Ausdruck, erhält der Kritiker genauso wie der Befürworter der Wismut seine "Sendezeit".

Die Blackbox bewahrt somit beide Seiten in Form ganz persönlicher, ergreifender Erinnerungsprotokolle auf und lädt alle Besucher ein, auf Entdeckungstour zu gehen. Denn der Film schlägt einen Bogen vom Beginn des Schachtes bis zu seiner Sanierung, gibt Einblicke in das Arbeitsleben und ist für alle kommenden Generationen eine Einladung, Geschichte vor Ort einmal ganz anders zu entdecken.

Kristin Jahn

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