Geschichtsträchtige Bäume unter die Lupe genommen

[05.08.2008]

Schmölln. Naturdenkmale sind wegen ihrer Seltenheit, Eigenart und Schönheit und ihrem naturgeschichtlichen, ökologischen, landeskundlichen oder wissenschaftlichen Wert besonders geschützt. Das regelt das Thüringer Naturschutzgesetz (§16 und § 26). Im Altenburger Land gibt es 21 Naturdenkmale, darunter auch viele alte und schützenswerte Bäume oder Alleen. Eines davon ist beispielsweise die 1000-jährige Stieleiche in Nöbdenitz, unweit der Burg Posterstein. Sie gilt als die zweitälteste Eiche der Welt. Der Baum hat einen Umfang von mehr als 12 Metern und in ihren Wurzeln birgt die Eiche eine Grabstätte aus vergangenen Zeiten. Auch u. a. in Remsa bei Windischleuba sind fünf Stieleichen als Naturdenkmal gekennzeichnet.

1000-jährige Eiche in Nöbdenitz 1000-jährige Eiche in Nöbdenitz Für diese ganz besonderen Denkmäler mit einer langen Geschichte ist die Untere Naturschutzbehörde des Altenburger Landes zuständig. Zweimal im Jahr schaut die zuständige Mitarbeiterin bei den belaubten Schützlingen nach dem Rechten: Dann besucht sie die alten Linden, Eichen oder Kiefern u. a. auch in Schmölln oder Kleintauscha. Die oftmals hunderte Jahre alten Baumdenkmäler sind seit langem geschützt. Ihr Zustand muss regelmäßig überprüft werden " bei der sogenannten Baumschau.

Das muss möglichst einmal im be-laubten und im unbelaubten Zustand passieren. Die Inspektionen sind wichtig, um die Bäume weiter zu erhalten. Deshalb muss geprüft werden, ob Schäden entstanden sind, die eventuell auch die Sicherheit gefährden. Die alten Bäume werden dabei mit Hilfe eines detaillierten Formulars für die Schauen genauestens unter die Lupe genommen: Ist die Form der Krone symmetrisch, sind Äste bruchgefährdet, wie ist die Beschaffenheit der Rinde, gibt es Sturmschäden, Einschnürungen oder Fäulnis? Jede Kleinigkeit kann für den Gesundheitszustand entscheidend sein und wird in das Protokoll eingetragen. Auf dem Formular ist der Baum in fünf Zonen aufgeteilt: Krone, Stämmlinge, Stammkopf, Stamm und Stammfuß. Für alle gelten vielfältige Kriterien, anhand derer sich dann auch die Entwicklung des Baumes über die Jahre nachvollziehen lässt.

Werden keine Auffälligkeiten festgestellt, kommt das Protokoll in die Akte des Baumes bis zur nächsten Baumschau. Sind aber Veränderungen zu sehen, muss die Untere Naturschutzbehörde handeln: Dann klärt ein beauftragter Baumgutachter, wie der Zustand der Bäume ist, welche Risiken bestehen und ob der Baum erhalten werden kann. Wie oft die Denkmäler besucht werden müssen, hängt meist vom Standort ab: Auf freiem Feld bestehen weniger Gefahren, in Straßennähe dagegen können herab fallende Äste oder morsche Bäume ein zu großes Risiko darstellen. Deshalb ist die Untere Naturschutzbehörde auch auf Hinweise von Gemeinden, Eigentümern oder Passanten angewiesen, um im Schadensfall schnell reagieren zu können. Dabei ist zu beachten, dass die Verkehrssicherungspflicht beim Eigentümer liegt, die notwendigen Maßnahmen und Vorgehensweisen werden im Ernstfall dann mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt.

Darüber hinaus wird aber nicht in Wuchs oder Standort der Denkmäler eingegriffen. Denn schließlich soll das Besondere, das Charakteristische der Bäume erhalten bleiben. Viel Pflege brauchen die geschichtsträchtigen Denkmäler auch nicht: Sie sind schon zu lange an ihrem Ort verwurzelt und halten auch Trockenheit aus. Nur bei Straßenbaumaßnahmen reagieren sie teilweise problematisch.
Naturdenkmale
21 Naturdenkmale gibt es im Landkreis, das sind zum größten Teil alte schützenswerte Bäume und Baumalleen wie:

" Altenburg Münsaer Linden
" Altenburg Leipziger Linden
" Altenburg Geraer Linden
" Nöbdenitz 1000-jährige Eiche
" Nöbdenitz Eiche an der Vogelfichte
" Schmölln Eiche von 1871
" Schmölln Linde an der W.-Kluge- Turnhalle
" Schmölln Kriegereiche in Kummer
" Kleintauscha "Der Höhgiebel"
" Drogen Schwarzkiefer in Mohlis
" Drogen Lärche an der Heerstraße
" Dobitschen Kastanienbaum Kornhausstraße
" Göllnitz Linde von 1736 am Friedhof
" Remsa 5 Stieleichen
" Tautenhain Dorf-Eiche

Doch es zählen auch geologische Naturdenkmale wie der "Sandsteinbruch Wolfenholz" in Altenburg dazu.

Antje Gallert
FD Öffentlichkeitsarbeit

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