Altenburger Land ist im Programm „TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel“ der Kulturstiftung des Bundes

12. Dezember 2019

Altenburg. Diesen Sommer hatte sich der Landkreis Altenburger Land mit dem Projekt „Der Fliegende Salon“ um eine Förderung im Rahmen des Modellprogramms „TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel“ der Kulturstiftung des Bundes beworben. Von 17 eingereichten Förderanträgen wählte eine Fachjury sieben Regionen, darunter das Altenburger Land, für eine Förderung aus. Diese Regionen erhalten für die Umsetzung ihres Projektes jeweils 1,25 Mio. Euro in den Jahren 2020 bis 2023. Am 9. Dezember hat der Stiftungsrat der Kulturstiftung des Bundes unter Vorsitz der Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters diese Juryentscheidung bestätigt.

Außer dem Altenburger Land erhalten die Regionen Vogelsbergkreis (Hessen), Uecker-Randow (Mecklenburg-Vorpommern), Mestlin (Mecklenburg-Vorpommern), Kusel (Rheinland-Pfalz), Köthen (Sachsen-Anhalt) und Rendsburg-Eckernförde (Schleswig-Holstein) eine Förderung.

Mit dem TRAFO-Programm unterstreicht die Kulturstiftung des Bundes die Bedeutung kultureller Infrastruktur für ländliche Räume und kleinere Ortschaften. Seit 2015 werden mit dem Programm bereits in den vier Regionen Oderbruch, Südniedersachsen, Schwäbische Alb und Saarpfalz Wege aufgezeigt, wie Kultureinrichtungen in ländlichen Räumen gestärkt und weiterentwickelt werden können. Das bundesweit große Interesse an diesen Zukunftsperspektiven führte 2018 zur Ausweitung des Programms: In Abstimmung mit den bis dahin noch nicht an TRAFO beteiligten Flächenbundesländern wurden 18 Regionen über einen Zeitraum von anderthalb Jahren mit bis zu 40.000 Euro gefördert, um ein Transformationsprojekt zu entwickeln. Von 17 eingereichten Förderanträgen wählte die Fachjury sieben Regionen aus, die für die Umsetzung ihres Projektes jeweils 1,25 Mio. Euro in den Jahren 2020 bis 2023 erhalten. Die Kulturstiftung des Bundes stellt für das Programm „TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel“ insgesamt Mittel in Höhe von 26,6 Mio. Euro bereit.

Das Projekt „Der Fliegende Salon“ wurde vom Lindenau-Museum Altenburg für den Landkreis entwickelt und in einer beispielhaften Zusammenarbeit von mehreren Kulturinstitutionen des Landkreises in einer durch das Programm TRAFO geförderten Entwicklungsphase zur Bewerbungsreife geführt. Beteiligt sind neben dem Lindenau-Museum das Theater Altenburg Gera, die Kreismusikschule und das Museum Burg Posterstein. Ziel des Projekts ist eine Stärkung der Zusammenarbeit der Kultureinrichtungen des Landkreises mit den Gemeinden und Vereinen im ländlichen Raum. Lokale Initiativen sollen in ihrer Arbeit die Unterstützung größerer und etablierter regionaler Kultureinrichtungen erfahren. Wesentlich bei allen zu entwickelnden Vorhaben ist, dass sie auf gemeinsamer Projektentwicklung, intensivem Austausch und Bürgerbeteiligung basieren. Dabei geht es um die Förderung von lokaler Kreativität, unterstützt durch die etablierten Kultureinrichtungen. Beispielhaft dafür soll der namensgebende Salon sein, der in seiner historischen Form eine Plattform für vielfältige Begegnungen und kulturellen Austausch war. Aus dieser historischen Erlebnisform sollen neue und zeitgemäße Angebote erwachsen, die den ländlichen Raum unter Beteiligung der örtlichen Akteure nachhaltig beleben. Ebenso wichtig ist es für das TRAFO-Modellprojekt, dass sich die Kultureinrichtungen im Verlauf der Maßnahme dem ländlichen Raum gegenüber stärker öffnen und ihr eigenes Profil zielorientiert verändern.

In der einjährigen Entwicklungsphase hat das Projektteam aus Vertretern der Kultureinrichtungen gemeinsam mit Bewerbern aus dem ländlichen Raum bereits in Ponitz ein Pilotprojekt durchgeführt und darüber hinaus mehrere Vorhaben entwickelt, die nun bereits 2020 umgesetzt werden können. Zu den künftigen TRAFO-Veranstaltungsorten zählen Fockendorf, Löbichau, Lumpzig und Meuselwitz. Weitere Projekte sind in Vorbereitung und zahlreiche weitere Orte können sich für den Förderzeitraum zusätzlich noch beim Landratsamt Altenburger Land bewerben.

Dort wird im Fachdienst Wirtschaft, Tourismus und Kultur des Altenburger Landes die kleine Schaltzentrale des „Fliegenden Salons“ entstehen, die gemeinsam mit dem Projektteam aus Vertretern der Kultureinrichtungen und einer externen Prozessbegleiterin für die organisatorische Durchführung verantwortlich sein wird.

Landrat Uwe Melzer zeigte sich hocherfreut über die Förderzusage der Kulturstiftung des Bundes: „Diese große und willkommene Unterstützung erreicht uns zu einem idealen Zeitpunkt. Während wir die Gebäude des Landestheaters und des Lindenau-Museums sanieren, können sich unsere Kultureinrichtungen gleichzeitig gegenüber dem Altenburger Land öffnen und in den kommenden Jahren durch eine Vielzahl an attraktiven Veranstaltungen die Akzeptanz für die gewaltigen Kulturinvestitionen erhöhen.“

Für die Kultureinrichtungen sprach Roland Krischke, Direktor des Lindenau-Museums, von einem „großartigen Signal. Während der Entwicklungsphase hat sich unter den bislang beteiligten Kultureinrichtungen ein echter Teamgeist entwickelt, den wir weiter ausbauen wollen. Wir freuen uns gemeinsam auf tolle Projekte mit den engagierten Partnern im Altenburger Land.“

TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel

Mit TRAFO hat die Kulturstiftung des Bundes ein Programm initiiert, das ländliche Regionen in ganz Deutschland dabei unterstützt, ihre Kulturinstitutionen für neue Aufgaben zu öffnen. Das Programm will zudem dazu beitragen, die Bedeutung der Kultur vor Ort in der öffentlichen Wahrnehmung und die kulturpolitischen Strukturen in den Kommunen und Landkreisen dauerhaft zu stärken.
TRAFO fördert langfristige Veränderungsprozesse öffentlicher Kultureinrichtungen, die auf eine gesellschaftliche Herausforderung in ihrer Region reagieren und ein neues Selbstverständnis ihrer Aufgaben entwickeln möchten. Die beteiligten Museen, Theater, Büchereien, Musikschulen, Literaturhäuser und Kulturzentren werden so zu kulturellen Ankern ihrer Region und zu zeitgemäßen Kultur- und Begegnungsorten.

Von 2015 bis 2020 unterstützt TRAFO die Regionen Oderbruch, Saarpfalz, Schwäbische Alb und Südniedersachsen bei der Weiterentwicklung ihrer kulturellen Infrastruktur. In einer zweiten Phase werden von 2020 bis 2023 sieben weitere Regionen gefördert: der Vogelsbergkreis (Hessen), die Regionen Uecker-Randow (Mecklenburg-Vorpommern), Mestlin (Mecklenburg-Vorpommern), Kusel (Rheinland-Pfalz), Köthen (Sachsen-Anhalt), und Rendsburg-Eckernförde (Schleswig-Holstein) sowie das Altenburger Land (Thüringen). Diese sieben gehören zu deutschlandweit 18 Regionen, die TRAFO 2018 und 2019 bei der Entwicklung von Transformationsvorhaben beriet und förderte.

Die Kulturstiftung des Bundes stellt für das Programm „TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel“ insgesamt Mittel in Höhe von 26,6 Mio. Euro bereit. Vonseiten der Ministerien, Landkreise und Kommunen erhalten die beteiligten Regionen eine Kofinanzierung von mindestens 20 Prozent. Darüber hinaus stellen sie Personal der Kommunal- oder Kreisverwaltungen zur Mitarbeit in den TRAFO-Projekten frei.

www.trafo-programm.de