Amtstierarzt: Equiden müssen Equidenpass haben und mit Chip gekennzeichnet sein
Equine Infektiöse Blutarmut bei Pferd im Wartburgkreis festgestellt
Wie das Thüringer Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie mitteilt, wurde bei einem Pferd im Wartburgkreis Ende März die Equine Infektiöse Anämie (EIA), auch ansteckende Blutarmut der Einhufer genannt, festgestellt. Der Nachweis der Erkrankung erfolgte durch das Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz und wurde vom Friedrich-Loeffler-Institut bestätigt. Das Thüringer Sozialministerium ruft Halter entsprechender Tiere auf, bei unklaren Krankheitsanzeichen zügig tierärztlichen Rat einzuholen. Besteht ein Seuchenverdacht, ist das zuständige Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt umgehend zu informieren. Die Erkrankung ist meldepflichtig.
Matthias Thurau, Amtstierarzt des Landkreises Altenburger Land, weist aufgrund dieses aktuellen Falles darauf hin, dass, wenn Equide (Pferde, Esel, Maultiere) erworben werden, diese in jedem Fall einen Equidenpass haben und mit einem Chip gekennzeichnet sein müssen. Nur so sei deren Herkunft sicher nachvollziehbar. „Wenn solche Tiere aus dem Ausland stammen ist zusätzlich eine Gesundheitsbescheinigung des am Herkunftsort zuständigen Amtsveterinärs erforderlich. Diese muss im Original vorliegen. Hauptverbreitungsgebiete der für Einhufer unheilbaren Infektionskrankheit sind Nord- und Südamerika, Afrika, Asien, Australien sowie Süd- und Osteuropa. Zukäufe aus diesen Gebieten, insbesondere aus Süd- und Osteuropa, sind nicht ohne Risiko, diese unheilbare Infektionskrankheit einzuschleppen“, warnt Thurau.
Bei der Equinen Infektiösen Anämie handelt es sich um eine Viruserkrankung, die Tiere der Familie der Equide (Pferde, Wildpferde, Esel, Zebras etc.) betrifft. Eine akute Verlaufsform äußert sich unter anderem mit Fieber, Apathie, Bewegungsschwäche und Punktblutungen auf den Schleimhäuten und der Lidbindehaut. Die chronische Form tritt in Verbindung mit wiederkehrenden Fieberschüben, Konditionsverlust sowie Ödembildung am Bauch und an den Extremitäten auf. Infizierte Tiere bleiben lebenslang Virusträger und stellen somit eine potentielle Infektionsquelle dar. Die Übertragung der Krankheit erfolgt entweder durch direkten Kontakt infizierter Tiere oder durch blutsaugende Insekten. Seit 2010 wurden in Deutschland 72 Fälle gemeldet. In Thüringen wurde die Tierseuche zuletzt im Dezember 2011 bei einem Pferd nachgewiesen. Für den Menschen ist die Erkrankung ungefährlich.
