Gesund durch den Urlaub: Reiseimpfungen schützen
Gesundheitsamt führt reisemedizinische Beratungen durch/Termin rechtzeitig vereinbaren
Der Sommer steht vor der Tür und mit ihm die heiß ersehnte Reisezeit, wenngleich es natürlich ganzjährig rund um den Globus viel zu entdecken gibt. Der Sommerurlaub ist für viele die beste Gelegenheit, sich vom Alltag zu erholen und Unvergessliches zu erleben.
Bevor die Koffer gepackt werden, gibt es allerdings einiges zu beachten. „An erster Stelle sollte da der Schutz der eigenen Gesundheit stehen, denn in vielen Ländern kursieren Krankheiten, gegen die unser Immunsystem nicht so ohne weiteres gerüstet ist. Entsprechende Impfungen vor Reiseantritt können vor schweren Infektionserkrankungen schützen“, erklärt der Amtsarzt des Landkreises Altenburger Land, Björn Rechenberger. Sowohl das Gesundheitsamt als auch einige Hausärzte führen reisemedizinische Beratungen durch. Nachfolgend gibt das Gesundheitsamt erste allgemeine Hinweise und Empfehlungen.
Was bei innereuropäischen Reisen zu beachten ist
Vor Reisen in europäische Länder sollte man seinen Impfschutz überprüfen und fehlende Impfungen auffrischen lassen. Grundsätzlich ist es wichtig, die Basisimpfungen zu haben. Dazu zählen die Schutzimpfungen gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten, die nicht länger als zehn Jahre zurückliegen dürfen. Außerdem sollte man gegen Masern, Mumps, Röteln (MMR-Impfung) und Windpocken geschützt sein. Für einige Länder werden zusätzliche Impfungen empfohlen. Beispielsweise ist in Italien und in der Türkei das Risiko an Hepatitis A (Infektiöse Gelbsucht) zu erkranken wesentlich höher als in Deutschland, weswegen sich eine Schutzimpfung lohnt. So wie in Deutschland kommt in vielen anderen Ländern die durch Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) vor – auch dafür gibt es eine entsprechende Schutzimpfung.
Impfschutz bei Reisen außerhalb Europas
Welche Impfungen sinnvoll sind, lässt sich nur individuell beantworten und hängt vom genauen Reiseziel, der Reisezeit, der gesundheitlichen Verfassung der Person und den geplanten Aktivitäten ab. Vor Fernreisen und bei Vorerkrankungen sollte man sich unbedingt reisemedizinisch beraten lassen. Neben wichtigen Impfungen könnten vorbeugende Maßnahmen wie etwa eine Malaria-Prophylaxe erforderlich sein.
Der beste Zeitpunkt fürs Impfen
Es ist ratsam, frühzeitig mit den Impfungen zu beginnen. Einige Impfungen benötigen mehrere Wochen, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Andere Impfungen wiederum müssen in bestimmten Abständen in mehreren Dosen verabreicht werden. Ideal ist es, sich mindestens vier bis sechs Wochen vor der Reise impfen zu lassen. Ein Beispiel: Mindestens zehn Tage dauert es, bis der Impfschutz gegen Gelbfieber, Typhus und Meningokokken greift. Impfungen vor Last-Minute-Reisen sind nicht möglich für Hepatitis B, Tollwut, Japanische Enzephalitis und die durch Zecken verursachte Enzephalitis FSME, da sie eine zu lange Vorlaufzeit benötigen.
Impfschutz für Kinder
Impfstoffe gibt es für Kinder in entsprechenden Darreichungsformen. So sind zum Beispiel Reiseimpfungen möglich gegen Hepatitis A ab dem ersten Lebensjahr, gegen Typhus ab dem zweiten Lebensjahr, gegen Gelbfieber ab dem neunten Lebensmonat, gegen Cholera ab dem zweiten Lebensjahr und gegen FSME ab dem vollendeten ersten Lebensjahr.
Verträglichkeit
Weit über 90 Prozent aller Impfungen werden problemlos vertragen. Die gelegentlich auftretenden Nebenwirkungen bestehen in harmlosen Lokalreaktionen an der Impfstelle wie Rötung, Schwellung und leichter Druckschmerz oder in kurzzeitigem allgemeinen Krankheitsgefühl und leichtem Fieber. Vor jeder Schutzimpfung sollte man sich über mögliche Nebenwirkungen vom impfenden Arzt aufklären lassen.
Reisemedizinische Beratung
Beratung zu Reiseimpfungen und sonstigen gesundheitsbezogenen Besonderheiten erhalten Interessierte vom Fachdienst Gesundheit des Landratsamtes. Auch verschiedene Hausarztpraxen bieten diese Zusatzleistung mit an, insofern sie es in ihren Praxisalltag integrieren können. Eine personen- und reisebezogene Impfberatung erfordert Einsicht in den Impfausweis.
