Gewalt kennt kein Offline - Thüringen startet die 5. Kampagne „handle-jetzt"

3. November 2026

Gewalt hat viele Gestalten. Manche davon sind digital. Sie reichen von bildbasierter sexualisierter Gewalt und Deepfakes über Cyberstalking und Hatespeech bis hin zu Doxing und offener oder heimlicher Kontrolle der Betroffenen. Die angezeigten Taten nehmen zu, obgleich weniger als fünf Prozent überhaupt zur Anzeige gebracht werden. Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25. November startete gestern die thüringenweite Kampagne „handle-jetzt“.

Kampagne "handle-jetzt" 2026, Quelle: bff – Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe in Deutschland

Landesgleichstellungsbeauftragte Nadja Sthamer betont: „‚Digitale Gewalt ist kein besonderes Phänomen des 21. Jahrhunderts. Sie ist die Fortsetzung patriarchaler Kontrolle und Einschüchterung, die es schon immer gegeben hat mit digitalen Mitteln. Digitale Gewalt und analoge Gewalt gehen Hand in Hand. Weder das eine noch das andere ist eine Privatangelegenheit. Straftaten müssen als solche benannt und bestraft werden. Ein Rückzug aus sozialen Medien ist keine Option, mit digitaler Gewalt umzugehen. Denn das wäre so als würde Frauen die Teilhabe am Arbeitsleben verwehrt sein, damit sie dort keiner sexuellen Belästigung ausgesetzt sind.“

Für „handle-jetzt“ wirkt fast ganz Thüringen zusammen gegen häusliche Gewalt. Die Partnerschaft der Landesgleichstellungsbeauftragen mit den Kommunen in Thüringen erreichte mit fünf jährlichen Kampagnen über zwei Millionen Kontakte zur Bevölkerung über die verschiedenen Medien, Veranstaltungen und persönlich. Die Botschaft war und bleibt: Keine Gewalt in unseren Gebieten, es gibt Hilfe bei Gewalt, in Thüringen und überregional. Handle jetzt, lass Gewalt nicht weiter zu!

Rund um den internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen finden in ganz Thüringen außerdem Aktionen und Veranstaltungen statt. Im Altenburger Land ist eine Installation mit roten Schuhen im öffentlichen Raum in Altenburg, Gößnitz, Schmölln, Lucka und Meuselwitz geplant. Nähere Informationen werden noch bekannt gegeben.

Hintergrund

Der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, wird jedes Jahr am 25. November als Gedenk- und Aktionstag zur Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt jeder Form gegenüber Frauen und Mädchen abgehalten die mit einem Aktionszeitraum zur Sensibilisierung, den sogenannten Orange-Days im November verbunden sind.

Gewalt gegen Frauen ist eine der verbreitetsten Menschenrechtsverletzungen. Sie ist ein globales Phänomen und kann überall auftreten: in jedem Land, Zuhause, im Arbeitsleben, in der Freizeit und eben auch digital. Mehr Informationen sind unter www.handle-jetzt.de zu finden. Dort sind auch ganzjährig Informationen und die Kontakte zu rund 200 lokalen und überregionalen Beratungs- und Hilfsangebote zu finden.