Großbrand zwischen Mumsdorf und Falkenhain: LMBV legt weitere Vorgehensweise fest

15. Juli 2026

Pressemitteilung der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) vom 14. Juli 2026:
Am 14. Juli 2026 wurde innerhalb der LMBV das weitere Vorgehen zur Brandbeseitigung am und im Kohletrübebecken bei Meuselwitz festgelegt. 

Löschhubschrauber, Bild von engin akyurt auf unsplash

Der Einsatz eines Löschhubschraubers am Wochenende vom 10. bis 12. Juli 2026 erzielte nicht die gewünschte Wirkung. Die Rauchentwicklung konnte nur kurzzeitig reduziert werden. Die Auswertung der Drohnenaufnahmen mit Wärmebildkamera zeigte, dass durch das Aufbringen des Wassers die Oberfläche aufgewirbelt, aber tieferliegende Schichten nicht gelöscht werden konnten. Es ist daher kein weiterer Einsatz eines Löschhubschraubers geplant.
Die Hauptprobleme vor Ort sind weiterhin die eingeschränkte Verfügbarkeit von Wasser und dass die betroffene Fläche nicht betreten werden kann. Zudem ist das Brandereignis sehr dynamisch. Die Brandherde verlagern sich immer wieder und flammen an verschiedenen Stellen auf.
Oberstes Ziel ist derzeit, die Ausbreitung des Brandes nach außen und damit das Übergreifen auf benachbarte Flächen zu verhindern. Dafür wird die bereits errichtete, zehn Meter breite Brandschutzschneise rund um die brennende Fläche um 20 Meter erweitert, so dass ein 30 Meter breiter Schutzstreifen entsteht. Dies erfolgt in Abstimmung mit  ThüringenForst. Der Schutzstreifen hat eine Länge von etwa einem Kilometer. Die erste Firma begann am 14. Juli 2026 mit den notwendigen Holzungen. Weitere Firmen sollen in den kommenden Tagen die Arbeiten unterstützen. Bereits vergangene Woche wurde eine bis zu 1,60 Meter tiefe Furche parallel zur Brandschutzschneise gezogen und mit Wasser und Netzmitteln gefüllt.

Provisorische Rohrleitungen zur Flutung der Fläche sind in Vorbereitung

Zur Bekämpfung des unterirdischen Brandes soll das Kohletrübebecken kontrolliert mit Wasser geflutet werden. Die LMBV arbeitet derzeit daran, dass schnellstmöglich  zwei provisorische Rohrleitungen vom Restloch Zipsendorf über eine Strecke von rund vier Kilometern bis zum Kohletrübebecken verlegt werden können. Die Einholung der erforderlichen Zustimmungen der rund 30 betroffenen Flächeneigentümer hat bereits begonnen und die bisherigen Rückmeldungen sind durchweg positiv. Darüber hinaus müssen für den Leitungsverlauf eine Bahntrasse sowie eine Kreisstraße gequert werden. Die erforderlichen Abstimmungen mit den zuständigen Stellen laufen bereits. Parallel dazu laufen die Vorbereitungen, einen Brunnen in unmittelbarer Nähe des Kohletrübebeckens zu bohren, um eine dauerhafte Wasserverfügbarkeit herzustellen ohne das öffentliche Wassernetz zu belasten.
Nach Fertigstellung der zwei Rohrleitungen wäre es möglich, rund 560 Kubikmeter Wasser pro Stunde in das Kohletrübebecken zu leiten. Mit dieser Wassermenge soll das acht Hektar große Areal geflutet werden, was bis zu 20 Tage dauern kann. Die LMBV geht aktuell auf mögliche Auftragnehmer zu.

Qualm verursacht Geruchsbelästigung, ist aber ungefährlich

Unverändert sind am Kohletrübebecken Mitarbeiter der LMBV sowie von externen Auftragnehmern täglich vor Ort. Mit Sprenklersystemen und dem verfügbaren Wasser werden die Brandherde bekämpft und die Rauchentwicklung wird nach Möglichkeit reduziert. Aus dem Leitungswassernetz der Stadt Meuselwitz stehen jedoch nur 60 Kubikmeter Wasser pro Stunde zur Verfügung.
Der Rauch verursacht eine erhebliche Geruchsbelästigung vor Ort und in den betroffenen umliegenden Gemeinden. Direkt in der Rauchfahne wird täglich der Gehalt von Kohlendioxid, Kohlenmonoxid, Schwefelwasserstoff und Methan gemessen, auch im Hinblick auf die vor Ort tätigen Mitarbeiter. Die erhobenen Werte sind leicht erhöht, aber gesundheitlich unbedenklich. Mit zunehmendem Abstand vom Brandherd verdünnt sich der Gehalt deutlich. Unabhängig davon arbeitet die LMBV daran, die Rauchentwicklung mit den beschriebenen Maßnahmen zu reduzieren.
Die LMBV befindet sich zu den Gefahrenabwehrmaßnahmen in regelmäßigem Austausch mit den zuständigen Behörden und Ämtern, wie der Bergbehörde im Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN), der Stadt Meuselwitz und dem Landkreis Altenburger Land. Zur Höhe der entstandenen Kosten kann derzeit noch keine Angabe gemacht werden.

Hintergrund: Am 27. Juni 2026 kam es zu einem Großbrandereignis zwischen den Ortslagen Meuselwitz, Mumsdorf und Falkenhain. Betroffen ist eine stillgelegte Kohlebergbaufläche des ehemaligen Tagebaugebietes Rusendorf. Von diesem Brandereignis ist das Kohletrübebecken I in bergrecht- und eigentumsrechtlicher Zuständigkeit der LMBV betroffen. Der oberflächliche Brand konnte inzwischen weitestgehend gelöscht werden. Die Verantwortung für das Areal ging damit am 3. Juli 2026 von der Feuerwehr auf die LMBV über.