Kohlebrand Restloch Rusendorf – Luftmessungen starten im September
Im Vorfeld der jüngsten Stadtratssitzung in Meuselwitz trafen sich Vertreter der Stadt, des Landkreises Altenburger Land und der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) zu einer Abstimmung, um unter anderem die Luftmessungen in den betroffenen Ortslagen zu koordinieren und die aktuelle Lage zum Schwelbrand im Kohletrübebecken I zu besprechen. Das gemeinsame Ziel ist dabei, fundierte Aussagen über eventuelle Gesundheitsgefährdungen treffen zu können. Bislang wurden keine auffälligen Werte gemessen.
„Die LMBV hat das ANECO Institut für Umweltschutz gebunden, um den Bescheid der Stadt umzusetzen. Das Institut erarbeitet derzeit einen Messplan, der der Stadt vorgelegt wird“, erläuterte Elke Kreische-König, Bereichsleiterin Mitteldeutschland der LMBV. Sofern dem Plan zugestimmt wird, könnte mit den Messungen bald begonnen werden. Erste Einschätzungen der Sachverständigen hätten ergeben, dass transportable Luftsammler in betroffenen Orten aufgestellt werden, die eventuelle Schadstoffe aber auch meteorologische Daten in der Luft aufnehmen, um anschließend im Labor analysiert und ausgewertet zu werden. Diese Auswertung werde für viele Parameter zeitversetzt erfolgen und könne mehrere Wochen dauern.
Die zuständigen Behörden unterstützen diese Verfahrensweise, um zu belastbaren Aussagen zu kommen. Die Bedenken der Bevölkerung, in der vom unterirdischen Schwelbrand betroffenen Kohlegrube seien womöglich Abfälle gelagert, konnte die LMBV gegenüber den Behörden ausräumen. „Nach unseren Recherchen in Archiven und unserer Markscheiderei handelt es sich bei den Ablagerungen im betroffenen Kohletrübebecken I jeweils um Asche und Kohletrübe, also eine Ablagerung von Kohleresten, die aus dem Brikettierprozess stammen. Nach den uns vorliegenden Information wurden dort keine anderen Stoffe eingebracht“, so Kreische-König. „In der Vergangenheit wurden Abfälle in der Feststoffkippe bzw. Hyzetkippe durch Dritte verbracht. Diese befindet sich jedoch an anderer Stelle und ist nicht von dem Schwelbrand betroffen.“
Derzeit optimiert die gebundene Feuerwehr von KÖTTER Security die Benetzung des Schwelbrands und konnte mit ihren Maßnahmen bereits die Rauchentwicklung deutlich reduzieren. Das Grundproblem bleibt jedoch die Wassermenge. Die Entnahme aus dem Trinkwassernetz ist ausgeschöpft, dies bestätigte auch der kommunale Wasserversorger.
Mitte August hat der Bau der Wasserleitung, die Wasser vom Restloch Zipsendorf ins Restloch Rusendorf führen wird, begonnen. Der erste Kilometer eines Strangs der insgesamt acht Kilometer langen Doppelstrangleitung konnte bereits gebaut werden. Das bauausführende Unternehmen ist die Lutz Duwe KG aus Leipzig. Wenn genügend Wasser vorhanden ist, kann der Schwelbrand weiter oberflächlich erstickt werden. Die LMBV rechnet damit, dass zum Jahresende Rauch- und Geruchsbelästigungen behoben sind.
Die Abdeckung des Beckens sei jedoch weiterhin das Mittel der Wahl, um den Brand der Kohletrübe endgültig zu ersticken. Die Planungen dafür laufen parallel und es ist damit zu rechnen, dass im Jahr 2027 mit den Arbeiten begonnen werden kann.
