Kröten auf Liebestour: Ehrenamtliche Helfer gesucht
Amphibien queren auf ihrer Wanderung zu den Laichgewässern zahlreiche Straßen.
Wenn die Temperaturen steigen und die Nächte feucht sind, machen sich Amphibien wie Kröten, Frösche und Molche auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Viele Tiere überleben diese Reise nicht, denn der Weg führt oft über viel befahrene Straßen. Autofahrer werden in den kommenden Wochen um erhöhte Aufmerksamkeit gebeten. Die Mitarbeiter des Landschaftspflegeverbandes Altenburger Land stellen mobile Leiteinrichtungen auf und betreuen die fest installierten Schutzzäune und. Es werden noch ehrenamtliche Helfer gesucht.
An einigen Straßenabschnitten im Altenburger Land sind seit vielen Jahren ortsfeste Amphibienschutzzäune mit kleinen Tunneln installiert, die den Tieren gefahrloses Unterqueren der Straße ermöglichen. Die am Straßenrand fest installierten Kunststoffwände und die Durchlässe unter den Fahrbahnen wurden durch die Mitarbeiter des Landschaftspflegeverbandes Altenburger Land e.V., der im Auftrag der unteren Naturschutzbehörde agiert, von Laub und Schmutz befreit und gegebenenfalls repariert.
Dort, wo es noch keine ortsfesten Leiteinrichtungen gibt, stellen die Mitarbeiter vorübergehend mobile Schutzzäune auf, die mit Unterstützung ehrenamtlicher Helfer betreut werden. Die niedrigen Zäune sind mit Fang-Eimern versehen. Die Eimer werden morgens sowie abends kontrolliert und die vorgefundenen Kröten, Frösche und Molche zum Laichgewässer transportiert. Der Landschaftspflegeverband weist daraufhin, die Eimer nicht eigenmächtig zu leeren, da es für die Zäune feste Betreuer gibt. Außerdem würde dadurch die statistische Auswertung verfälscht. Die Anzahl und die verschiedenen Arten der Tiere notieren die Helfer in Sammelprotokollen. An manchen Tagen sind das landkreisweit bis zu 500 Tiere.
Der Landschaftspflegeverband hat in diesem Jahr zudem einen Amphibienstammtisch ins Leben gerufen. Darin werden mit den Betreuern Probleme, Aufgaben oder aktuelle Änderungen besprochen. Dieses Zusammentreffen soll künftig immer zur Vorbereitung und zum Abschluss der Amphibienwanderung stattfinden. Dazu sind auch Interessierte und künftige Betreuer herzlich eingeladen. Es werden alle wichtigen Grundlagen erläutert, welche für die Helfer relevant sind. Spezielle Vorkenntnisse sind nicht erforderlich – nur die Bereitschaft, während der Amphibienwanderung zweimal täglich die Fang-Eimer zu leeren und zu protokollieren, welche Arten in welcher Anzahl gesammelt wurden. Im Gegenzug erhalten die Freiwilligen dafür eine kleine finanzielle Aufwandsentschädigung aus Mitteln des Vertragsnaturschutzes. Interessenten können sich direkt beim Landschaftspflegeverband Altenburger Land oder bei der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises melden. Hinweise zu gefährdeten Amphibienwanderstrecken, die noch nicht mit Schutzzäunen versehen sind, nimmt die Kreisverwaltung ebenfalls gern entgegen.
Amphibienleiteinrichtungen mobil (Stand: 03/2026)
| Gimmel | 155 m |
| Saara | 450 m |
| Leinawald-Märchensee | 650 m |
| Niederarnsdorf | 190 m |
| Hainichen | 115 m |
| Beerwalde | 165 m |
| Langenleuba-Niederhain | 375 m |
| Nirkendorf | 280 m |
| Ponitz | 490 m |
| Löbichau | 125 m |
| Dölzig | 145 m |
| Gesamt | 3.140 m |
Amphibienleiteinrichtungen stationär (Stand: 03/2026)
| Brandrübel Stausee | 370 m |
| Leinawald L 260 | 695 + 715 + 690 + 710 m |
| Brandrübel Kiesgrube | 180 m |
| (Pahna* | 745 m) |
| Gesamt | 3.360 m |
* Im Zuge der Straßensanierung in Pahna, wurden feste Krötentunnel eingebaut. Das heißt an dieser Stelle können die Amphibien selbstständig anwandern. Der Standort wird also nicht täglich zur Kontrolle und Zählung begangen. Dennoch kontrolliert und reinigt der LPV die Bauwerke mind. 1x jährlich.
