Landkreis schafft Perspektiven für vietnamesische Auszubildende

2. Februar 2026

Bereits in der vergangenen Woche sind im Rahmen des Beirates für Migration und Integration Akteure im Landratsamt zusammengekommen, um über die Zukunft der vietnamesischen Auszubildenden, die ihren Ausbildungsplatz verloren haben, ins Gespräch zu kommen. Auch ein Austausch auf Landesebene im Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie hat bereits stattgefunden mit dem klaren Signal, den Azubis eine Fortsetzung ihrer Ausbildung im Landkreis zu ermöglichen.

„Unser Ziel ist es, den vietnamesischen Azubis eine Perspektive im Landkreis zu bieten“, so Landrat Uwe Melzer. „Dazu haben wir bereits in der vergangenen Woche eine Plattform geboten zum Austausch und zur Vernetzung. Zudem sind wir mit der Landesregierung im Gespräch. Wir sind optimistisch, auch aufgrund der sehr guten Zusammenarbeit aller Beteiligten, zeitnah für alle Auszubildenden Lösungen zu finden.“ 

Organisiert und koordiniert wurde das Gespräch im Landratsamt vom Integrationsmanager Andreas Strahlendorf. Er steht auch weiterhin als Ansprechpartner zur Verfügung, kümmert sich um die Integration der Azubis und bringt Akteure zusammen. „Ein besonderer Dank geht an das Jobcenter, die Agentur für Arbeit und die Caritas, die bereits Tatsachen geschaffen haben“, so Andreas Strahlendorf. 

„Wir haben drei Infoveranstaltungen für die vietnamesischen Azubis durchgeführt. Das betrifft im Moment 38 junge Frauen und Männer, die zum großen Teil über die Caritas zu uns gekommen sind“, so Tino Fischer, Geschäftsführer des Jobcenters. „Die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten im Landkreis läuft super. Wir haben bereits sechs Arbeitgeber gefunden, bei denen ein Teil der Azubis ihre Ausbildung weitermachen kann. Auch bei den anderen sind wir positiv gestimmt. Die Azubis sind bemüht und sehr motiviert“, so Fischer weiter.

Eine Hürde ist derzeit das unterschiedliche Sprachniveau der vietnamesischen Azubis. Die Voraussetzung zur Einreise ist eigentlich das Sprachlevel B1. Im Laufe der Ausbildung muss das Ausbildungsunternehmen dafür sorgen, dass die Azubis das Niveau B2 erreichen, um die Ausbildung überhaupt schaffen zu können.

Mithilfe eines Einstufungstests soll der tatsächliche Ist-Zustand herausgefunden und anschließend passgenaue Sprachangebote gemacht werden. Das Landratsamt ist auch dazu im Gespräch mit dem Ministerium. Da das über das eigentliche Angebot des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge hinausgeht, bräuchte es eine Sonderfinanzierung. Das Ministerium hat signalisiert, das zu prüfen.

Einige der Auszubildenden haben zusammen mit dem Ausbildungsplatz ihre Unterkunft verloren. Die Gemeinden im Landkreis arbeiten auch bei diesem Thema zusammen und haben sich gegenseitig Unterstützung zugesagt, wenn es um die Unterbringung der Azubis geht.

„Hätten wir früher davon Kenntnis gehabt, hätten wir auch eher reagieren können“, so Landrat Uwe Melzer. „Die Hilfsangebote sind da. Sprachbarrieren, Unwissenheit oder sogar falsche Informationen haben dazu geführt, dass die Situation der vietnamesischen Auszubildenden an diesen Punkt gelangt ist. Bei Problemen melden sich die jungen Menschen am besten gleich bei den Beratungsstellen oder direkt in der Behörde“, so der Landrat abschließend.