Lindenau-Museum: Historische Dielung wird aufgearbeitet und Decken werden verstärkt

9. Juli 2026

Vergabe des Rohbaus für den Neubau des Stadtgeschosses steht unmittelbar bevor/ Arbeiten sollen im Herbst beginnen

Von außen betrachtet ist der Fortschritt bei der Sanierung des Lindenau-Museums bisher kaum erkennbar, doch im Gebäudeinneren sind aktuell zahlreiche Gewerke gleichzeitig zu Gange.

Arbeiten im 2. Obergeschoss des Lindenau-Museums

Während die Aufarbeitung der insgesamt 63 bauzeitlichen Fenster nahezu beendet ist, liegt ein Hauptaugenmerk der ausführenden Bauunternehmen im Moment auf der Stabilisierung und Verstärkung der Decken und der Aufarbeitung des Parketts. Das Parkett im 1. Obergeschoss wurde bereits vollständig fachgerecht rückgebaut. Der beauftragte Zimmererbetrieb aus Markkleeberg wird nun nach und nach die historische Dielung säubern, aufarbeiten und anschließend wieder in den Museumsräumen verlegen. Nach der Herausnahme des Parketts kam die alte Deckenbalken­struktur samt alter Schüttung zutage. Die Schüttung wurde entfernt, die Balken wurden begutachtet und umfangreich verstärkt, Schadstellen gilt es zu beseitigen. Insgesamt wurden 215 zusätzliche Balken in der Decke über dem Erdgeschoss eingebracht. Die neu eingebrachten Balken, Unterspannbahnen, Grobspanplatten sowie eine neue Schüttung sorgen für Stabilisierung, minimieren die Durchbiegung der tragenden Holzbalken sowie das Schwingverhalten und erhöhen schlussendlich die Tragfähigkeit der Decken. All das ist wichtig, um später empfindliche Ausstellungsstücke sicher aufstellen zu können. Die Arbeiten dafür sind im 1. Obergeschoss nahezu abgeschlossen, im nächsten Schritt erfolgt die Balkenertüchtigung und Parkettaufbereitung im 2. Obergeschoss.

Arbeiten im 1. Obergeschoss des Lindenau-Museums

Im Zuge der Museumssanierung werden im Treppenhaus des Gebäudes die Wandbilder des Altenburger Künstlers Ernst Müller-Gräfe (1879 ‒ 1954) umfassend restauriert, so dass sie zur Neueröffnung nach weit über 80 Jahren erstmals wieder der breiten Öffentlichkeit präsentiert werden können. Die Arbeiten mussten in den Wintermonaten unterbrochen werden, da die kalten Temperaturen die Wirksamkeit der Lösemittel beeinträchtigt hätten. Die Restauratoren sind gegenwärtig damit befasst, Klebereste von über das Bild geklebten Tapeten zu entfernen und den Untergrund zu reinigen, damit danach die erforderlichen Retusche-Arbeiten durchgeführt werden können.

Auch im Erdgeschoss des Museums hat sich baulich schon viel verändert. So etwa wurden zuletzt Zwischenwände entfernt und alte Sanitäranlagen abgerissen, um Platz zu schaffen für künftige zusätzliche Studio- und Laborbereiche. Auch das Rohbauunternehmen für den Bestandsbau ist zugange. Aktuell werden die verfüllten Kellerbereiche des Untergeschosses heraustransportiert, damit dort weitere Räumlichkeiten für die Studios entstehen können. Voraussichtlich ab Herbst kann man auch von draußen mehr vom Baufortschritt sehen. Dann nämlich wird das neu zu bauende Stadtgeschoss emporwachsen. Die Vergabe des Rohbaus für den Neubau wird in den nächsten Tagen erfolgen.