Filmreihe im „Capitol“ in Altenburg, bei der man immer dienstags und sonntags ambitionierte Filme jenseits vom Mainstream für sich entdecken kann.
Hiddensee, eine Insel zwischen Ostsee und Horizont, steht im Zentrum einer Jahrhundertreise durch deutsche Geschichte. Der Dokumentarfilm verbindet Landschaft und Zeitgeist: In den goldenen 1920er Jahren zieht es die Berliner Avantgarde auf die Insel, weil hier Ruhe, Austausch und neue Ideen möglich scheinen. Die Idylle wirkt wie ein Versprechen auf Freiheit - ein Ort, an dem Kunst und Denken atmen können.
Doch die Geschichte bleibt nicht stehen. Der Film legt Schicht um Schicht offen, wie sich gesellschaftliche Umbrüche auch auf Hiddensee auswirken. Im Kontrast zur scheinbaren Unbeschwertheit zeigt er, wie der Nationalsozialismus das geistige Leben in Deutschland nachhaltig beschädigte: mit Eingriffen in Kultur und Denken, mit Verdrängung und Zerstörung von Freiräumen. So wird aus der Inselmetapher ein Spiegel der Zeit, der zeigt, wie Sehnsucht und Freiheit immer wieder von politischen Realitäten eingeholt werden.
Altersfreigabe: FSK 0
Laufzeit: ca. 117 Minute
Durchführung: 17:15 Uhr und 20:00 Uhr