Kreisarchiv als Schatzkammer unserer regionalen Geschichte
Es ist weit mehr als nur eine Sammlung alter Dokumente. Es ist ein Hüter unserer Geschichte, ein Ort des Wissens und der kulturellen Identität unserer Region. Es fördert nicht nur das Verständnis für die Vergangenheit, sondern auch die Wertschätzung der eigenen Wurzeln und der kulturellen Vielfalt: das Kreisarchiv des Landkreises Altenburger Land.
Im Kellergeschoss des Landratsamtsgebäudes in der Lindenaustraße 9 in Altenburg sind heute mehr als 2.000 Archivregalmeter in 14 Magazinräumen reichlich gefüllt mit Akten, Urkunden, Chroniken, Fotos, Amtsbüchern, Amtsblättern, lokalen Zeitungen, Festschriften, Karten, Plänen sowie Nachlässen aus Altenburg und dem Umland. Gesammelt werden all die Dinge, seitdem das Archiv 1952 eingerichtet wurde. Jahr für Jahr kommen weitere Regalmeter hinzu. Vorrangige Aufgabe des Archives ist es, alle für den Landkreis relevanten Dokumente zu sammeln, zu bewahren und für die öffentliche Nutzung bereitzustellen. Und so finden sich in den klimatisierten Kellerräumen behördliche Dokumente zur Gebietsreform, mehrere tausend Kreistagsbeschlüsse und Sitzungsprotokolle, Unterlagen zu Eingemeindungen, unzählige Bauanträge, Haushaltsunterlagen, Personalakten und vieles mehr. „Das Kreisarchiv ist von unschätzbarem Wert für die Bewahrung der Geschichte unseres Altenburger Landes. Es sorgt dafür, dass historische Quellen nicht verloren gehen, sondern für künftige Generationen zugänglich bleiben. Dank des umfangreichen Archivmaterials können historische Entwicklungen, gesellschaftliche Veränderungen und bedeutende Ereignisse nachvollzogen werden“, erklärt Mike Tänzler, dem als Leiter des Fachdienstes Zentrale Dienste im Landratsamt das Kreisarchiv untersteht. Sein Eigen nennen kann das Archiv auch eine umfangreiche DDR-Sammlung. Die Exponate reichen von gerahmten Politiker-Porträts und Büsten über Teppiche, Besteckkästen, Schallplatten und Zigarettenschachteln bis hin zu Medaillen, Fahnen, Abzeichen und Utensilien der Kampfgruppe und der Zivilverteidigung.
So manche Rarität ist in den Regalen zu finden, die Daniel Tietz nach 13 Jahren als Archivar im Landratsamt kennt wie kaum ein anderer. Zum Beispiel das herzogliche Amts- und Nachrichtenblatt. Die Ausgaben liegen von 1823 bis 1918 lückenlos vor und enthalten lokale Neuigkeiten, Informationen zu Gutsverkäufen und Schmäusen, Hoftrauer- und Firmenanzeigen. Auch die umfassende Gesetzessammlung des ehemaligen Herzogtums Sachsen-Altenburg ist in im Keller der Lindenaustraße archiviert. Auf alten Landkarten, etwa aus der Zeit um 1844, sind Ortschaften zu finden, die es längst nicht mehr gibt. „Unser Archiv ermöglicht es nicht nur Historikern und Forschern, sondern auch Bürgern mehr über die Region und ihre Geschichte zu erfahren. In vielen Fällen können zudem Familienforscher und Heimatkundler hier bei uns Quellen finden, die eine Verbindung zur Vergangenheit ihrer Vorfahren oder zur lokalen Geschichte aufzeigen“, erklärt Daniel Tietz und berichtet, dass Rechercheanfragen regelmäßig aus ganz Deutschland kommen, aber auch aus dem Ausland wie unlängst aus Dänemark und aus den USA.
Der Archivbestand soll und darf gern wachsen. „Nachlässe von Privatpersonen und Vereinen oder auch Exponate und Dokumente von in den Ruhestand gehenden Ortschronisten, die keinen Nachfolger finden, sind wertvolle Quellen für die Geschichte des Landkreises. Wir nehmen diese Dinge jederzeit gern in unser Kreisarchiv auf“, so Mike Tänzler.
Für die Recherche im Kreisarchiv erhebt das Landratsamt eine kleine Gebühr; Heimat- und Ahnenforscher dürfen es kostenlos nutzen. Interessenten können unter der Rufnummer 03447 586-152 gern einen Termin vereinbaren.
