Weiße Blusen für Frauenrechte und Gewaltfreiheit
Thüringer Gleichstellungsbeauftragte setzen in der Kunsthalle Erfurt ein starkes Zeichen.
Die Thüringer Gleichstellungsbeauftragten, darunter Carina Michalsky aus dem Landkreis Altenburger Land, haben am 23. März in der Kunsthalle Erfurt ein starkes Zeichen gegen Gewalt an Frauen gesetzt. Im Rahmen der Ausstellung „Franziska Greber: Women in the Dark – Aufruhr des Schweigens“ präsentierten sich die Frauen für ein Foto gemeinsam in weißen Blusen. Die weißen Blusen verkörpern symbolisch Gewaltfreiheit.
Die Schweizer Künstlerin Franziska Greber zeigt in der Kunsthalle ein internationales Kunstprojekt, das die oft unsichtbaren Erfahrungen von Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen greifbar macht. 690 Frauen aus zwölf deutschen Bundesländern schrieben ihre Erlebnisse in vierzig verschiedenen Sprachen mit einem roten Permanentstift auf weiße Blusen – daraus entstand eine raumgreifende begehbare Installation. Die Thüringer Gleichstellungsbeauftragten trugen mit ihrer Fotoaktion die Botschaft des eindrucksvollen Kunstwerks durch den Freistaat. Carina Michalsky, Gleichstellungsbeauftragte im Altenburger Land, appelliert: „Keine häusliche Gewalt und Diskriminierung von Frauen in Thüringen und nirgendwo sonst! Frauen und ihre Geschichten müssen sichtbar sein, müssen aus dem Dunkel des Verheimlichens und Nichtbeachtens ans Licht kommen. Ein Leben ohne Gewalt ist ein Grundrecht. Wir rufen die Gesellschaft auf, wach zu werden und Gewalt an Frauen nicht hinzunehmen. Gleichzeitig wollen wir die Opfer und ihr Umfeld ermutigen: Nutzen Sie die Beratungs- und Anlaufstellen, um sicher aus der Gewalt zu kommen.“ „Women in the Dark – Aufruhr des Schweigens“ ist ein Kooperationsprojekt der Kunsthalle Erfurt (Fischmarkt 7) mit der Schweizer Künstlerin und der Thüringer Landesgleichstellungsbeauftragten. Die Ausstellung ist Bestandteil des Thüringer Landesaktionsplanes zur Umsetzung der Istanbul-Konvention; sie möchte die Öffentlichkeit sensibilisieren und Betroffenen Mut machen, ihr Schweigen zu brechen. Zu sehen ist die Exposition bis zum 31. Mai 2026.
Hilfe vertraulich und kostenfrei am Bundes-Hilfetelefon für Frauen unter 116 016 (24h, anonym und mehrsprachig)
oder im Internet unter www.handle-jetzt.de.
