Wespen sind im Spätsommer besonders angriffslustig

24. Juli 2026

Amtsarzt Björn Rechenberger gibt Hinweise zum richtigen Verhalten bei Wespenstichen

Wespen – im Spätsommer sind sie besonders aggressiv. Am Kaffeetisch oder beim Grillen können sie ziemlich lästig sein. Die Wespenvölker haben zu diesem Zeitpunkt ihre maximale Größe erreicht und ihr Bedarf an Nahrung ist groß. Amtsarzt Björn Rechenberger erklärt, wie man sich verhält, wenn eine Wespe zugestochen hat.

Wespe, Foto: Roland Steinmann auf Pixabay

In den meisten Fällen verursacht ein Wespenstich eine verhältnismäßig harmlose Reaktion. Es kommt an der Einstichstelle zu Schwellungen, Rötungen und Juckreiz. Steckt der Stachel noch drin, diesen vorsichtig mit einer Pinzette am harten Teil des Stachels und möglichst nicht am Gift-Sack entfernen. Und dann: Kühlen, kühlen, kühlen, damit die Schwellung zurückgeht. Bei Schmerzen können Schmerzmittel eingenommen werden. Kratzen an der juckenden Einstichstelle möglichst unterlassen, damit keine Bakterien in die tief gestochene Wunde gelangen und sich die Stelle entzündet.

Gut achtgeben beim Essen im Freien. Wird man von einer Wespe in den Mund- und Rachenbereich gestochen sofort Notruf 112 wählen. Es besteht Erstickungsgefahr. Erste Hilfemaßnahmen bis der Rettungsdienst kommt: Ruhe bewahren, Kühlen von Innen (Eiswürfel lutschen), Kühlung von außen, weiteres Schlucken und Sprechen vermeiden, leichte Hochlagerung des Oberkörpers. Auch unverzüglich den Notruf 112 wählen bei den folgenden Symptomen: starke Kreislaufprobleme wie Herzrasen, Schwindel, Benommenheit und Ohnmacht, Übelkeit, Erbrechen, Atemnot. Dies deutet auf eine allergische Reaktion hin und es droht ein allergischer Schock, der unter Umständen lebensbedrohlich sein kann. Erste Hilfemaßnahmen bis der Rettungsdienst kommt: die gleichen wie bei Nicht-Allergikern. Wenn die Wespen-Allergie bereits bekannt ist, sind die Betroffenen ggf. mit einem Autoinjektor („Notfallspritze“) versorgt, der direkt genutzt werden sollte. Auch hier zügig den Rettungsdienst informieren.

Ob eine Wespenallergie vorliegt, lässt sich mit einem Test beim Allergologen feststellen. Menschen, bei denen eine solche Allergie bestätigt ist, erhalten dann ein entsprechendes Notfallset, dass sie den Sommer über bei sich tragen.

Zur Beachtung: Wespennester, z. B. an Häusern, dürfen nur von Fachleuten entfernt werden, da Wespen unter Naturschutz stehen.